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„24-Stunden-Pflege“: Spannende Studienergebnisse kompakt zusammengefasst

Vielen Menschen ist nicht wohl bei dem Gedanken, ihren pflegebedürftigen Angehörigen in einer Pflegeeinrichtung unterzubringen – sie befürchten, dass der Betroffene sich so entwurzelt fühlt. Auch Pflegebedürftige selbst machen häufig deutlich, dass sie in ihren eigenen vier Wänden verbleiben möchten. Die sogenannte „24-Stunden-Pflege“, auch als „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“ bezeichnet, ist eine mögliche Lösung. In der Regel wohnt dabei eine Betreuungskraft mit im häuslichen Umfeld und hilft bei der Grundpflege. Die Hilfskräfte kommen aus Kostengründen oft aus Osteuropa, daher kommt hier auch der Begriff „Polnische Pflegekraft“ zum Einsatz.

Doch wer nimmt diese Betreuungsleistungen tatsächlich in Anspruch und welche Aufgaben erfüllen die Hilfskräfte? Auf diese und weitere Fragen liefert eine Studie des Sozialverbands VdK Deutschland e.V. Antworten – wir haben für Sie die spannendsten Ergebnisse zusammengefasst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Sozialverband VdK hat im April 2022 eine Studie zum Thema „24-Stunden-Pflege“ veröffentlicht.
  • Die zentralen Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Betreuungsleistungen eine wertvolle Unterstützung sein können.
  • Insbesondere Menschen mit einem höheren Pflegegrad nehmen die sogenannte „24-Stunden-Pflege“ in Anspruch.
  • Der Kontakt zu der Betreuungsperson erfolgt überwiegend über eine Agentur.
  • Neben der sogenannten „24-Stunden-Pflege“ setzen Betroffene noch auf andere Unterstützungsangebote.

Eindeutige Zahlen: Der Wunsch nach Entlastung ist bei Betroffenen groß

Ein spannendes Detail liefert die Studie „Zentrale Studienergebnisse zur 24-Stunden-Pflege der Hochschule Osnabrück im Auftrag des Sozialverbands VdK“ direkt zu Anfang. Insbesondere Angehörige, die nicht mit dem Pflegebedürftigen zusammenleben, wünschen sich mehr Unterstützung durch einen Pflegedienst. Leben Familienmitglieder gemeinsam unter einem Dach, ist vor allem der Wunsch nach Verhinderungspflege gegeben – Betroffene sehnen sich also nach Entlastung. Insbesondere die Hauptpflegepersonen, also solche, die federführend bei der Pflege sind, geben nach eigener Auskunft an, dass sie sich mehr Unterstützung wünschen. Nicht immer bezieht sich das direkt auf Pflegeleistungen – 80,8 % wünschen sich beispielsweise eine Unterstützung im Haushalt und 79,6 % eine Hilfe bei der Betreuung. Zum Vergleich: Angehörige, die sich nicht hauptsächlich um die Pflege kümmern, sehnen sich „nur“ in 19,2 % der Fälle nach einer Unterstützung im Haushalt, hinsichtlich der Betreuung sind es 20,4 %. [1]

Wer nimmt die sogenannte „24-Stunden-Pflege“ in Anspruch?

Während sich manche Menschen eine tatkräftige Unterstützung durch eine Betreuungsperson wünschen, haben andere ihrem Unterstützungsbedarf bereits Taten folgen lassen. Wer sich die entsprechenden Zahlen in der VdK-Studie durchliest, dem fällt auf, dass die sogenannte „24-Stunden-Pflege“ vor allem bei höheren Pflegegraden zum Einsatz kommt.

Vorliegender Pflegegrad bei sogenannter „24-Stunden-Pflege“:

  • Pflegegrad 1: 1,3 %1
  • Pflegegrad 2: 7,8 %1
  • Pflegegrad 3: 29,2 %1
  • Pflegegrad 4: 34,2 %1
  • Pflegegrad 5: 26,3 %1

Dass bei Pflegegrad 5 wieder weniger Menschen auf die sogenannte „24-Stunden- Pflege zurückgreifen als bei Pflegegrad 4 liegt wahrscheinlich daran, dass dem intensiven Pflegebedarf womöglich zu Hause nicht mehr nachgekommen werden kann – die Unterbringung in einem Pflegeheim ist dann eine Option.

