1. Startseite
  2. /
  3. Altenpflege & Wohnen im...
  4. /
  5. Palliativpflege: Lebensqualität im Fokus

Palliativpflege: Lebensqualität im Fokus

Die Palliativpflege widmet sich schwerkranken und sterbenden Menschen. Doch welche Ziele verfolgen Palliativpfleger mit dem Versorgungskonzept und wie sieht eine Palliativpflege zu Hause aus?

Wir geben Ihnen einen Überblick über das Thema Palliativpflege und verraten Ihnen, wie Sie eine ambulante Palliativpflege unterstützt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Palliativpflege rückt Menschen mit einer unheilbaren Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung in den Mittelpunkt.
  • Das oberste Ziel der Palliativpflege ist die Erhaltung der bestmöglichen Lebensqualität.
  • Die Palliativpflege kann sowohl ambulant als auch stationär bzw. im Hospiz erfolgen.

Palliativpflege: Ziele auf einen Blick

Die Bezeichnung „palliativ“ lehnt sich an die lateinischen Wörter „pallium (zu Deutsch: Mantel) und „palliare“ (zu Deutsch: bedecken) an. Somit ist die Hauptaufgabe der Palliativpflege, Menschen, die schwer krank sind oder sich bereits im Sterbeprozess befinden, zu umhüllen und zu schützen.

Die Ziele der Palliativpflege sind wie folgt definiert:

  • Lebensqualität erhalten bzw. schaffen
  • bestmögliche Teilhabe am Leben sicherstellen
  • Schmerzen reduzieren
  • Krankheitssymptome überwachen
  • Selbstbestimmtheit der Patienten erhalten
  • Angehörige begleiten und unterstützen

Mediziner und Pflegekräfte folgen in der Palliativpflege dem Grundgedanken, das Sterben zum Leben dazugehört und ein normaler Prozess ist. Deshalb beschleunigen oder verzögern sie den Sterbeprozess nicht.

Palliativpflege stationär vs. Palliativpflege Zuhause

Die Palliativpflege hat viele Gesichter. Schließlich haben Menschen in ihrer letzten Lebensphase ganz unterschiedliche Bedürfnisse und Wünsche. Grundsätzlich kann die Palliativpflege Zuhause, zum Beispiel mit einem Palliativ-Pflegedienst, oder in einem Krankenhaus erfolgen. Das Hospiz ist gewissermaßen ein Bindeglied zwischen ambulanter und stationärer Palliativpflege.

1.     Die häusliche Palliativpflege

Viele Menschen hegen den Wunsch, ihre zu verbleibende Lebenszeit zu Hause zu verbringen. Das heimische Umfeld schafft Vertrauen und erleichtert den Abschied. Einen wichtigen Beitrag leisten dabei pflegende Angehörige. Sie umsorgen den Patienten und stehen mit Gesprächen zur Seite. Falls Sie sich um Ihren schwererkrankten Angehörigen kümmern, können Sie ambulante Pflegedienste beauftragen. Achten Sie darauf, dass diese eine Palliativversorgung für das heimische Umfeld anbieten. In diesem Fall pflegen speziell geschulte Mitarbeiter den Sterbenden. Übrigens: Die Pflegedienste arbeiten in der Regel eng mit der sogenannten spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) zusammen.

Gut zu wissen!

Mit der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) können selbst Patienten, bei denen eine sehr aufwendige Versorgung erforderlich ist, im häuslichen Umfeld verbleiben. Der behandelnde Arzt stellt für die SAPV eine entsprechende Verordnung aus – Pflegekräfte oder Ärzte kommen dann zu Ihnen nach Hause.

Wer begleitet die häusliche Palliativpflege?

Je nach Zustand des Patienten beteiligen sich verschiedene Personen an der Palliativpflege. Die ambulante Palliativpflege wird beispielsweise durch pflegende Angehörige, Pflegedienste oder Ärzte begleitet. Außerdem können Sie einen ambulanten Hospizdienst in Anspruch nehmen. Dieser berät sowohl Patienten als auch Angehörige zu palliativpflegerischen, spirituellen oder psychosozialen Themen.

Eine wertvolle Unterstützung erfahren Angehörige und Patienten im Rahmen der 24-Stunden-Betreuung. Hier umsorgen osteuropäische Betreuungspersonen den Pflegebedürftigen. Sie kümmern sich nicht nur um würdevolle letzte Momente, sondern unterstützen ganz konkret bei der Körperpflege, Nahrungsaufnahme und hauswirtschaftlichen Versorgung.

Achtung: Die polnische Pflegekraft bzw. Betreuungsperson darf keine Medikamente verabreichen. Deshalb raten wir Ihnen dazu, sich zu erkundigen, wer zusätzlich die Palliativmedizin in Ihrem Umfeld anbietet.

Wir von Pflegehelden übernehmen die Vermittlung von Pflegekräften und stehen Ihnen bei Fragen gerne zur Seite.

