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Pflegegrad 4

Liegt eine „schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ vor, stuft die Pflegekasse eine Person in den Pflegegrad 4 ein. Diese Einstufung, die der MDK bzw. MEDICPROOF im Auftrag der Pflegekasse vornimmt, wirkt sich auf die Höhe der Leistungen aus der Pflegekasse aus. Da die Leistungsbeträge auch maßgeblich zur Entlastung pflegender Angehöriger beitragen, ist eine korrekte Bewertung der Selbstständigkeit einer pflegebedürftigen Person durch den Medizinischen Dienst von großer Bedeutung für alle Beteiligten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Pflegegrad 4 liegt eine „schwerste Beeinträchtigung“ der Selbstständigkeit einer Person vor. Damit einher geht, dass Pflegepersonen zahlreiche Tätigkeiten unterstützen oder gar stellvertretend ausführen.
  • Um pflegende Angehörige so gut wie möglich zu entlasten, bietet die Pflegekasse ein vielseitiges Leistungsangebot, deren Einzelleistungen sich teilweise kombinieren lassen.
  • Um grundsätzlich einen Anspruch auf Leistungen aus der Pflegekasse zu haben, ist zunächst die Antragstellung auf die Einstufung in einen Pflegegrad wichtig.

Was bedeutet Pflegegrad 4?

Als pflegebedürftig nach § 14 SGB XI gelten Personen,

die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Es muss sich um Personen handeln, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig kompensieren oder bewältigen können. Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, und mit mindestens der in § 15 festgelegten Schwere bestehen.

Gemäß § 15 SGB XI liegen bei einem Pflegegrad 4 „schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit“ vor. Die Einstufung in den Pflegegrad erfolgt durch eine Begutachtung des MDK (bzw. MEDICPROOF bei Privatversicherten) mittels Beurteilungskriterien aus sechs Kategorien, die unterschiedlich gewichtet sind. Von möglichen 100 Punkten sind zur Einordnung in die verschiedenen Pflegegrade bestimmte Punktwerte zu konstatieren.

Anerkennung des Pflegegrades durch den MDK

Bevor Sie oder ein*e Angehörige*r Anspruch auf Leistungen der Pflegekasse haben, bedarf es eines Antrags bei der Pflegekasse zur Einstufung in einen Pflegegrad. Diese beauftragt den MDK (bzw. MEDICPROOF) mit der Begutachtung der pflegebedürftigen Person, der eine Einschätzung anhand eines vorgegebenen Kategoriensystems vornimmt und anschließend eine Empfehlung ausspricht.

 

Pflegegrad beantragen – so geht’s

Das Beantragen eines Pflegegrades ist denkbar einfach und erfolgt unabhängig davon, ob Sie die pflegebedürftige Person selbst pflegen werden, ein ambulanter Pflegedienst tätig wird oder der Aufenthalt im Heim geplant ist.

Der Antrag erfolgt allgemein ohne die Nennung eines konkreten Pflegegrades. Dazu kontaktieren Sie die Pflegekasse telefonisch oder schriftlich. Diese beauftragt den MDK, der für die Terminvereinbarung mit Ihnen in Kontakt tritt.

Nach dem Termin erhalten Sie innerhalb von 25 Tagen ab Eingang der Antragstellung einen Bescheid über die Einstufung in den Pflegegrad. Sind Sie mit diesem nicht einverstanden, besteht ein vierwöchiges Recht auf Widerspruch.

Auch, wenn es eine Veränderung in der Pflegebedürftigkeit gibt, kontaktieren Sie die Pflegekasse. Diese beauftragt den MDK daraufhin, eine neue Begutachtung vorzunehmen.

 

Punktesystem bei der Begutachtung

Um eine nachvollziehbare und möglichst objektive Bewertung vorzunehmen, folgen die Gutachter*innen einem Punktesystem. Maximal möglich sind 100 Punkte, Pflegegrad 4 liegt bei einer Punktzahl zwischen 70 und 89 Punkten vor.

Bewertet werden hier in sechs Kategorien, die in § 14 SGB XI detailliert aufgeführt sind, jeweils verschiedene Kriterien zwischen 0 Punkten für die Fähigkeit, Tätigkeiten selbst zu verrichten, und 4 Punkten, was einer (fast) vollständigen Übernahme der Tätigkeit durch eine Pflegeperson gleichkommt.

