Live-in-Betreuung & Co. – das steckt hinter den Begriffen

Bei der Suche nach einer „24-Stunden-Pflege“ stößt man auf ganz unterschiedliche Begriffe wie Live-in-Care, häusliche Pflege oder auch die Betreuung in häuslicher Gemeinschaft, kurz BihG. Nicht selten führt dies zu Verwirrung, denn: Wo liegen die Unterschiede in den Konzepten der Live-in-Pflege und einer „24-Stunden-Betreuung“? Und welche Pflegeleistungen sind jeweils damit verbunden?

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Begriffe der Live-in-Pflege, „24-Stunden-Pflege“ oder auch der häuslichen Pflege meinen im Prinzip das Gleiche und werden synonym gebraucht.
  • Im allgemeinen Sprachgebrauch ist mit einem der Begriffe der Einsatz einer polnischen Pflegekraft gemeint, wenngleich es hier unterschiedliche Beschäftigungsmodelle gibt.
  • Die Pflegeformen sind an bestimmte Voraussetzungen gekoppelt und haben einen festgelegten Leistungsumfang.

„24-Stunden-Pflege“ und „24-Stunden-Betreuung“

Der Begriff der „24-Stunden-Pflege“ ist etwas irreführend, denn die Pflege erfolgt faktisch nicht rund um die Uhr. Vielmehr beschreibt die Bezeichnung die permanente Anwesenheit der Pflegekraft, die in das häusliche Umfeld der pflegebedürftigen Person einzieht.

Am Weitesten verbreitet ist hier das sogenannte Entsendemodell, bei dem polnische Pflegekräfte für eine gewisse Zeit aus dem Ausland anreisen und die pflegerischen Tätigkeiten übernehmen. Daneben besteht prinzipiell die Möglichkeit, als Arbeitgeber*in aufzutreten und die Pflegekraft selbst fest anzustellen. Das Selbstständigenmodell unterliegt hingegen rechtlichen Grenzen und ist daher in Deutschland kaum verbreitet.

Neben ihrem Lohn erhält die Pflegekraft freie Kost und Logis und hat einen Anspruch auf ein eigenes Zimmer. Darüber hinaus gelten weitere Voraussetzungen, vor allem auch hinsichtlich der Arbeitszeiten. Grundsätzlich ist die Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden beschränkt, wenngleich Sonderregelungen möglich sind, die zusätzlich vergütet werden müssen.

Live-in-Care bzw. Live-in-Betreuung und Live-in-Pflege

Live-in-Care, abgewandelt auch als Live-in-Betreuung oder Live-in-Pflege bezeichnet, ist weitgehend ein Synonym für die „24-Stunden-Pflege“, das aus dem Englischsprachigen stammt und sich zunehmend auch in Deutschland verbreitet. Beide Modelle unterscheiden sich hinsichtlich ihres Leistungsumfangs nicht. Zu den wesentlichen Tätigkeiten der Live-in-Pflege gehören dabei:

  • Unterstützung im Haushalt beim Kochen, Waschen und Putzen
  • Versorgung von Haustieren
  • grundpflegerische Tätigkeiten
  • Begleitung zu Arztbesuchen und Terminen
  • Freizeitgestaltung und Gesellschaft

Einige Anbieter unterscheiden die Pflegeformen danach, ob die Pflegekraft dauerhaft im Haushalt der pflegebedürftigen Person lebt oder die Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch Pflegekräfte gewährleistet wird, die in wechselnden Schichten vor Ort sind, jedoch in einem eigenen Haushalt leben.

Häusliche Pflege und häusliche Betreuung

Weit verbreitet ist auch der Begriff der häuslichen Pflege oder häuslichen Betreuung, der den Fokus schlichtweg auf das häusliche Umfeld, jedoch nicht auf die Rund-um-die-Uhr-Betreuung legt. Damit wird er teilweise auch genutzt, wenn die Pflegetätigkeiten durch Angehörige im häuslichen Umfeld der pflegebedürftigen Person erfolgen, ohne dass permanent eine Pflegekraft anwesend ist. Im professionellen Kontext bezeichnet der Begriff der häuslichen Pflege jedoch das Gleiche wie die „24-Stunden-Pflege“ und umfasst dieselben Leistungen.

