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Häusliche Pflege

Die Anzahl der Pflegebedürftigen nimmt weiter zu: Im Jahr 2019 galten 4,13 Milliarden Menschen als pflegebedürftig – rund 700.000 mehr als zwei Jahre zuvor. Während die Zahl der in Heimen versorgten Pflegebedürftigen dabei unverändert bleibt, steigt der Anteil der häuslichen Pflege immer weiter an. 2019 wurden 3,3 Mrd. Menschen im häuslichen Umfeld gepflegt – rund ein Viertel mehr als drei Jahre zuvor. Damit macht die häusliche Pflege den mit Abstand größten Anteil bei der Pflege aus. Welche Möglichkeiten gibt es hier und wer trägt die Kosten? 

Das Wichtigste in Kürze

  • Häusliche Pflege bedeutet, dass die Pflege nicht in einer stationären Einrichtung, sondern in der Wohnumgebung der pflegebedürftigen Person erfolgt. Das kann die eigene Wohnung, aber auch eine betreute Wohnform sein.
  • Neben den pflegenden Angehörigen arbeiten ambulante Pflegedienste sowie auch 24-Stunden-Pflegekräfte in der häuslichen Pflege.
  • Die Kosten für die häusliche Pflege trägt – abhängig vom Pflegegrad und der Pflegeform – in Teilen die Pflegekasse.

Was steckt hinter dem Begriff „häusliche Pflege“?

Die häusliche Pflege (auch ambulante Pflege) bezeichnet die Pflege von Menschen in ihrem häuslichen Umfeld, d. h. ihrer eigenen Wohnung oder dem Eigenheim. Sie unterscheidet sich damit von der teilstationären oder stationären Pflege, die in Pflegeeinrichtungen stattfindet.

Zu den Leistungen gehört bei der häuslichen Pflege vor allem die hauswirtschaftliche Versorgung. Aber auch soziale Aktivitäten oder die medizinische Behandlungspflege können zum Angebot der Pflegedienste gehören.

Die Durchführung der Pflegetätigkeiten kann dabei entweder durch pflegende Angehörige, Pflegedienste oder 24-Stunden-Pflegekräfte erfolgen. Davon ist auch abhängig, welche Leistungen in welcher Form durch die Pflegekasse abgerechnet werden.

Abhängig vom Pflegebedarf kann die Pflege nur einmal wöchentlich oder mehrfach täglich stattfinden. Bei einem anhaltenden Pflegebedarf ist eine 24-Stunden-Pflege oft eine praktikable Lösung.

Die häusliche Pflege ist dabei nicht gleichzusetzen mit der häuslichen Krankenpflege nach SGB V. Diese wird erbracht, wenn die ärztliche Behandlung sichergestellt, ein Krankenhausaufenthalt jedoch vermieden werden soll. Der Anspruch der Versicherten liegt hier für gewöhnlich bei vier Wochen je Krankheitsfall und wird über die Krankenversicherung abgerechnet.

Für wen eignet sich die häusliche Pflege?

Rund drei Viertel der Menschen in Deutschland wünschen sich für das Alter eine Pflege in den eigenen vier Wänden statt einer Pflegeeinrichtung. Der Wunsch ist groß, das häusliche Umfeld nicht verlassen zu müssen. Damit dies möglich ist, bedarf es allerdings einiger Voraussetzungen hinsichtlich der Barrierefreiheit der Wohnung und der Absicherung des Pflegebedarfs durch Angehörige oder professionelle Pflegekräfte.

Je geringer dabei der Pflegeaufwand ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die vollständige Versorgung im häuslichen Umfeld möglich ist. So wird ein Großteil der Menschen mit einem anerkannten Pflegegrad von 2 und 3 zu Hause überwiegend ausschließlich durch Angehörige versorgt, während die Pflege von Menschen mit einem Pflegegrad 5 überwiegend in Pflegeeinrichtungen stattfindet.

Um Leistungen von der Pflegekasse zu erhalten, bedarf es eines anerkannten Pflegegrades. Prinzipiell kann jedoch jede pflegebedürftige Person die häusliche Unterstützung nutzen – muss für die Kosten allerdings unter Umständen selbst aufkommen.

Vorteile der häuslichen Pflege

  • Selbstbestimmtheit und Selbstständigkeit bleiben erhalten.
  • Kostenersparnis im Vergleich zur stationären Pflege.
  • Das soziale Umfeld bleibt wie gewohnt bestehen.
  • Pflegebedürftige Personen bleiben weiterhin in ihrer vertrauten Umgebung.

