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Pflegegrad 2

Nach der Einstufung in Pflegegrad 2 sind umfangreiche finanzielle Mittel verfügbar, die Sie als angehörige Pflegeperson bei der häuslichen Pflege unterstützen und maßgeblich entlasten. Die vielseitigen Leistungen lassen sich teilweise miteinander kombinieren und gegeneinander aufrechnen, wodurch Sie individuelle Leistungspakete entsprechend des individuellen Bedarfs nutzen und so die optimale Pflege sicherstellen können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Pflegekasse bietet ein breites Leistungsspektrum für Angebote ambulanter Pflegedienste sowie auch für die (teil-)stationäre Unterbringung. Neben der häuslichen Pflege werden bei der finanziellen Unterstützung zudem Wohngemeinschaften in besonderem Maße berücksichtigt.
  • Um Leistungen zu beziehen, muss ein Pflegegrad anerkannt sein. Diesen ermittelt der MDK auf Antrag bei einer Begutachtung der pflegebedürftigen Person im häuslichen Umfeld.
  • Vielseitige Angebote bieten die Möglichkeit, ein individuelles Leistungspaket zu nutzen, das die angehörige Pflegeperson bestmöglich entlastet und gleichzeitig die optimale Pflegequalität gewährleistet.

Was bedeutet Pflegegrad 2?

Als pflegebedürftig gelten laut der Definition von § 314 SGB XI „Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen“.

Der Pflegegrad 2 stellt dabei die erste Stufe dar, die durch die Pflegekasse durch zahlreiche Angebote eine umfangreiche finanzielle Unterstützung erfährt.

 

Anerkennung durch den MDK

Die Anerkennung eines Pflegegrades erfolgt über den MDK. Dieser führt im Auftrag der Pflegekasse eine Begutachtung im Wohnumfeld der pflegebedürftigen Person durch und gibt im Anschluss daran eine Empfehlung an die Pflegekasse ab, die dieser in der Regel auch folgt und den Pflegegrad bewilligt.

Um einen Termin zur Begutachtung zu erhalten, stellen Sie zunächst einen Antrag bei Ihrer Pflegekasse. Das kann sowohl telefonisch als auch in schriftlicher Form erfolgen, wobei Sie diesen nicht für einen bestimmten Pflegegrad stellen, sondern allgemein formulieren. Anschließend meldet sich ein*e Gutachter*in zur Terminvereinbarung bei Ihnen.

Die Pflegekasse hat ab Eingang des Antrags maximal 25 Arbeitstage Zeit, um einen Pflegegrad festzulegen. Bei einer Fristüberschreitung, die die Pflegekasse verschuldet, wird eine wöchentliche Pauschale von 70 Euro fällig, die sie an die antragstellende Person entrichten muss.

Sind Sie mit dem Ergebnis der Pflegegrad-Einstufung nicht einverstanden, besteht ein vierwöchiges Widerspruchsrecht.

 

Kriterien bei der Pflegebegutachtung

Der MDK bzw. MEDICPROOF (für privat Versicherte) überprüft die Voraussetzungen zur Pflegebedürftigkeit anhand von sechs Kategorien. Dieses System ist als „Neues Begutachtungsassessment“ (NBA) bekannt und beinhaltet folgende Bewertungskategorien:

  1. Mobilität
  2. kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  4. Selbstversorgung
  5. Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Belastungen
  6. Gestaltung des Alltags und sozialer Kontakt

In jedem dieser Bereiche gibt es eine unterschiedliche Anzahl von Kriterien, für die der oder die Gutachter*in Punkte zwischen 0 und 3 vergibt. Hierbei steht 0 für Selbstständigkeit und 3 für Unselbstständigkeit, d. h., die Notwendigkeit einer weitgehenden Übernahme von Tätigkeiten durch eine andere Person.

Anschließend erfolgt eine Gewichtung der Punkte in den Kategorien zueinander, sodass sich abschließend eine Gesamtpunktzahl ergibt. So ist die Mobilität mit 10 Prozent z. B. eher weniger relevant, die Selbstversorgung mit 40 Prozent hingegen von großer Bedeutung. Von den Kategorien 2 und 3 fließt nur der höhere Wert in die Gesamtpunktzahl ein.