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Abbildung 1: Vorliegender Pflegegrad bei „24-Stunden-Pflege“. Quelle: Eine Darstellung in Anlehnung an die VdK-Studie.

Deshalb wählen Pflegebedürftige & Angehörige die sog. 24-Stunden-Betreuung

Die Pflegekasse bietet einige Optionen, um die Pflege im häuslichen Umfeld zu ermöglichen. Mit den Pflegesachleistungen können Pflegebedürftige beispielsweise professionelle Pflegeleistungen, durchgeführt von einem ambulanten Pflegedienst, beanspruchen. Der Entlastungsbetrag ermöglicht unter anderem Hilfen im Haushalt und mit der Tages- und Nachtpflege gelingt eine zeitweise Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung. Trotzdem entscheiden sich viele Betroffene entweder zusätzlich oder alternativ für die Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch osteuropäische Kräfte. Die Studie des VdK hat auch hier näher nachgefragt.

  • 86,5 % der befragten Pflegebedürftigen möchte unbedingt zu Hause bleiben, was die sogenannte „24-Stunden-Pflege“ ermöglicht – bei Angehörigen war dies mit 87,5 % ebenfalls der häufigste Grund.1
  • Mit 36,5 % (Pflegebedürftige) bzw. 37,6 % (Angehörige) war der zweithäufigste Grund, dass Betroffene keinen anderen Ausweg wussten – die „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“ war hier scheinbar ein wichtiger Anker.1
  • 19,2 % der Pflegebedürftigen und 11,5 % der Angehörigen wurde diese Lösung empfohlen.1
  • Am einfachsten erschien das 15,4 % der befragten Pflegebedürftigen und 10,7 % der Angehörigen.1
  • Ein weiterer Grund war für die Befragten, dass jede andere Lösung zu teuer gewesen wäre – das gaben 15,4 % der Pflegebedürftigen und 22,6 % der Angehörigen an.1

Gut zu wissen

Die Mehrheit der Befragten hat übrigens von Freunden, Nachbarn, Bekannten oder Verwandten von dem Konzept der sogenannten „24-Stunden-Pflege“ erfahren.1

So stellen Betroffene den Kontakt zu einer sogenannten „24-Stunden-Pflegeperson“ her

Ist der Entschluss gefasst, dass eine Betreuungsperson dauerhaft im häuslichen Umfeld des Pflegebedürftigen aushelfen soll, ist es meist ein längerer Weg. Zumindest dann, wenn es sich um eine im Vergleich günstigere sogenannte „Pflegekraft“ aus dem Ausland handelt und sie privat organisiert wird. Schließlich müssen wichtige Formalitäten erledigt werden, damit alles reibungslos abläuft und die Betreuungsperson ihren Einsatzort erreicht. Agenturen spielen hier offenbar eine sehr wichtige Rolle, wie die VdK-Studie zeigt.

  • 62 % der Angehörigen haben den Kontakt über eine Agentur hergestellt.1
  • 29,7 % haben dafür auf die Hilfe von Freunden, Nachbarn, Verwandten oder Bekannten zurückgegriffen.1
  • Nur 8,2 % haben direkt Kontakt mit der sogenannten „Pflegekraft“ aufgenommen.1
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Abbildung 2: Wie erfolgte die Kontaktaufnahme zur „Pflegeperson“? Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an VdK-Studie.

Diese Aufgaben übernehmen sogenannte „24-Stunden-Pflegekräfte“ hauptsächlich

Eine Hilfskraft aus Osteuropa ist für Angehörige und Pflegebedürftige oft vieles: Vertrauensperson, Alltagsgestalter:in und natürlich eine wichtige Stütze, wenn es um pflegerische oder haushaltsnahe Tätigkeiten geht. Die VdK-Studie hat abgefragt, welche Aufgaben die sogenannten „Pflegekräfte“ übernehmen. Wir haben für Sie an dieser Stelle die häufigsten fünf Antworten der Angehörigen übersichtlich zusammengefasst.