Aufgaben der häuslichen Pflege

Welche Aufgaben auf die Pflegekraft zukommen, ist individuell unterschiedlich. Schließlich ist der Hilfebedarf durch motorische oder kognitive Einschränkungen bei pflegebedürftigen Menschen sehr verschieden. Mögliche Aufgaben, die auf Sie oder einen Pflegedienst zukommen können, sind beispielsweise:

  • Hilfe bei der Körperpflege
  • Unterstützung beim Aufstehen und Ins-Bett-Gehen sowie beim An- und Auskleiden
  • Begleitung zum Arzt oder zu Behörden
  • Reinigung der Wohnung
  • Zubereitung der Mahlzeiten oder Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme
  • Wäsche waschen
  • Hilfe bei der Medikamenteneinnahme
  • Beantragung von Hilfsmitteln und Bescheinigungen
  • Übernahme des Schriftverkehrs und erforderlicher Zahlungen
  • Pflege sozialer Kontakte
  • Organisation von Arztterminen, Pflegedienst & Co.
  • Bewegungsangebote zur Mobilitätsförderung
  • Maßnahmen zur Prophylaxe
  • Aktivierung und Anregung zu Beschäftigungen

Um die Aufgaben ohne Probleme ausführen zu können, ist es hilfreich, sich eine Vollmacht ausstellen zu lassen. Das kann eine umfassende Generalvollmacht sein oder sich auf einzelne Bereiche wie Gesundheit, Post oder die Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht beschränken.

Die häusliche Pflege durch Angehörige

Pflegende Angehörige leisten den zahlenmäßig größten Teil bei der häuslichen Pflege. Oft setzen sich die Pflegepersonen dabei einer Mehrfachbelastung aus. Die eigene Erwerbstätigkeit, Familienleben und Pflegesituation lassen Freizeit schnell zu einem Mangel werden. Entsprechend wichtig ist hier die frühzeitige Nutzung von Entlastungsangeboten.

Das ändert sich durch einen Pflegefall zu Hause

Mit eintretender Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen ändert sich die komplette Tagesstruktur. Neben dem Zeitaufwand für die Pflege ist jede Menge Organisationstalent gefragt, um Pflegedienst, Arztbesuche oder andere Termine gegebenenfalls auch mit dem eigenen Terminkalender zu koordinieren.

Gleichzeitig steigt die Belastung. Die eigene Freizeit steht hintenan, die eigene Familie droht vernachlässigt zu werden – parallel entwickelt sich schnell ein schlechtes Gewissen, der pflegebedürftigen Person nicht gerecht zu werden.

Als problematisch bezeichnen pflegende Angehörige neben der höheren finanziellen Belastung immer wieder auch das sich verändernde Verhältnis zur gepflegten Person, das oft von Spannungen begleitet ist.

Die Pflege verlangt Angehörigen sowohl psychisch als auch physisch einiges ab. Scheuen Sie sich daher nicht, zusätzliche Hilfsangebote durch andere Angehörige oder professionelle Pflegedienste zu nutzen, um sich selbst immer wieder zu entlasten.

Wer gilt als pflegende*r Angehörige*r?

Nach dem Verständnis der Pflegeversicherung gehören neben Eltern, Geschwistern, Kindern, Enkeln, Onkeln und Tanten auch Nachbarn, Freunde und Bekannte, die sich moralisch zu der Pflegetätigkeit verpflichtet fühlen, zu den Angehörigen.

Finanzierung der Pflege durch Angehörige

Die Pflege durch Angehörige erfolgt grundsätzlich unentgeltlich. Nutzt die pflegebedürftige Person Pflegesachleistungen nicht in vollem Umfang, hat sie ab einem anerkannten Pflegegrad 2 jedoch Anspruch auf das Pflegegeld. Dieses gibt sie in der Regel als Aufwandsentschädigung direkt an die Pflegeperson weiter. Die Höhe des Pflegegeldes bemisst sich nach dem Pflegegrad:

Pflegegrad 1Pflegegrad 2Pflegegrad 3Pflegegrad 4Pflegegrad 5
0 Euro316 Euro545 Euro728 Euro901 Euro

Neben dem Pflegegeld besteht ein Anspruch auf den Entlastungsbetrag sowie einer finanziellen Beteiligung an notwendigen Hilfsmitteln.