Diese entscheidet dann über die Einstufung in den Pflegegrad:

12,5–26,9 Punktegeringe Beeinträchtigung der SelbstständigkeitPflegegrad 1
27–47,4 Punkteerhebliche Beeinträchtigung der SelbstständigkeitPflegegrad 2
47,5–69,9 Punkteschwere Beeinträchtigung der SelbstständigkeitPflegegrad 3
70–89,9 Punkteschwerste Beeinträchtigung der SelbstständigkeitPflegegrad 4
90–100 Punkteschwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische VersorgungPflegegrad 5


Ermitteln Gutachter*innen also bei der Beeinträchtigung 27 bis 47,4 Punkte, steht dem Pflegebedürftigen eine Einstufung in Pflegegrad 2 und die damit verbundenen Leistungen zu.

Die beiden Bereiche der außerhäuslichen Aktivitäten sowie der Haushaltsführung werden zwar ebenfalls begutachtet, spielen bei der Berechnung des Pflegegrades allerdings keine Rolle.

Leistungen bei Pflegegrad 2

Anders als bei einem anerkannten Pflegegrad 1 stehen Ihnen oder Ihren Angehörigen vielseitige Unterstützungs- und Pflegeangebote zu. Diese tragen nicht nur zu einer finanziellen Entlastung bei, sondern dienen auch dazu, dass sich pflegende Angehörige Auszeiten gönnen können. Anspruch auf die Leistungen aus der Pflegeversicherung hat jede*r, der oder die für einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten pflegebedürftig ist.

 

Die Geldleistungen im Pflegegrad 2 im Überblick

Pflegegeld316 € je Monat
Pflegesachleistungen689 € je Monat
Tages- und Nachtpflege689 € je Monat
Betreuungs- und Entlastungsbetrag125 € je Monat
Verhinderungspflege1.612 € je Jahr
Kurzzeitpflege1.612 € je Jahr
vollstationäre Pflege770 € je Monat
Hausnotruf23 € je Monat zzgl. Einmalpauschale für die Einrichtung
Anpassung des Wohnraums4.000 € je Gesamtmaßnahme
Zuschuss zu Pflegehilfsmitteln40 € je Monat
Wohngruppenzuschuss214 € je Monat
Anschubfinanzierung zur Gründung ambulanter Wohngruppenbis 2.500 € je Person bis zu maximal 10.000 € je Wohngruppe, ggf. weiterer einmaliger Zuschuss für die Wohnraumanpassung

 

Pflegegeld (§ 37 SGB XI)

Das Pflegegeld stellt genaugenommen eine Aufwandsentschädigung für pflegende Angehörige dar. Die Pflegekasse überweist den Betrag direkt an die pflegebedürftige Person, die darüber frei verfügen kann, diesen jedoch in der Regel an seine pflegenden Angehörigen weitergibt. Nehmen Sie Pflegesachleistungen in Anspruch, reduziert sich die monatliche Summe des Pflegegeldes prozentual anteilig.

 

Pflegesachleistungen (§ 36 SGB XI)

Anders als das Pflegegeld richten sich Pflegesachleistungen an professionelle Pflegekräfte. Nehmen Sie beispielsweise einen ambulanten Pflegedienst für die Körperpflege oder die pflegerische Betreuung für sich in Anspruch, steht Ihnen ein monatlicher Betrag hierfür zu. Die Abrechnung der Sachleistungen erfolgt in der Regel direkt zwischen dem Pflegedienst und der Pflegekasse.

Umwandlungsanspruch bei nicht ausgeschöpften Sachleistungen nutzen

Der Umwandlungsanspruch ist von Bedeutung, wenn Sie die monatliche Maximalsumme für Pflegesachleistungen nicht genutzt haben. Dann ist eine Umwandlung in einen Kostenerstattungsanspruch für nach Landesrecht anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag möglich.

Zur Geltendmachung reichen Sie einfach entsprechende Belege bei der Pflegekasse ein. Der höchstmögliche Umwandlungsanspruch liegt bei 40 Prozent der Pflegesachleistungen.

