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Pflegegrad 5

Pflegegrad 5 bedeutet „schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung“. Damit einher geht ein erheblicher Zeitaufwand für die Pflege, da die pflegebedürftige Person nicht nur Unterstützung bei vielen Alltagshandlungen, sondern oft auch im psychosozialen Bereich benötigt. Aufgrund dieses hohen Anspruchs fallen die Leistungen für einen anerkannten Pflegegrad 5 auch besonders umfangreich aus.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Voraussetzung, um Leistungen aus der Pflegekasse zu erhalten, ist ein anerkannter Pflegegrad. Diesen ermittelt der MDK bzw. der MEDICPROOF auf Antrag bei der Pflegekasse.
  • Pflegebedürftige mit einem Pflegegrad 5 sind oft bettlägerig und/oder haben mehrmals in der Nacht Pflegebedarf. Die Pflege muss rund um die Uhr gewährleistet sein, sodass der Pflegebedarf im Pflegegrad 5 besonders hoch ausfällt.
  • Übernehmen Angehörige die Pflege einer Person mit Pflegegrad 5 stehen zahlreiche Leistungsangebote der Pflegekasse zur Entlastung zur Verfügung. Im Falle der Einschränkung der eigenen Erwerbstätigkeit besteht zudem die Möglichkeit auf weitere finanzielle Mittel der Pflegekasse.

Was bedeutet Pflegegrad 5?

Der Pflegebedürftigkeitsbegriff definiert gemäß § 14 SGB XI Personen als pflegebedürftig, die „gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen“. Dieser Zustand muss dabei von Dauer sein, d. h., mehr als sechs Monate anhalten.

Pflegegrad 5 stellt die höchste Stufe der möglichen Pflegegrade dar und bedeutet die „schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung“. Das heißt für gewöhnlich, dass Menschen rund um die Uhr auf die Pflege angewiesen sind. Viele Alltagshandlungen wie die Körperpflege oder die Nahrungsaufnahme sind im Pflegegrad 5 nicht ohne Hilfestellung möglich. Hinzu kommt meist noch eine psychosoziale Unterstützung, da auch kognitive Aktivitäten eingeschränkt sind.

Die Anerkennung von Pflegegrad 5 erfolgt über die Begutachtung des MDK bzw. MEDICPROOF bei Privatversicherten, wobei im Rahmen des Begutachtungsassessments zwischen 90 und 100 Punkte erreicht werden müssen.

Ermittlung des Pflegegrades durch den MDK

Bevor Sie oder Ihre Angehörigen Leistungen der Pflegekasse in Anspruch nehmen können, bedarf es einer Anerkennung des Pflegegrades durch den MDK (bei Privatversicherten durch MEDICPROOF). Bei einer Einstufung in Pflegegrad 5 ist eine Person möglicherweise schon seit geraumer Zeit pflegebedürftig, sodass die Anerkennung des Pflegegrades 5 erst bei einer Verschlechterung des Zustandes erfolgt.

 

Pflegegrad beantragen – so geht’s

Die Antragstellung erfolgt formlos entweder schriftlich oder telefonisch bei der Pflegekasse. Dabei stellen Sie keinen Antrag auf einen bestimmten Pflegegrad, sondern lediglich auf einen Begutachtungstermin. Auch ist es nicht nötig, dass die pflegebedürftige Person den Antrag selbst stellt. Jede bevollmächtigte Person kann das übernehmen. Das gilt auch für den Fall, dass Sie aufgrund der Verschlechterung des körperlichen oder geistigen Zustandes einer bereits pflegebedürftigen Person eine Neueinstufung wünschen.

Die Pflegekasse beauftragt auf Ihren Antrag hin den MDK, der sich dann zu einer Terminvereinbarung bei Ihnen meldet.

Der Begutachtungstermin findet anschließend im Wohnumfeld der pflegebedürftigen Person statt. Da die Pflege bei Pflegegrad 5 nicht selten vollstationär erfolgt, kann dies neben der eigenen Wohnung auch die Pflegeeinrichtung sein.

Der oder die Gutachter*in bewertet nun anhand eines Kriterienkatalogs die Fähigkeit, verschiedene Tätigkeiten durchzuführen. Dazu werden jeweils Punkte zwischen 0 (vollkommene Selbstständigkeit) und 4 (Tätigkeit muss weitgehend durch die Pflegeperson erfolgen) vergeben und am Ende summiert.