Entlastung bei der Pflege zu Hause

Die häusliche Pflege Angehöriger geht nicht selten mit der eigenen Überlastung einher. Entsprechend wichtig ist es, dass Sie sich Auszeiten von der Pflege nehmen, um die Akkus wieder aufzuladen und so Burnout und Depressionen vermeiden. Aufgrund der Bedeutung der Pflege durch Angehörige, die auch die Pflegekasse erkannt hat, stehen neben dem Pflegegeld weitere Gelder zur Verfügung, um kurzzeitige Hilfen zu engagieren:

 PG 1PG 2PG 3PG 4PG 5
Pflegevertretung durch nahe Angehörige (Aufwendungen bis 6 Wochen im Kalenderjahr)0 €474 €817,50 €1.092 €1.351,50 €
Verhinderungspflege (Aufwendungen bis 6 Wochen im Kalenderjahr)0 €1.612 €
Kurzzeitpflege (Aufwendungen bis 8 Wochen im Kalenderjahr) 1.612 €
Teilstationäre Tages- und Nachtpflege0 €689 €1.298 €1.612 €1.995 €
Zusätzliche Leistungen (für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen)214 €

Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/322778/umfrage/soziale-pflegeversicherung-leistungen-nach-pflegestufen/

Eine Besonderheit der Verhinderungspflege ist die Option zur weiteren Aufstockung durch Geld aus der Kurzzeitpflege. Nutzen Sie diese nicht, sind 50 Prozent davon, d. h. 806 Euro zusätzlich auf die Verhinderungspflege anrechenbar. Bei der Verhinderungspflege können neben einem ambulanten Pflegedienst auch ehrenamtlich Pflegende oder andere Angehörige einspringen.

Absicherung pflegender Angehöriger

Die häusliche Pflege nimmt teilweise so viel Zeit in Anspruch, dass die Erwerbstätigkeit reduziert werden muss. Um hier keine Nachteile zu erleiden, besteht für nicht oder nur eingeschränkt erwerbstätige Pflegepersonen die Möglichkeit, Leistungen der sozialen Absicherung zu erhalten. Voraussetzung für Bezüge der Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung sind:

  • eine Pflegetätigkeit von mindestens 10 Stunden an zwei Tagen in der Woche
  • ein anerkannter Pflegegrad ab 2
  • eine eigene Erwerbstätigkeit von 30 Stunden oder darunter

Darüber hinaus ist eine berufliche Freistellung von bis zu 10 Tagen im Jahr möglich, um akute Pflegefälle zu betreuen. Auch ist eine Familienpflegezeit denkbar, in der Sie die wöchentliche Arbeitszeit reduzieren. Das ist für maximal 24 Monate möglich, wobei die Arbeitszeit weiterhin mindestens 15 Stunden wöchentlich betragen muss.

Häusliche Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst

Ein ambulanter Pflegedienst kann Sie als pflegende*n Angehörige*n entweder in einigen Bereichen gezielt entlasten oder die Pflegeaufgaben direkt komplett übernehmen. Die Häufigkeit der Dienstleistungen kann dabei von einmal wöchentlich bis mehrfach täglich variieren.

Leistungen ambulanter Pflegedienste

Professionelle Pflegedienste bieten ein breites Leistungsspektrum an, das sich nach Maßnahmen der Grundpflege und der Behandlungspflege unterscheidet. Die medizinische Behandlungspflege darf dabei ausschließlich von qualifizierten Pflegekräften durchgeführt werden.

GrundpflegeBehandlungspflege
  • körperbezogene Pflegemaßnahmen wie Waschen und Unterstützung bei der Ausscheidung
  • pflegerische Betreuung, d. h. Unterstützung bei der Mobilisation und Nahrungsaufnahme
  • Hilfe bei der Haushaltsführung, z. B. Reinigung und Einkaufen
  • Seniorenbetreuung
  • Beratung von Pflegebedürftigen und Angehörigen
  • Injektionen
  • Blutdruckmessung
  • Wundversorgung
  • etc.

Kosten ambulanter Pflegedienste

Die Kosten eines ambulanten Pflegedienstes sind in einem Katalog festgelegt, der mit den Pflegekassen vereinbart ist, d. h., die Dienste sind in ihrer Preisgestaltung nicht frei. Dennoch unterscheiden sich die sogenannten Leistungskomplexe – die Zusammenfassung einzelner Leistungen, wie beispielsweise zur kleinen oder großen Grundpflege – vor allem in den einzelnen Bundesländern hinsichtlich Kosten und Umfang.

Damit hängen die monatlichen Kosten eines Pflegedienstes vor allem davon ab, wie oft der Pflegedienst kommt und welche Leistungen erbracht werden. Achten Sie bei einem Vertragsabschluss in jedem Fall auf eine transparente Angabe der anfallenden Kosten.