Die Punkte der einzelnen Kategorien werden summiert und anhand eines Schlüssels unterschiedlich gewichtet, wobei von den Kategorien 2 und 3 nur die mit der höheren Punktzahl in die Gesamtsumme einfließt.

 

Die Kategorien und ihre Gewichtung

1MobilitätWie selbstständig kann sich der Mensch fortbewegen und seine Körperhaltung ändern?10 %
2Kognitive und kommunikative FähigkeitenWie findet sich der Mensch mit Hilfe anderer örtlich und zeitlich zurecht? Kann er für sich selbst Entscheidungen treffen oder Gespräche führen?7,5 %
3Verhaltensweisen und psychische ProblemlagenWie häufig benötigt der Mensch Hilfe aufgrund von psychischen Problemen (etwa aggressives oder ängstliches Verhalten)?7,5 %
4SelbstversorgungWie selbstständig kann sich der Mensch im Alltag versorgen bei der Körperpflege, beim Essen und Trinken?40 %
5Bewältigung und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und BelastungenWie aufwendig ist die Unterstützung beim Umgang mit der Krankheit und der Behandlungen, z. B. bei der Medikamentengabe oder beim Verbandswechsel?20 %
6Gestaltung des Alltagslebens und soziale KontakteWie selbstständig kann der Mensch noch den Tagesablauf planen, sich beschäftigen oder Kontakte pflegen?15 %

 

Vorbereitung auf den Termin mit dem MDK

Da von der Einstufung in den Pflegegrad die Höhe der Leistungen abhängt, die durch die Pflegekasse getragen werden, ist es sinnvoll, sich im Vorfeld gut auf den Termin mit dem oder der Gutachter*in vorzubereiten und den Alltag möglichst detailgetreu wiederzugeben.

Wenngleich seit der Pflegereform im Jahr 2017 der zeitliche Aufwand für einzelne Pflegetätigkeiten nicht mehr entscheidend ist, so ist es hilfreich, alle Tätigkeiten in einem Pflegetagebuch festzuhalten. Maßgeblich ist dabei stets, der Person keine Aufgaben abzunehmen, sondern die nötige Geduld mitzubringen, sie alle Tätigkeiten, die sie noch eigenständig erledigen kann, selbst ausführen zu lassen.

Wichtig ist, dass bei dem Begutachtungstermin weitere Personen zugegen sind. Das können Angehörige oder andere pflegende Personen sein, die den Pflegealltag beschreiben können. Pflegebedürftige neigen dazu, Situationen zu beschönigen, was sich letztlich negativ auf die Einstufung auswirken kann.

Zudem legen Sie am besten alle ärztlichen Gutachten und Diagnosen bereit, die Aufschluss über den medizinischen Zustand der Person geben.

Scheuen Sie sich während des Termins nicht, besondere Problemsituationen zu demonstrieren. Bereitet etwa das Ankleiden große Schwierigkeiten, darf der oder die Gutachter*in durchaus dabei anwesend sein.

Die Leistungen im Pflegegrad 4

Die Leistungen der Pflegekasse für die Pflegegrade 2 bis 5 sind grundsätzlich die gleichen. Allerdings variiert die Höhe der Beträge deutlich. Für den Pflegegrad 4 gelten derzeit die folgenden Leistungen, die Sie teilweise miteinander kombinieren können. Umgekehrt heben sich wiederum andere gegenseitig auf.

 

Pflegegeld bei Pflegegrad 4

Pflegebedürftige, die durch Angehörige im häuslichen Umfeld gepflegt werden, haben im Pflegegrad 4 Anspruch auf 728 Euro monatlich. Die Summe geht der pflegebedürftigen Person zu, die frei über sie verfügen kann. In der Regel wird sie als Aufwandsentschädigung an pflegende Angehörige weitergegeben.

Bei der zusätzlichen Inanspruchnahme eines professionellen Pflegedienstes verringert sich das Pflegegeld prozentual. Auch gibt es gegebenenfalls Kürzungen während einer Ersatz- oder Kurzzeitpflege.

 

Pflegesachleistungen im Pflegegrad 4

Übernimmt ein professioneller ambulanter Pflegedienst die häusliche Pflege ganz oder teilweise, lassen sich Leistungen von monatlich maximal 1.612 Euro über die Pflegekasse abrechnen.

