Was kostet die Kurzzeitpflege?
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Was kostet die Kurzzeitpflege?

Der Fall, dass Pflegebedürftige vorübergehend nicht zu Hause betreut werden können, kann schnell eintreten. Gründe sind beispielsweise ein plötzlicher Pflegebedarf oder Umbaumaßnahmen zu Hause sein, in denen eine Kurzzeitpflege notwendig wird. Auch nach einem längeren Krankenhausaufenthalt wird oft eine Kurzzeitpflege in Anspruch genommen. Alle Informationen dazu finden Sie in unserem Artikel: Kurzzeitpflege nach Krankenhausaufenthalt

Vor Beginn ist es jedoch wichtig, die entstehenden Kosten bei der Kurzzeitpflege zu kennen. Außerdem ist es hilfreich zu wissen, welche Kosten von der Pflegekasse übernommen werden.

Das Wichtigste in Kürze

Die Kurzzeitpflege ist für Ausnahmesituationen gedacht und daher zeitlich begrenzt auf acht Wochen, d. h. 56 Tage pro Kalenderjahr.

Die Pflegekasse übernimmt

  • pflegebedingte Aufwendungen in Heim oder Klinik
  • Kosten für die soziale Betreuung
  • medizinische Behandlungspflege
  • Teilnahme an hausinternen Angeboten der Einrichtung

bis zu einer Höhe von maximal 1.612 Euro ab einem Pflegegrad 2. Durch eine Kombination mit der Verhinderungspflege kann der Betrag auf maximal 3.224 Euro aufgestockt werden (dazu s. weiter unten in diesem Beitrag). Ab dem 1. Januar 2022 greift hier jedoch die neue Pflegereform, nach der der Höchstbetrag um 10% erhöht wird. Das Standard-Budget wird somit von 1.612 € auf 1.774 € erhöht. Zusammen mit der Verhinderungspflege werden somit 3.386 € erstattet. Dennoch können zusätzliche Kurzzeitpflege Kosten entstehen.

Vorsicht vor dem Eigenanteil bei der Kurzzeitpflege

Die Kurzzeitpflege Kosten für die Unterkunft und Verpflegung sind nicht Bestandteil der Kostenübernahme durch die Pflegekasse. Entsprechend ist Vorsicht geboten vor einem hohen Eigenanteil, der auf Sie zukommen kann.

  • So sind die Kurzzeitpflege Kosten bei durchschnittlichen Tagessätzen mit 63 Euro für den Pflegegrad 2 und 92 Euro bei Pflegegrad 5 hoch und der Maximalbetrag von 1.612 Euro schnell aufgebraucht. In einigen Bundesländern liegen die Tagessätze sogar noch deutlich darüber.
  • Hinzu kommen Kosten für die Unterbringung und Verpflegung, die bei durchschnittlich 35 Euro liegen und nicht durch die Pflegekasse erstattet werden.
  • Als Investitionskosten fällt eine Art Miete für das Zimmer und Mobiliar an.
  • Sonderwünsche wie ein Einzelzimmer kosten extra und werden auch bei einer etwaigen Kostenübernahme durch das Sozialamt nicht erstattet.

Finanzielle Unterstützung beim Eigenanteil nutzen

Beim Eigenanteil ist es möglich, eine Bezuschussung oder vollständige Übernahme der Kurzzeitpflege Kosten zu erwirken. Das funktioniert über den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro, der auch rückwirkend für das Jahr bei der Pflegekasse beantragt werden kann.

Während der Kurzzeitpflege reduziert sich das bisherige Pflegegeld um die Hälfte. Damit ist es zumindest möglich, einen Teil der anfallenden Selbstkosten zu decken.

Reichen die Mittel darüber hinaus nicht aus, können Sie einen Antrag beim zuständigen Sozialamt stellen. Dabei ist es durchaus sinnvoll, diesen wenn möglich vor dem Antritt der Kurzzeitpflege einzureichen.

Beispielrechnung Kurzzeitpflege Kosten

Frau Kaiser, Pflegegrad 3, ist ab Anfang Oktober 2020 für acht Wochen in einer Pflegeeinrichtung untergebracht. Für diesen Zeitraum berechnet das Pflegeheim 4.270 Euro für die Pflege und 1.525 Euro für Unterbringung und Verpflegung. Der Aufenthalt kostet damit 5.795 Euro.

KostenfaktorKostenErstattung
Kosten für Pflege für 8 Wochen4.270 € 
Erstattung über Kurzzeitpflege 1.612 €
Erstattung über Verhinderungspflege 1.612 €
Kosten Unterkunft1.525 € 
Entlastungsbetrag für 11 Monate à 125 Euro 1.375 €
gesamt5.795 €4.599 €
Betrag, den Frau Kaiser selbst aufbringen muss: 1.196 €

 

Frau Kaiser hat im Jahr 2020 noch keine Verhinderungspflege in Anspruch genommen und auch keinerlei Entlastungsbeträge erhalten. Da das Jahr fast vorbei ist, entscheidet sie sich dazu, 100 Prozent der Verhinderungspflege auf die Kurzzeitpflege anrechnen zu lassen.

Erfolgt die Pflege von Frau Kaiser für gewöhnlich durch eine Angehörige, die dafür Pflegegeld erhält, wird dieses in der Zeit des Aufenthaltes in Höhe von 50 Prozent weiter ausbezahlt und kann zusätzlich zur Kostendeckung genutzt werden. Bei Pflegegrad 3 wären das für den Zeitraum von zwei Monaten nochmals rund 300 Euro.

Wie am Beispiel von Frau Kaiser zu sehen, entstehen durch die Kurzzeitpflege Kosten, von denen ein Großteil von der Pflegekasse erstattet werden kann.

Nähere Informationen zur Kurzzeitpflege und der Beantragung dieser, finden Sie in unserem Ratgeberartikel Kurzzeitpflege.

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2021-09-16T15:44:40+02:0013. September 21|Altenpflege & Wohnen im Alter|