Bei der Berechnung des Pflegegeldes wird dieser Kostenerstattungsanspruch behandelt, als hätten Sie für diesen Betrag Sachleistungen genutzt, sodass auch der Bezug von Kombinationsleistungen möglich ist.

Kombinationsleistung aus Pflegegeld und Pflegesachleistung

Nicht immer haben Angehörige ausreichend Kapazitäten für die Pflege Angehöriger zur Verfügung. Zur optimalen Abstimmung des Pflegebedarfs ist daher auch eine Kombination aus Pflegegeld und Sachleistungen möglich. In diesem Fall reduziert sich das Pflegegeld anteilig zu den genutzten Sachleistungen.

Nutzen Sie z. B. Pflegesachleistungen in Höhe von 512 Euro, entspricht das einem Anteil von 74 Prozent der möglichen Gesamtsumme von 689 Euro. Es bleiben damit 26 Prozent, die Ihnen noch an Pflegegeld zustehen – was 82,16 Euro von den möglichen 316 Euro entspricht.

 

Entlastungsbetrag (§ 45b SGB XI)

Der Entlastungsbetrag steht allen Pflegebedürftigen unabhängig von ihrem Pflegegrad zu. Dieser ist zweckgebunden und kann beispielsweise für eine Unterstützung in der Haushaltsführung genutzt werden. Daneben ist eine Finanzierung der Aufwendungen für Tages- oder Nachtpflege, Kurzzeitpflege, aber auch der Leistungen der Pflegedienste nach § 36 SGB XI über den Entlastungsbetrag möglich.

Der Entlastungsbetrag kann über den jeweiligen Monat hinaus genutzt werden, da sich der Restbetrag vorangegangener Monate bis zur Mitte des nächsten Jahres auf die Folgemonate überträgt.

Theoretisch können Sie damit im Juni eines Jahres den Entlastungsbetrag für die vergangenen 18 Monate, d. h. 2.250 Euro, auf einen Schlag geltend machen, wenn Sie entsprechende Aufwendungen nachweisen können.

 

Kurzzeitpflege (§ 42 SGB XI)

Kurzzeitpflege fällt beispielsweise nach einem Krankenhausaufenthalt oder immer dann an, wenn die häusliche Pflege gerade nicht möglich ist.

Die Kurzzeitpflege ist an bis zu 56 Tagen im Jahr abrechnungsfähig. Der Maximalbetrag von 1.612 Euro lässt sich durch eine Anrechnung von bis zu 100 Prozent aus der Verhinderungspflege noch verdoppeln. Gleichzeitig hat die Inanspruchnahme der Kurzzeitpflege Auswirkungen auf das Pflegegeld, das in dieser Zeit um die Hälfte gekürzt wird.

 

Ersatz- und Verhinderungspflege (§ 39 SGB XI)

Die Ersatz- und Verhinderungspflege eignet sich für den Fall, wenn pflegende Angehörige zeitweise verhindert sind. Ihnen stehen bei Pflegegrad 2 hier maximal 1.612 Euro jährlich zur Verfügung, wobei die Abrechnungsdauer auf 42 Tage begrenzt ist. Weitere 806 Euro (50 Prozent) sind aus der Kurzzeitpflege anrechenbar, wird diese nicht genutzt. Wie auch bei der Kurzzeitpflege gilt: Betroffene erhalten für den Zeitraum der Inanspruchnahme der Verhinderungspflege lediglich 50 Prozent des Pflegegeldes.

Die maximale Summe gilt hier allerdings nur für den Fall, dass professionelle Pflegedienste die Leistungen durchführen. Nahe Verwandte erhalten hingegen höchstens das 1,5-Fache des Pflegegeldes, d. h. 474 Euro.

 

Tages- und Nachtpflege (§ 41 SGB XI)

Die Tages- und Nachtpflege ist eine ergänzende Versorgungsleistung, die Sie auch zusätzlich zur häuslichen Pflege nutzen können. Oft ist dieses Angebot bei Menschen mit einer Demenzerkrankung sinnvoll. Neben den Pflegeleistungen trägt die Pflegekasse hier auch die Transportkosten zur Pflegeeinrichtung. Kosten für die Unterbringung und Verpflegung hingegen entfallen auf die pflegebedürftige Person, wobei der Entlastungsbetrag zur Finanzierung genutzt werden kann.