Finanzierung der Leistungen ambulanter Dienste

Je nach Pflegegrad steuert die Pflegekasse monatlich einen Betrag zu den in Anspruch genommenen Leistungen von Pflegediensten bei. Wichtig ist dabei, dass der Pflegedienst einen Versorgungsvertrag mit der Pflegekasse hat. Die Höhe hängt vom anerkannten Pflegegrad ab, die Abrechnung erfolgt in der Regel direkt mit der Pflegekasse.

Pflegegrad 1Pflegegrad 2Pflegegrad 3Pflegegrad 4Pflegegrad 5
0 €689 €1.298 €1.612 €1.995 €

Nehmen Sie die Leistungen nicht bis zur Maximalsumme in Anspruch, lohnt es sich, die sogenannte Kombinationsleistung zu beantragen. Im Rahmen dieser überweist die Pflegekasse dann monatlich den prozentual nicht genutzten Teil der Sachleistung vom Pflegegeld.

Beispiel: Nehmen Sie 63 % des Maximalbetrages der Pflegesachleistungen bei Pflegegrad 3 in Anspruch (1.298 * 0,63 = 817,74 €), stehen Ihnen noch 37 % des Pflegegeldes zu (545 * 37 = 201,65 €).

24-Stunden-Pflegekraft für die häusliche Pflege

Eine weitere Möglichkeit der häuslichen Pflege ist die Einstellung einer 24-Stunden-Pflegekraft. Die vielfach auch als „polnische Pflegekräfte“ bezeichneten Pflegepersonen stammen überwiegend aus Osteuropa und ziehen für einen bestimmten Zeitraum in die Wohnung oder das Haus der pflegebedürftigen Person ein.

Für die Beauftragung einer solchen Pflegekraft sind drei verschiedene Modelle möglich:

  • Festanstellung der Pflegekraft (Sie werden hier zum Arbeitgeber)
  • Vertrag mit einer Vermittlungsagentur
  • Beauftragung einer selbstständigen Pflegekraft

Am weitesten verbreitet ist hier wohl die Inanspruchnahme einer Vermittlungsagentur. Diese wiederum steht in Kontakt mit einem polnischen Dienstleister, der die Pflegekräfte nach Deutschland entsendet. Teilweise wechseln sich hier 2–3 Pflegekräfte ab, sodass immer die gleichen Betreuungspersonen wiederkehren.

Leistungsangebot der 24-Stunden-Pflegekraft

Die Qualifikation der meisten polnischen Pflegekräfte ist nicht mit der Fachausbildung einer examinierten Pflegekraft in Deutschland vergleichbar. Entsprechend dürfen die Pflegekräfte nicht alle Leistungen durchführen, sondern bleiben auf den Bereich der Grundpflege beschränkt:

  • Hygiene
  • Ernährung
  • Arztbesuche
  • Haushalt
  • Soziales

Sind zudem medizinische Behandlungen nötig, können Sie ergänzend einen ambulanten Pflegedienst nutzen.

Kosten und Finanzierung

Eine 24-Stunden-Pflegekraft lässt sich nicht direkt über die Pflegekasse abrechnen. Bei einem vergleichsweise hohen Pflegebedarf kann die feste Einstellung jedoch dennoch die günstigere Variante im Vergleich zu einem Pflegedienst sein, bei dem jede Anfahrt extra zu Buche schlägt, während die 24-Stunden-Pflegekraft rund um die Uhr vor Ort ist und eine monatliche Pauschalvergütung erhält. Je nach Beschäftigungsmodell variieren die Kosten ab rund 2.000 Euro bis zu maximal 5.000 Euro.

Die Finanzierung ist über das Pflegegeld und den Entlastungsbetrag möglich. Daneben können Sie die Verhinderungspflege nutzen, um die Kosten zu decken.

Übersicht – Leistungen der Pflegekasse nach Pflegegrad

Die Höhe der monatlichen Leistungen der Pflegekasse für die häusliche Pflege hängt vom anerkannten Pflegegrad ab. Neben Pflegegeld und Pflegesachleistung gibt es weitere Finanzierungsangebote der Pflegekasse. Das sind – unabhängig vom Pflegegrad – ein monatlicher Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro und ein Zuschuss zu Pflegehilfsmitteln von monatlich 40 Euro.