Auf der Basis dieser Punkte spricht der MDK eine Empfehlung an die Pflegekasse aus, die dieser in der Regel auch folgt und einen Pflegegrad vergibt. Über diese Entscheidung werden Sie in der Regel spätestens 25 Tage nach Antragstellung informiert.

Sind Sie mit der Entscheidung nicht einverstanden, besteht ein vierwöchiges Widerspruchsrecht.

 

Bewertungskriterien und Punktevergabe

Für die Begutachtung steht dem oder der Gutachter*in ein festgelegter Kriterienkatalog zur Verfügung. Die Bewertung einzelner Sachverhalte erfolgt in sechs Kategorien, deren summierte Punkte jeweils mit einer bestimmten Gewichtung in das Gesamtergebnis einfließen. Am Ende ergibt sich eine Gesamtpunktzahl. Liegt diese zwischen 90 und 100 von 100 möglichen Punkten, erfolgt eine Einstufung in Pflegegrad 5.

MobilitätIst die betroffene Person noch in der Lage, selbstständig einen Orts- oder Positionswechsel durchzuführen?10 %
Kognitive und kommunikative FähigkeitenBeeinträchtigung der zeitlichen und örtlichen Orientierung? Können noch selbstständig Entscheidungen getroffen und kommuniziert werden?7,5 %
Verhaltensweisen und psychische ProblemlagenReagiert die pflegebedürftige Person abwehrend auf pflegerische oder andere unterstützende Maßnahmen?7,5 %
SelbstversorgungNimmt die Person körperliche und psychische Bedürfnisse ausreichend wahr?40 %
Bewältigung krankheits- und therapiebedingter BelastungenWird Unterstützung, z. B. bei der Medikamenteneinnahme, benötigt?20 %
Alltagsleben und soziale KontakteWie erfolgt die Gestaltung des Alltags und kann dieser auch an Unvorhergesehenes angepasst werden?15 %

 

Vorbereitung auf den Begutachtungstermin

Da die Höhe der Leistungen von der Einschätzung des oder der Gutachter*in abhängt, ist es wichtig, bei diesem Termin einen möglichst realistischen Eindruck des Tagesablaufs zu vermitteln.

  • Bei Personen, bei denen Pflegegrad 5 in Betracht kommt, stellt sich die Frage in der Regel nicht, ob eine weitere Person bei diesem Termin anwesend ist, da diese ohnehin dauerhaft zugegen ist. Das kann eine angehörige oder professionelle Pflegeperson sein.
  • Halten Sie ärztliche Gutachten, Diagnosen und andere Nachweise bereit, die einen Eindruck des Hilfebedarfs vermitteln.
  • Beschönigen Sie nichts, sondern benennen Sie besondere Herausforderungen auch als solche. Hilfsreich kann in diesem Zusammenhang ein Pflegetagebuch sein, in dem Sie einzelne Maßnahmen und den dafür nötigen Zeitbedarf dokumentieren.

Besondere Bedarfskonstellation gemäß § 15 Abs. 4 SGB XI

Eine Besonderheit bei der Einstufung in Pflegegrad 5 ergibt sich für Personen mit ausschließlich körperlichen Einschränkungen. Gemäß des Begutachtungsinstruments können Menschen, deren kognitive Fähigkeiten nicht eingeschränkt sind, den Pflegegrad 5 nicht erreichen. Schließlich beziehen sich die Kategorien 2, 3 und 6 auf die Bewertung einer potenziellen Beeinträchtigung in diesem Bereich.

Absatz 4 des § 15 SGB XI verweist auf die Definition des Spitzenverbands Bund der Pflegekassen (GKV), der die Gebrauchsunfähigkeit von Armen und Beinen als besondere Bedarfskonstellation beschreibt. Gemeint ist damit z. B. der Verlust der Greif- und Gehfunktion – auch, wenn noch eine minimale Restbeweglichkeit gegeben ist.

In diesem Fall erfolgt keine Bewertung anhand der Kategorien, sondern direkt eine Einstufung in Pflegegrad 5.