 

Kombinationsleistungen nutzen

Wird die Summe der Pflegesachleistungen nicht vollständig ausgeschöpft, kann sie prozentual auf das Pflegegeld übertragen werden. Stellt der Pflegedienst beispielsweise monatlich 980 Euro für seine Leistungen in Rechnung, entspricht das 60,8 Prozent von maximal 1.612 Euro. Damit haben Sie noch einen Anspruch von 39,2 Prozent des Pflegegeldes, d. h. 285, 38 Euro.

Um Angehörige zu entlasten, ist es zudem möglich, maximal 40 Prozent der monatlichen Pflegesachleistung umzuwandeln und für Betreuungsleistungen zu nutzen.

 

Entlastungsbetrag – unabhängig vom Pflegegrad

Unabhängig von der Höhe des Pflegegrades stehen allen pflegebedürftigen Personen monatlich 125 Euro für Betreuungsleistungen und Haushaltshilfen zu, wenn entsprechende Aufwendungen nachgewiesen werden können. Denkbare Verwendungszwecke des Entlastungsbetrages sind

  • die Teilnahme an Betreuungsangeboten, die der geistigen oder körperlichen Aktivierung dienen
  • Leistungen der Tages- und Nachpflege oder Kurzzeitpflege, die dem Eigenanteil unterliegen
  • Haushalts- und Einkaufshilfen

Dabei brauchen Sie das Geld nicht monatlich abzurufen, sondern können die einzelnen Beträge auch als Gesamtsumme rückwirkend nutzen – etwa für den Eigenanteil bei der Verhinderungspflege. Möglich ist dies bis zum Ende des ersten Kalenderhalbjahres für das vergangene letzte Jahr.

 

Kurzzeitpflege für den Pflegegrad 4

Die Kurzzeitpflege ist vor allen von Bedeutung, wenn eine pflegebedürftige Person mit einem Pflegegrad 4 z. B. nach einem Krankenhausaufenthalt für eine kurze Zeit zusätzlicher Pflege bedarf. Für maximal 28 Tage je Kalenderjahr stehen Ihnen hier bis zu 1.612 Euro zu.

Dieser maximale Betrag lässt sich auf 3.224 Euro und bis zu acht Wochen verdoppeln, wenn Sie während eines Jahres keine Verhinderungspflege nutzen. Umgekehrt ist eine Übertragung von 50 Prozent der Kurzzeitpflege auf die Verhinderungspflege möglich.

Während der Kurzzeitpflege verringert sich der Anspruch auf das Pflegegeld um die Hälfte, d. h. 364 Euro im Monat.

 

Ersatz- und Verhinderungspflege bei temporärer Abwesenheit

Mit der Gesetzgebung verfolgt der Staat das Ziel, pflegende Angehörige optimal zu entlasten und auch im Falle von temporären Auszeiten die bestmögliche Pflegequalität zu gewährleisten. Dies gilt in besonderem Maße für die Verhinderungspflege, durch die professionelle Pflegekräfte finanziert werden, wenn Sie als Pflegeperson krank oder im Urlaub sind. Maximal erstattet die Pflegekasse hier 1.612 Euro für vier Wochen im Jahr.

Aufstocken lässt sich die Summe, wenn Sie keine Kurzzeitpflege beantragt haben. In diesem Fall erhöht sich die Leistung der Verhinderungspflege auf 2.418 Euro an maximal 42 Kalendertagen im Jahr.

Übernehmen andere Angehörige die Pflege in der Zeit Ihrer Abwesenheit, stehen diesen nur das 1,5-Fache des eigentlichen Pflegegeldes zu.

Wie auch bei der Kurzzeitpflege reduziert sich das Pflegegeld in dieser Zeit auf die Hälfte.

 

Tages- und Nachtpflege

Leistungen der Tages- und Nachtpflege fallen nicht unter die Pflegesachleistungen, sodass Ihnen hier monatlich weitere 1.612 Euro zur Verfügung stehen.

Die Pflegekasse trägt allerdings nur die Pflegekosten sowie anfallende Fahrtkosten für das Abholen und Zurückbringen der pflegebedürftigen Person. Kosten für die Verpflegung hingegen unterliegen dem Eigenanteil der Versicherten, können allerdings z. B. über den Entlastungsbetrag finanziert werden.