Pflegegrad 1
  • Entlastungsbetrag von 125 €
  • Wohnraumanpassung bis zu 4.000 € je Maßnahme
  • Pflegehilfsmittel bis zu 40 € monatlich
  • Erstattung für den Hausnotruf: 10,49 € für den Anschluss; 18,36 € monatlich für den Betrieb
Pflegegrad 2

wie Pflegegrad 1 plus:

  • Pflegegeld von bis zu 316 €
  • Pflegesachleistungen oder Zuschuss zur teilstationären Pflege (Tages- und Nachtpflege) von 689 €
Pflegegrad 3

wie Pflegegrad 1 plus:

  • Pflegegeld von bis zu 545 €
  • Pflegesachleistungen oder Zuschuss zur teilstationären Pflege (Tages- und Nachtpflege) von 1.262 €
Pflegegrad 4

wie Pflegegrad 1 plus:

  • Pflegegeld von bis zu 728 €
  • Pflegesachleistungen oder Zuschuss zur teilstationären Pflege (Tages- und Nachtpflege) von 1.612 €
Pflegegrad 5

wie Pflegegrad 1 plus:

  • Pflegegeld von bis zu 901 €
  • Pflegesachleistungen oder Zuschuss zur teilstationären Pflege (Tages- und Nachtpflege) von 1.995 €

Reichen die eigenen finanziellen Mittel für die Pflege nicht aus, ist es möglich, über das Sozialamt die Hilfe zur Pflege zu beantragen. Diese übernimmt alle tatsächlich anfallenden Kosten.

Das häusliche Umfeld für die Pflege gestalten

Damit die häusliche Pflege möglichst reibungslos verläuft und die pflegebedürftige Person sich bestmöglich selbstständig bewegen kann, ist gegebenenfalls der barrierefreie Umbau der Wohnung erforderlich. Das kann beispielsweise der Umbau des Badezimmers oder der Einbau eines Treppenlifts sein. Die Pflegekasse erstattet hier bei jeder Maßnahme maximal Kosten von 4.000 Euro.

Essen auf Rädern in der häuslichen Pflege

Weder pflegende Angehörige noch ambulante Pflegedienste haben oft die Zeit, um neben den Pflegeleistungen auch noch täglich ein gesundes Essen zuzubereiten. Hier ist das sogenannte Essen auf Rädern eine wertvolle Hilfe. Die Dienstleistung, die meist von sozialen Einrichtungen, Wohlfahrtsverbänden oder Sozialstationen angeboten wird, liefert fertige Gerichte ins Haus.

Die Kosten eines Menüs liegen für gewöhnlich zwischen 4,50 und 7,50 Euro, wobei gegebenenfalls auch Zuschüsse durch das Sozialamt möglich sind.

Beratungsstellen für die häusliche Pflege

Wer erstmalig mit dem Thema Pflege in Kontakt kommt, ist schnell überfordert. Um das zu verhindern, gibt es gleich eine ganze Reihe verschiedener Anlaufstellen, die Sie kostenlos zu relevanten Themen beraten:

  • Seniorenberatungen
  • Kommunale Beratungsstellen
  • Sozialdienste
  • die Unabhängige Patientenberatung (UPD)
  • Pflegestützpunkte
  • gesetzliche bzw. private Kranken- und Pflegeversicherung
  • Hausarzt oder behandelnde Klinik
  • das Sozialamt bei finanziellen Engpässen
  • Selbsthilfegruppen
  • der Pflegeleistungsrechner des Bundes

Fazit

Der Staat ist sich der immensen Bedeutung der häuslichen Pflege bewusst und bietet daher zahlreiche finanzielle Hilfen an, die Angehörige bei der Planung und Durchführung der häuslichen Pflege entlasten. Informieren Sie sich hierzu z. B. bei einem Pflegedienst eingehend über die möglichen Unterstützungsangebote und scheuen Sie sich nicht, diese auch zu nutzen – die häusliche Pflege lässt sich so deutlich vereinfachen und beugt damit Burnout und körperlichen wie seelischen Überlastungen vor.

Weiterführende Informationen und hilfreiche Links

Dossier zur Pflege in Deutschland (kostenpflichtig): https://de.statista.com/download/MTYxMjUxMzQ4OSMjMjkwMjYzIyM2OTg4IyMxIyNwZGYjI1N0dWR5

Eine Auflistung der Unterstützung der häuslichen Pflege durch die Pflegekasse: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/pflege-zu-hause.html

Berechnung des Anspruchs auf Leistungen der Pflegekasse: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/pflegeleistungs-helfer.html

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2021-08-11T16:02:53+02:0004. März 21|Altenpflege & Wohnen im Alter|