Leistungen im Pflegegrad 5

Die Leistungen der Pflegekasse unterscheiden sich bei den Pflegegraden 2 bis 5 im Wesentlichen durch die Höhe der Leistungen, da mit zunehmendem Pflegegrad auch der zeitliche Aufwand für die Pflege und die potenzielle Be- und Überlastung pflegender Angehöriger steigen, sodass die Entlastungsoptionen umfangreicher ausfallen.

 

Pflegegeld – finanzielle Unterstützung pflegender Angehöriger

Das Pflegegeld ist eine Geldleistung der Pflegekasse, die direkt an die pflegebedürftige Person ausgezahlt wird, wenn diese die Pflege selbst sicherstellt. In der Regel erfolgt diese dann durch Angehörige, die das Pflegegeld als finanzielle Anerkennung erhalten. Im Pflegegrad 5 beträgt die monatliche Leistung 901 Euro.

Das Pflegegeld reduziert sich bei der Inanspruchnahme von Sachleistungen anteilig prozentual. Bei der temporären Nutzung von Kurzzeit- oder Verhinderungspflege verringert sich das Pflegegeld zudem auf die Hälfte.

 

Pflegesachleistungen – Pflege durch professionelle Pflegedienste

Angehörige schaffen es nur selten, Personen mit Pflegegrad 5 rund um die Uhr zu betreuen. Dementsprechend häufig ist die Nutzung eines ambulanten Pflegedienstes, der einen Teil der Pflegetätigkeiten übernimmt. Diese Leistungen rechnet der Pflegedienst direkt mit der Pflegekasse ab, wobei Sie monatlich Leistungen für maximal 1.995 Euro nutzen können.

 

Kombinationsleistungen zur weiteren Entlastung pflegender Angehöriger

Schöpfen Sie hier nicht den vollen Betrag aus, besteht die Möglichkeit, den prozentual nicht genutzten Anteil der Sachleistungen auf das Pflegegeld zu übertragen und zusätzlich zu den Sachleistungen eine Geldleistung zu erhalten.

Eine weitere Möglichkeit der ungenutzten Pflegesachleistung ist die Umwandlung in geldwerte Betreuungsleistungen, die Sie beispielsweise zur Beschäftigung einer Alltagsbegleitung oder einer Haushaltshilfe nutzen können. Der maximale Anteil liegt hier bei 40 Prozent der Sachleistungen, d. h. 798 Euro in Pflegegrad 5.

 

Entlastungsbetrag – unabhängig vom Pflegegrad

Der Entlastungsbetrag steht Personen aller anerkannten Pflegegrade gleichermaßen in voller Höhe zu, monatlich 125 Euro. Diese Summe können Sie beispielsweise für eine Alltagsbegleitung oder Angebote nutzen, die der Aktivierung körperlicher oder geistiger Fähigkeiten dienen.

Die Erstattung des Entlastungsbetrags erfolgt aufwandsabhängig. Dabei müssen Sie die Summe nicht monatlich anfordern, um davon zu profitieren, sondern können diese auch rückwirkend bis zum Ende des ersten Kalenderhalbjahres im Folgejahr für das vergangene Jahr abrufen.

 

Tages- und Nachtpflege – Entlastung im Alltag

Mit Pflegegrad 5 geht eine außerordentliche Belastung für pflegende Angehörige einher, da die pflegebedürftige Person meist nicht nur tagsüber, sondern auch nachts gepflegt werden muss. Um Angehörige dabei zu entlasten, besteht die Möglichkeit der teilstationären Versorgung der Person. Die Pflegekasse trägt hier die Pflegekosten von maximal 1.995 Euro, die auch die Fahrtkosten für das Abholen und Bringen der pflegebedürftigen Person umfassen.

 

Kurzzeitpflege – besonderer Pflegebedarf nach einem Krankenhausaufenthalt

Nach einem Krankenhausaufenthalt kann sich ein außergewöhnlicher Pflegebedarf ergeben, der Pflegepersonen vor besondere Herausforderungen stellt. Um diese zu entlasten, besteht die Möglichkeit der Kurzzeitpflege. Hier stehen für maximal 28 Kalendertage 1.612 Euro zur Verfügung. Machen Sie Ihren Anspruch auf Verhinderungspflege nicht geltend, ist es möglich, den vollen Betrag auf die Kurzzeitpflege zu übertragen. So stehen Ihnen jährlich bis zu 3.224 Euro zu.