 

Pflegeleistungen bei vollstationärem Aufenthalt

Bei einer vollstationären Unterbringung pflegebedürftiger Personen greifen weder das Pflegegeld noch die Sachleistungen. In diesem Fall kommt die Pflegekasse für die Pflegekosten in der Einrichtung auf. Daneben fallen jedoch weitere Kosten für Unterbringung und Verpflegung sowie weitere Pauschalen an, die von der pflegebedürftigen Person aus eigener Tasche erbracht werden müssen.

Seit 2017 ist der Eigenanteil einrichtungseinheitlich, d. h. unabhängig vom Pflegegrad für alle Personen gleich hoch. Unterschiede gibt es hier jedoch zwischen verschiedenen Einrichtungen.

 

Zuschuss zu Pflegehilfsmitteln (§ 40 Abs. 1–3, 5 SGB XI)

Dieser Zuschuss ist auf Verbrauchsmaterialien beschränkt, die bei der Pflege anfallen. Die Abrechnung erfolgt dann entweder direkt mit der Krankenkasse über das Einreichen der Belege oder Sie schließen einen Versorgungsvertrag mit einer Apotheke oder einem Sanitätshaus ab, sodass die Abrechnung direkt mit der Pflegekasse vorgenommen werden kann. Für technisch notwendige Hilfsmittel gibt es hingegen keine Obergrenze, sondern je ärztlich verordnetem Hilfsmittel fällt eine Zuzahlung an. Diese liegt bei zehn Prozent der Kosten oder maximal 225 Euro.

 

Maßnahmen zur Wohnraumanpassung (§ 40 Abs. 4 SGB XI)

Bei Vorliegen einer Pflegebedürftigkeit ist möglicherweise der Umbau des Wohnraums erforderlich, damit sich die pflegebedürftige Person weiterhin möglichst eigenständig in den eigenen vier Wänden bewegen kann. Um dies zu gewährleisten und einen Umzug in eine Pflegeeinrichtung möglichst lange hinauszuzögern, leistet die Pflegekasse hier finanzielle Unterstützung. Wohnen mehrere Personen in einer Wohngemeinschaft zusammen, trägt die Pflegekasse bis zu 16.000 Euro der Kosten je Haushalt.

 

Wohngruppenzuschlag (§ 38a SGB XI)

Pflege-WGs bieten eine gute Möglichkeit der gegenseitigen Unterstützung und einen Schutz vor sozialer Isolation – ohne dabei an Eigenständigkeit einzubüßen. Für Menschen, die in ambulant betreuten Wohngruppen leben, stellt die Pflegekasse neben den sonstigen Leistungen der häuslichen Pflege einen Wohngruppenzuschlag in Aussicht. Dieser ist an einige Bedingungen geknüpft:

  • mindestens 3 pflegebedürftige Personen im Haushalt,
  • Ziel ist die gemeinschaftlich organisierte pflegerische Versorgung,
  • Beauftragung einer Person, die allgemeine organisatorische, verwaltende, betreuende oder das Gemeinschaftsleben fördernde Tätigkeiten verrichtet oder z. B. auch die Haushaltsführung unterstützt,
  • besteht keine Versorgungsform, die in ihrem Leistungsumfang einer vollstationären Pflege entspricht.

 

Installation eines Hausnotrufes

Ein Hausnotruf bietet Pflegebedürftigen auch dann zusätzliche Sicherheit, wenn gerade keine Pflegeperson in der Nähe ist. Bei einem Sturz macht sich die betroffene Person über einen Notschalter bemerkbar, sodass ein Pflegedienst zu Hilfe eilen kann. Die Pflegekasse unterstützt sowohl die Einrichtung des Systems mit einer einmaligen Pauschale als auch die monatlichen Kosten mit 23 Euro jeden Monat.