 

Leistungen bei Pflegegrad 4 in der vollstationären Pflege

Aufgrund der starken Einschränkungen im Pflegegrad 4 können oder wollen Angehörige die Pflege eventuell nicht mehr leisten – der Umzug ins Pflegeheim ist dann die Alternative. In diesem Fall erhalten Versicherte monatlich 1.775 Euro von der Pflegekasse.

Diese Leistungen decken jedoch ausschließlich den Anteil der Pflegekosten. Für die Unterbringung, Verpflegung und den sogenannten Investitionskostenanteil muss die versicherte Person hingegen selbst aufkommen. Hier entstehen weitere Kosten ab 1.500 Euro monatlich. Darüber hinaus wird ein einrichtungseinheitlicher Eigenanteil fällig, der in jeder Einrichtung für alle Bewohner*innen unabhängig von ihrem Pflegegrad in gleicher Höhe anfällt, jedoch von Einrichtung zu Einrichtung variiert. Im bundesdeutschen Durchschnitt liegt dieser bei derzeit rund 580 Euro.

 

Zuschuss für Wohnraumanpassung

Das Ziel von Pflegeleistungen ist im Wesentlichen, einer pflegebedürftigen Person den Verbleib im häuslichen Umfeld so lange wie möglich zu ermöglichen. Mit steigendem Pflegegrad bleiben dabei Umbauten des Wohnraums zugunsten der Barrierefreiheit oft nicht aus. Das kann der Einbau eines Treppenliftes, eine ebenerdig zugängliche Dusche oder auch das Anbringen von Haltegriffen sein.

Die Pflegekasse trägt die Kosten von maximal 4.000 Euro je Gesamtmaßnahme. Das bedeutet, dass eventuell eine erneute Antragstellung möglich ist, wenn sich die Situation weiter verschlechtert.

Leben mehrere Menschen gemeinsam in einer WG zusammen, trägt die Pflegekasse bei vier und mehr Personen die Kosten von bis zu 16.000 Euro je Gesamtmaßnahme.

 

Pflege gemeinsam organisieren – Wohngruppenzuschlag

Wohngruppen bieten nicht nur den Vorteil sozialer Kontakte, sondern auch die Möglichkeit der gegenseitigen Unterstützung und der gemeinsamen Organisation einer Haushaltshilfe. Um diese zu beauftragen, erhalten Mitglieder*innen von Wohngruppen einen monatlichen Zuschlag von 214 Euro.

Ferner besteht bei der Neugründung von Wohngemeinschaften ein Anspruch auf einen einmaligen Gründungszuschuss von 2.500 Euro für maximal vier Bewohner*innen mit einem anerkannten Pflegegrad.

 

Zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel – Zuschuss

Die Sozialversicherung unterscheidet zwischen medizinisch notwendigen Hilfsmitteln und zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln. Erstere werden durch einen Arzt oder eine Ärztin verordnet und entsprechend über die Krankenkasse unter Abzug eines Eigenanteils der versicherten Person abgerechnet.

Als Pflegehilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind, gelten hingegen beispielsweise Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel oder Inkontinenzeinlagen für das Bett. Hier erstattet die Pflegekasse monatlich bis zu 40 Euro – entweder auf Nachweis durch das Einreichen eines Belegs oder durch die direkte Abrechnung mit einer Apotheke, wenn Sie einen Versorgungsvertrag mit dieser abgeschlossen haben.

 

Hausnotruf

Pflegepersonen sind nicht rund um die Uhr anwesend. Dadurch besteht die Gefahr, dass eine pflegebedürftige Person einen Unfall hat, sich nicht mitteilen kann und der Situation damit hilflos ausgeliefert ist, bis eine Pflegeperson vor Ort ist. Um dies zu verhindern und auch in akuten Notlagen einen Notruf zu ermöglichen, empfiehlt sich die Installation eines Hausnotrufes, der bei Bedarf abgesetzt werden kann und Hilfe herbeiruft. Den monatlichen Betrieb eines solchen Notrufsystems unterstützt die Pflegekasse mit bis zu 23 Euro im Monat sowie einer anteiligen Übernahme der Einrichtungsgebühr.

 

Kostenlose Pflegekurse für Angehörige

Gemäß § 45 SGB XI haben pflegende Angehörige seit dem Jahr 2017 Anspruch auf kostenlose Pflegekurse. Diese finden durch fachkundige Personen im häuslichen Umfeld statt und richten sich komplett nach dem individuellen Bedarf.