Das Pflegegeld verringert sich in der Zeit der Kurzzeitpflege auf die Hälfte, d. h. 450,50 Euro.

 

Ersatz- und Verhinderungspflege – bei temporärer Abwesenheit der Pflegeperson

Die Ersatz- und Verhinderungspflege dient vor allem der Entlastung pflegender Angehöriger. Sind diese aufgrund von Krankheit oder eines Urlaubs für einen Zeitraum bis zu 42 Tagen im Jahr verhindert, übernimmt die Pflegekasse die Pflegekosten in Höhe von maximal 1.612 Euro. Dabei muss es sich keineswegs um volle Tage handeln, auch bei einer stundenweisen Abwesenheit der Pflegeperson ist die Verhinderungspflege möglich.

Zusätzlich aufstocken lässt sich die Summe durch die Hälfte der Ansprüche aus der Kurzzeitpflege, wenn diese ungenutzt bleiben, sodass Sie an höchstens 56 Tagen für insgesamt 2.418 Euro im Jahr Angebote der Verhinderungspflege nutzen können.

Das Pflegegeld verringert sich in der Zeit der Verhinderungspflege auf die Hälfte. Übernehmen andere Angehörige die Pflegetätigkeit in dieser Zeit, steht ihnen maximal das 1,5-Fache des Pflegegeldes zu, d. h. 1.351,50 Euro.

 

Pflegegrad 5 in der stationären Pflege

Die Bedeutung des Vorzugs der häuslichen Pflege wird durch die umfassenden finanziellen Leistungen deutlich, die Angehörigen zustehen. So liegt die monatliche Summe für die Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung mit 2.005 Euro nur knapp über den Sachleistungen.

Zu beachten ist hier vor allem, dass die Pflegekasse dabei nur die reinen Pflegekosten trägt. Hinzu kommen stets weitere Kosten für die Unterbringung und Verpflegung sowie die sogenannten Investitionskosten, die allesamt durch die versicherte Person selbst getragen werden müssen.

Es gibt außerdem den sogenannten einrichtungseinheitlichen Eigenanteil, der unabhängig vom Pflegegrad getragen werden muss. Dieser unterscheidet sich von Einrichtung zu Einrichtung, liegt im bundesweiten Durchschnitt jedoch bei 580 Euro monatlich.

 

Wohngruppenzuschlag

Zur Organisation der gemeinsamen Pflege haben Menschen, die in Wohngruppen leben, einen Anspruch auf monatlich 214 Euro. Damit können die Mitglieder einer Wohngruppe z. B. eine Person beschäftigen, die Unterstützung im Haushalt und beim Einkaufen leistet.

Bei der Neugründung einer Wohngruppe haben zudem bis zu vier Personen die Aussicht auf eine Anschubfinanzierung in Höhe von maximal 2.500 Euro je Person.

 

Zuschuss für Wohnraumanpassung

Die erstmalige Anpassung des Wohnumfelds zugunsten der Barrierefreiheit fördert die Pflegekasse mit bis zu 4.000 Euro je Gesamtmaßnahme. Verschlechtert sich der Zustand der pflegebedürftigen Person und ist z. B. ein nochmaliger Umbau nötig, um aufgrund einer Bettlägerigkeit ein Pflegebett unterzubringen, besteht die Option zur Förderung einer weiteren Maßnahme.

In Wohngruppen liegt die maximale Fördersumme bei 16.000 Euro, wenn mindestens vier Personen mit einem anerkannten Pflegegrad ab 2 in der Wohnung leben.

 

Kosten für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel

Pflegehilfsmittel, die wie im Falle von Einmalhandschuhen, Betteinlagen oder auch Desinfektionsmitteln zum Verbrauch bestimmt sind, übernimmt die Pflegekasse bis zu maximal 40 Euro monatlich. Die Abrechnung erfolgt dabei entweder direkt mit der Pflegekasse durch das Nachweisen mittels Belegen oder über einen Versorgungsvertrag mit einer Apotheke oder einem Sanitätshaus.