 

Verpflichtende Beratung für pflegende Angehörige

Personen, die mit der Pflege Angehöriger betraut sind (d. h., ausschließlich das Pflegegeld bezogen wird), müssen nach § 37 Abs. 3 SGB XI einmal je Halbjahr einen Beratungseinsatz in Anspruch nehmen, sofern nicht zusätzlich ein Pflegedienst ins Haus kommt. Dieses Angebot ist kostenlos und soll die Qualität der Pflege sicherstellen. Kommt regelmäßig ein Pflegedienst für Pflegetätigkeiten vorbei, ist die Beratung freiwillig.

Pflegegrad 1 richtet sich an Menschen, die nur geringe Einschränkungen bei der Lebensführung erfahren. So können beispielsweise Erkrankungen der Wirbelsäule oder der Gelenke zu motorischen Einschränkungen führen, durch die ein Hilfebedarf gegeben ist.

Ein Punktesystem ermittelt die noch vorhandene Selbstständigkeit, aus der sich die Einstufung ergibt. Nachfolgende Beispiele zeigen mögliche Fälle eines Pflegegrades 1 auf. Anhand dieser zeigt sich, dass kognitive Einschränkungen und Verhaltensweisen im Zweifel vergleichsweise geringe Berücksichtigung finden, während Einschränkungen in Aspekten der Selbstversorgung schnell zu den erforderlichen Pflegegrad-Punkten führen.

Pflegezeit für Angehörige

Der Gesetzgeber hat die große Bedeutung pflegender Angehöriger erkannt und zahlreiche Regelungen zu deren Entlastung auf den Weg gebracht. Hierzu zählt auch die finanzielle Unterstützung pflegender Angehöriger, wenn diese berufliche Einschränkungen zugunsten der Pflegetätigkeiten hinnehmen müssen.

Für eine Dauer von bis zu 10 Arbeitstagen im Jahr erhalten Sie einen vollen Ausgleich für entgangenes Arbeitsentgelt. Dieses sogenannte Pflegeunterstützungsgeld ist vor allem für eine unerwartet auftretende Pflegesituation von Bedeutung. So können Sie die Pflege organisieren und langfristig regeln. Leistet der Arbeitgeber hier keine Lohnfortzahlung, erstattet die Pflegekasse das Geld auf Antrag unter Vorlage der ärztlichen Bescheinigung.

Darüber hinaus ergeben sich bei der regelmäßigen Pflege von Angehörigen im Umfang von mindestens 10 Stunden an zwei Tagen je Woche Ansprüche auf Leistungen der sozialen Sicherung. Bei einer verringerten Arbeitszeit von maximal 30 Wochenstunden entsteht ein Anspruch auf Rentenversicherungsbeiträge. Gegebenenfalls bezuschusst die Pflegekasse Kranken- und Pflegeversicherung, leistet Beiträge zur Arbeitslosenversicherung und stellt die gesetzliche Unfallversicherung während der Pflege sicher.

 Zahlung von Rentenversicherungsbeiträgen für Pflegepersonen je nach bezogener Leistungsart bis zu € monatlich (Ostdeutschland)Zahlung von Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung für Pflegepersonen € monatlich (Ostdeutschland)Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung für Pflegepersonen bei Pflegezeit bis zu € monatlich Krankenversicherung/ Pflegeversicherung
Pflegegrad 2159,95 (151,16)38,22 (36,12)166,68/32,38

Pflegekosten steuerlich absetzen

Kosten, die nicht durch die Pflegekasse getragen werden, können Sie in vielen Fällen als außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EstG sowie als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen. Für Pflegepersonen gilt hier ein Pflege-Pauschbetrag von 600 Euro (seit 2021) oder eine Anrechnung der tatsächlich entstandenen Kosten, Pflegebedürftige hingegen können den Behinderten-Pauschbetrag geltend machen. Vor allem bei einer vorübergehenden Unterbringung in einem Heim können schnell Summen anfallen, bei denen sich das auch lohnt.

Weiterführende Informationen und hilfreiche Links

Eine Broschüre des Bundesgesundheitsministeriums mit allen Leistungen zum Nachschlagen: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Pflege/Broschueren/PSG_Alle_Leistungen.pdf

Weitere Informationen in einem Spezialbericht der Stiftung Warentest: https://www.test.de/gesetzliche-pflegeversicherung-5175894-0/

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2021-08-11T16:00:51+02:0008. April 21|Pflegegesetz & Pflegerecht|