Betreuung in häuslicher Gemeinschaft (BihG)

Dieser eher formelle Begriff wird seitens der Branchenverbände VHBP und BHSB bevorzugt, die sich 2020 zusammengeschlossen haben. Damit soll die Problematik der „24-Stunden-Pflege“ umgangen werden, die sowohl hinsichtlich der zeitlichen Verfügbarkeit der Pflegekraft (rund um die Uhr) als auch hinsichtlich des Begriffs der „Pflege“ problematisch erscheint. Schließlich seien die Pflegekräfte in der Regel nicht qualifiziert, um auch Tätigkeiten der medizinischen Behandlungspflege zu erfüllen, und daher nicht mit examinierten Pflegekräften vergleichbar. Inhaltlich gibt es jedoch keinerlei Unterschiede zur Live-in-Betreuung oder der häuslichen Pflege.

Alltagsbetreuung

Der Begriff der Alltagsbetreuung ist nicht ganz zutreffend für das, was die „24-Stunden-Pflege“ leistet, da er nur einen Teil des Leistungsspektrums umfasst. Wenngleich Tätigkeiten im Haushalt, die Begleitung zu Terminen und auch die Freizeitgestaltung hierunter fallen, so unterstützen Pflegekräfte die pflegebedürftige Person unter Umständen auch bei der Grundpflege. Da die Grenzen allerdings nicht trennscharf sind, findet sich immer wieder auch dieser Begriff als Synonym für die Live-in-Betreuung.

FAQs – Live-in-Pflege

Der Begriff der Live-in-Pflege wird oft als Synonym für die „24-Stunden-Pflege genutzt. Das heißt, eine Pflegekraft zieht für einen begrenzten Zeitraum in den Haushalt der pflegebedürftigen Person ein und kann so umfassende Betreuungsleistungen erbringen. Sowohl die Voraussetzungen hinsichtlich Arbeitszeiten, Unterbringung und Kosten als auch das Leistungsspektrum unterscheiden sich dabei nicht voneinander.

Meist nutzen Anbieter entsprechender Leistungen die Begriffe der „24-Stunden-Pflege“ und Live-in-Care synonym. Allerdings gibt es gelegentlich eine Unterscheidung hinsichtlich der Wohnform der beschäftigten Pflegekraft. Im Falle der „24-Stunden-Pflege“ lebt diese stets zusammen mit der pflegebedürftigen Person in einem Haushalt, während beim Live-in-Care auch ein schichtweiser Wechsel des Pflegepersonals möglich ist, ohne dass eine Betreuungsperson dauerhaft bei der pflegebedürftigen Person lebt. Diese Differenzierung ist jedoch rein subjektiver Natur und stellt kein Unterscheidungsmerkmal hinsichtlich der erbrachten Leistungen dar.

Die Arbeitszeit der Live-in-Pflege beträgt üblicherweise maximal 40 Wochenstunden und entspricht damit dem deutschen Recht. Eine Mehrbeschäftigung ist bei darüber hinaus gehendem Betreuungsbedarf möglich, muss dann jedoch vertraglich vereinbart sein und stundenweise vergütet werden.

Die Pflegekasse trägt keine Kosten für die Live-in-Pflege. Es ist jedoch möglich, das Pflegegeld, sowie die Verhinderungspflege für die Aufwendungen dieser Pflegeform zu nutzen und die monatlichen Kosten so zu reduzieren.

Die Beschäftigung von Pflegekräften aus Osteuropa kostet monatlich ab rund 2.000 Euro. Zusätzliche Leistungen wie Nachtbereitschaften, Deutschkenntnisse oder auch Mehrarbeit kommen als weitere Kostenfaktoren hinzu. Darüber hinaus ist die kostenlose Unterbringung sowie Verpflegung der Pflegekraft eine Voraussetzung für die Beschäftigung, wobei diese Aufwendungen nicht mit dem Lohn verrechnet werden dürfen.

Die Leistungen der Live-In-Pflege sind mit jenen der „24-Stunden-Pflege“ identisch. Die Pflegekräfte unterstützen die pflegebedürftigen Personen im Haushalt und bei Besorgungen, begleiten sie zu Terminen und gestalten die Freizeit zusammen. Daneben kann die Pflegekraft bei Bedarf Tätigkeiten der Grundpflege übernehmen. Medizinische Pflegeleistungen bleiben hingegen examinierten Pflegekräften vorbehalten.

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Daniel Pochhammer - Geschäftsführer
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