Darüber hinaus sind zweimal jährlich Pflegeberatungen verbindlich vorgeschrieben, wenn die Pflege ausschließlich durch Angehörige erfolgt. Diese dienen dazu, die Qualität der Pflege sicherzustellen und bieten die Möglichkeit, gezielte Fragen zu auftretenden Problemen zu stellen. Kommt regelmäßig ein Pflegedienst ins Haus, unterliegen die Beratungen der Freiwilligkeit.

 

Die Leistungen im Pflegegrad 4 im Überblick

Art der LeistungHöhe der LeistungHäufigkeit
Pflegegeld728 €monatlich
Pflegesachleistungen1.612 €monatlich
Kurzzeitpflege1.612 €monatlich
Ersatz- und Verhinderungspflege1.612 €monatlich
Entlastungsbetrag125 €monatlich
Tages- und Nachtpflege1.612 €monatlich
vollstationäre Pflege1.775 €monatlich
Hausnotruf23 €monatlich
Wohnraumanpassung4.000 €Gesamtmaßnahme
Pflegehilfsmittel40 €monatlich
Wohngruppenzuschuss214 €monatlich

Weitere Entlastungen für pflegende Angehörige

Während der pflegebedürftigen Person ein Behinderten-Pauschalbetrag zusteht, der steuerlich geltend gemacht werden kann, steht der Pflegeperson bei der häuslichen Pflege zu Hause eine Pauschale von 1.800 Euro als außergewöhnliche Belastung zu (seit 2021, bis 2020 924 Euro).

Den Freibetrag erhalten Sie je pflegebedürftiger Person in vollem Umfang, wenn Sie alleine pflegen. Pflegen mehrere Menschen eine Person, wird der Betrag aufgeteilt.

Anders als bei außergewöhnlichen Belastungen, bei denen eine zumutbare Belastung angerechnet wird, steht Ihnen der Freibetrag in voller Höhe zu. Liegen die tatsächlichen Ausgaben jedoch über dem Pauschbetrag, können Sie diese Summe durch Belege nachweisen und geltend machen.

Verstirbt die pflegebedürftige Person, ist es möglich, im Rahmen des Erbes einen zusätzlichen Pflegefreibetrag in Höhe von 20.000 Euro zu beantragen, wenn die Pflegeperson glaubhaft machen kann, dass sie die pflegebedürftige Person regelmäßig gepflegt hat.

 

Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge

Die Pflege von Menschen mit einem Pflegegrad 4 ist oft zeitintensiv und fordernd, sodass Pflegepersonen ihrer eigentlichen Erwerbstätigkeit nicht mehr in vollem Umfang nachgehen können. Für die Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge gelten bestimmte Voraussetzungen wie eine Pflegetätigkeit im Umfang von mindestens 10 Stunden an zwei Tagen in der Woche sowie eine Erwerbstätigkeit von maximal 30 Stunden. Versichert sind dann Unfälle, die im Zusammenhang mit der Pflegetätigkeit geschehen, aber auch die Beiträge für Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung sowie zur Arbeitslosenversicherung werden getragen. Die Rentenzahlbeträge sind der folgenden Tabelle zu entnehmen.

Pflegegrad 1bezogene LeistungRentenzahlbetrag West/MonatRentenzahlbetrag Ost/Monat
4Pflegegeld
Kombinationsleistung
Sachleistung
21,63 €
18,39 €
15,14 €
20,63 €
17,54 €
14,44 €

Weiterführende Informationen und hilfreiche Links

Eine Checkliste für den MDK-Termin: https://www.mdk.de/fileadmin/MDK-zentraler-Ordner/Downloads/01_Pflegebegutachtung/Checkliste_fuer_den_MDK_Besuch.pdf

Weitere Fragen und Antworten rund um die Pflegebegutachtung auf der Webseite des MDK: https://www.mdk.de/versicherte/pflegebegutachtung/

Mehr zu den Sozialversicherungsbeiträgen bei der Pflege durch Angehörige von der Verbraucherzentrale: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/alles-fuer-pflegende-angehoerige/absicherung-fuer-pflegende-angehoerige-durch-sozialversicherungen-13426

Die Ermittlung des Grades der Pflegebedürftigkeit nach § 15 SGB XI: https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbxi/15.html

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2021-08-11T15:58:45+02:0015. April 21|Pflegegesetz & Pflegerecht|