  1. Bei 90,2 % der befragten Haushalte übernehmen die Betreuungskräfte grundpflegerische Aufgaben, die in den Bereich Essen, Trinken oder Anziehen fallen.1
  2. Aufgaben im Haushalt wie Einkaufen, Reinigungstätigkeiten und Wäsche waschen finden bei 87,3 % durch die sogenannte „Pflegeperson“ statt.1
  3. Um die Körperpflege kümmern sich in 84,5 % der Haushalte die Hilfskräfte.1
  4. Die Unterstützung beim Toilettengang bzw. in der Inkontinenzversorgung fällt bei 83 % der Haushalte in den Bereich der Betreuungskraft.1
  5. Einfach anwesend sein und bei allen Tätigkeiten zu helfen, die anfallen, das geben 65,9 % der Befragten als Tätigkeit der Betreuungsperson an.1

Weitere Antworten der Befragten machen deutlich, dass die Hilfskräfte viele verschiedene Aufgaben übernehmen. Unter anderem helfen sie zusätzlich bei der Alltagsgestaltung, bei der Mobilität, wenn Betroffene vergesslich sind oder dabei, abhandengekommene Fähigkeiten wiederherzustellen.1

Die Zufriedenheit ist bei der sogenannten „24-Stunden-Pflege“ sehr hoch

Die gute Nachricht vorweg: Die Zufriedenheit mit der Versorgungsform ist hoch – über 80 % sind mit der „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“ zufrieden. Dennoch gibt es einige Personen, die es nicht sind. In der Studie wurden sie nach dem Grund gefragt. Am häufigsten nannten Betroffene, dass es Probleme bei der Verständigung gab – mangelnde Sprachkenntnisse waren hier die Ursache. Auch dass die Betreuungsperson nicht auf die persönlichen Vorstellungen und Wünsche eingegangen ist, haben die Befragten kritisiert.2 Das zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, dass erfahrene und emphatische Hilfskräfte, die über wichtige Sprachkenntnisse verfügen, zum Einsatz kommen. Eine seriöse Agentur wie die Pflegehelden legt genau darauf viel Wert.

Gut zu wissen

Angehörige, bei denen die sogenannte „24-Stunden-Pflege“ zum Einsatz kommt, geben mit 56,6 % an, dass sie ein gutes Verhältnis zu der pflegebedürftigen Person haben, 46,4 % sagen, dass eine große Zuneigung besteht.1

Kein „Entweder-Oder“ bei der Versorgung von Pflegebedürftigen

Pflegebedürftige und Angehörige haben manchmal den Eindruck, dass sie sich zwangsläufig zwischen verschiedenen Leistungen entscheiden müssen. Gerade, wenn der Pflegebedarf aber sehr ausgeprägt ist, bietet es sich an, die verschiedenen Angebote miteinander zu kombinieren. Die VdK-Studie macht deutlich, dass das einige Befragte bereits tun.

Diese Unterstützungsleistungen nehmen Betroffene neben der sogenannten „24- Stunden-Pflege“ in Anspruch:

Fazit

Die VdK-Studie zeigt auf, dass eine Betreuungsperson bei der sogenannten „24-Stunden-Pflege“ zahlreiche Aufgaben übernehmen kann und so Betroffene entlastet. Insbesondere Menschen mit einem hohen Pflegegrad vertrauen auf die Leistung der Hilfskräfte. Viele Betroffene nehmen die Betreuungsleistungen in Anspruch, um weiterhin im häuslichen Umfeld zu verbleiben – vor allem eine Agentur kann dabei helfen, eine geeignete Betreuungsperson zu finden.

FAQ – Häufige Fragen zu Pflegegraden statt Pflegestufen

Im Prinzip kann jeder eine Betreuungskraft aus Osteuropa für die Bewältigung der Aufgaben im häuslichen Umfeld hinzuziehen. Häufig erfolgt der Kontakt über eine Agentur.

Pflegebedürftige können dafür das Pflegegeld einsetzen. Gestaffelt nach Pflegegrad wird es bereits ab Pflegegrad 2 von der Pflegekasse ausgezahlt.

Laut VdK-Studie nehmen vor allem Menschen mit einem höheren Pflegegrad die Dienste einer Betreuungsperson in Anspruch.

Quellen

[1] Sozialverband VdK Deutschland e. V. Zentrale Studienergebnisse zur 24-Stunden-Pflege der Hochschule Osnabrück im Auftrag des Sozialverbands VdK.

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