 

Pflegeberatung und Pflegekurse

Pflegende Angehörige haben einen Anspruch auf kostenlose Pflegekurse. Diese finden im häuslichen Umfeld statt und bieten so die Möglichkeit, auf individuelle Fragen und Probleme bei der Pflege Angehöriger einzugehen. Wie auch die obligatorischen Pflegeberatungen, die pflegende Angehörige zweimal jährlich nutzen müssen, sofern kein professioneller Pflegedienst ins Haus kommt, tragen sie zu einer Verbesserung der Pflegequalität bei.

 

Leistungen des Pflegegrads 5 im Überblick

LeistungHöhe der LeistungHäufigkeit der Leistung
Pflegegeld901 €monatlich
Pflegesachleistung1.995 €monatlich
Entlastungsbetrag125 €monatlich
Kurzzeitpflege1.612 €jährlich
Verhinderungspflege1.612 €jährlich
Tages- und Nachtpflege1.995 €monatlich
vollstationäre Pflege2.005 €monatlich
Wohnraumpassung4.000 €je Maßnahme
Wohngruppenzuschlag214 €monatlich
Pflegehilfsmittel40 €monatlich
Hausnotruf23 €monatlich

Finanzielle Entlastung für pflegende Angehörige

 

Pflegen Angehörige eine Person mit Pflegegrad 5 bedeutet dies in der Regel einen erheblichen Zeitaufwand. Dieser ist oft nur zu bewältigen, wenn die eigene Erwerbstätigkeit reduziert oder zeitweise sogar ganz aufgegeben wird.

 

Übernahme der Rentenversicherungsbeiträge

Damit pflegende Angehörige hier keinerlei Nachteile erfahren, leistet die Pflegeversicherung unter bestimmten Voraussetzungen die Beiträge für die Rentenversicherung.

  • Die Pflege darf nicht erwerbsmäßig erfolgen und findet in der häuslichen Umgebung statt.
  • Sie pflegen mindestens eine Person mit Pflegegrad 2 oder höher für mindestens 10 Stunden an wenigstens zwei Tagen wöchentlich.
  • Die eigene Erwerbstätigkeit liegt bei 30 Stunden oder weniger.
  • Die Pflege ist durch den MDK als notwendig anerkannt.

Die Höhe der Rentenbeträge hängt von Zeitaufwand, Pflegegrad und dem Ort der Pflege ab und liegt für Pflegegrad 5 etwa bei folgenden Beträgen:

Pflegegradbezogene LeistungRentenzahlbetrag West/MonatRentenzahlbetrag Ost/Monat
5Pflegegeld
Kombinationsleistung
Sachleistung
30,90 EUR
26,27 EUR
21,63 EUR
29,48 EUR
25,06 EUR
20,63 EUR

 

Nutzung der Pflegezeit

Pflegen Angehörige eine Person im häuslichen Umfeld, steht ihnen ein Anspruch auf partielle oder auch vollständige Freistellung von der Erwerbstätigkeit zu. Die Dauer ist begrenzt und gilt auch nur für Betriebe ab einer Größe von 15 Angestellten. Dabei ist eine Kombination mit der Familienpflegezeit möglich, sodass eine maximale Gesamtdauer von 24 Monaten erreicht werden kann.

 

Pflegeunterstützungsgeld bei kurzzeitiger Arbeitsverhinderung

Können Angehörige ihrer Erwerbstätigkeit aufgrund einer akuten Pflegesituation nicht nachkommen, besteht das Recht, dem Arbeitsplatz für bis zu zehn Tage fernzubleiben, um die Pflege zu organisieren. Als Ausgleich für das in dieser Zeit entgangene Arbeitsentgelt können Sie Pflegeunterstützungsgeld bei der Pflegekasse beantragen.

 

Steuerliche Vergünstigungen

Was für die pflegebedürftigen Personen der Pauschbetrag ist, ist für pflegende Angehörige der Pflege-Pauschbetrag, der die Steuerlast pauschal als außergewöhnliche Belastung verringert. Dieser liegt für den Pflegegrad 5 seit Januar 2021 bei 1.800 Euro. Liegen Ihre tatsächlichen Ausgaben darüber, lohnt es sich, stattdessen die tatsächlichen Belege einzureichen.

Weiterführende Informationen und hilfreiche Links

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2021-08-11T16:00:03+02:0013. April 21|Pflegegesetz & Pflegerecht|