2.     Die stationäre Palliativpflege

Manchmal kommt eine mobile Palliativpflege nicht infrage. Entweder, weil die häuslichen Bedingungen es nicht zulassen oder weil die Symptome besonders schwerwiegend und schlecht kontrollierbar sind. In diesem Fall werden Patienten auf eine Palliativstation im Krankenhaus verlegt. Hier stehen dem Sterbenden Palliativmediziner und Palliativpflegekräfte zur Seite. Nach Möglichkeit stabilisiert das Personal den Patienten soweit, dass er danach wieder nach Hause kann.

 

Gut zu wissen!

Mittlerweile gibt es auch Konzepte für Schwerkranke und Sterbende zur Palliativpflege im Pflegeheim. Welche Maßnahmen im Rahmen der Palliativpflege ergriffen werden, hängt von den Leitgedanken der Pflegeeinrichtung und der Schulung der Mitarbeiter ab. Am besten erkundigen Sie sich direkt vor Ort, welche Angebote und Möglichkeiten für Ihren Angehörigen bestehen.

Wer begleitet die stationäre Palliativpflege?

Bei der stationären Palliativpflege erhöhen Palliativmediziner, Pflegefachkräfte, Sozialarbeiter, Seelsorger, Physiotherapeuten sowie ehrenamtliche Helfer die Lebensqualität.

3.     Die Palliativpflege im Hospiz

Hospize sind das Bindeglied zwischen der ambulanten und stationären Palliativpflege. Die Einrichtung erinnert nicht an ein Krankenhaus, sondern vielmehr an eine Herberge. In einer Wohlfühlatmosphäre werden Sterbende gepflegt und psychosozial begleitet. Ein interdisziplinäres Team, das aus Medizinern, Pflegepersonal, Psychologen, Sozialarbeitern und Physiotherapeuten besteht, kümmert sich sehr intensiv um den Pflegebedürftigen.

Palliativpflege: Kosten

Machen Sie sich Sorgen darüber, wer die Kosten für die intensive Begleitung übernimmt? Wir haben für Sie zusammengetragen, welche Leistungen, von welchen Kostenträgern übernommen werden.

Palliativpflege Zuhause und stationär: Kostenübernahme

Leistungen

Kostenübernahme

Ambulant (Zuhause oder im Pflegeheim/Altenheim)

Palliative Versorgung durch Hausärzte, Schmerztherapeuten oder Palliativmediziner

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Häusliche palliative Krankenpflege

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Vom Arzt verordnete Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV)

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Begleitung durch einen ambulanten Hospizdienst

Kostenfrei

Stationär (Palliativstation im Krankenhaus)

Palliativmedizinische Versorgung und Pflege

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Begleitung durch ambulante Hospizdienste

Kostenfrei

Hospiz

Palliativmedizinische Versorgung und Pflege

Kostenübernahme durch die Krankenkasse/Pflegeversicherung/Hospiz

FAQ – Häufige Fragen zur Palliativpflege

Die Palliativversorgung kommt dann zum Einsatz, wenn der Patient eine begrenzte Lebenserwartung hat und eine Heilung ausgeschlossen ist. Das oberste Ziel der Palliativmedizin ist, die bestmögliche Lebensqualität zu erhalten, zum Beispiel durch Linderung von Schmerzen.

Die Palliativpflege beschränkt sich nicht nur auf medizinische oder pflegerische Leistungen. Pflegebedürftige und Angehörige werden umfänglich betreut. Ambulante Hospizdienste stehen den Beteiligten beispielsweise bei spirituellen Fragestellungen zur Seite.

Die ambulante Palliativversorgung beruft sich auf die im § 37b SGB V aufgeführte Regelung. Demnach können Menschen mit einer unheilbaren, fortschreitenden oder weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung die spezialisierte Palliativversorgung in Anspruch nehmen.

Quellen

  1. Bericht Gesundheit in Deutschland 2015 (rki.de)
  2. Prütz F, Saß AC. Daten zur Palliativversorgung in Deutschland : Welche Datenquellen gibt es, und was sagen sie aus? [Data on palliative care in Germany : Which data sources are available and what do they tell?]. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2017 Jan;60(1):26-36. German. doi: 10.1007/s00103-016-2483-8. PMID: 27966014.
  3. Palliativpflege: zu Hause oder im Hospiz | springerpflege.de
  4. Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) – GKV-Spitzenverband

Teilen Sie gerne diesen Beitrag!

Unsere Dienstleistungen in der
sog. 24-Stunden-Pflege

Verwandte Artikel

Zwei Handpaare an einem Rollator

Aktivierende Pflege

Lange überwog in der Pflege das Paradigma „warm – satt – sauber“. Alltägliche Aktivitäten der pflegebedürftigen Personen wurden …

Artikel lesen
Inhaltsverzeichnis

Heldenhaft informiert bleiben!

CHECKLISTE

Pflegeheim und 
„24-Stunden-Betreuung“