Unsere Betreuungsmodelle

Finden Sie die passende Unterstützung für Ihre individuelle Situation

Unsere Services

Finden Sie die passende Lösungen für Ihre individuelle Situation

Beratung vor Ort

Kostenfrei & unverbindlich beraten lassen.

Unsere Standorte

Finden Sie schnell den passenden Ansprechpartner in Ihrem Bundesland.

Unsere Ratgeber

Hilfreiche Themenbereiche für Familien, Angehörige und Betroffene

Top Thema

Symbolbild: Pflegereform-2027

Pflegereform 2027: Was auf Pflegebedürftige zukommen könnte

Über uns

Erfahren Sie mehr über unsere Vision und unser Team.

Haben Sie Fragen?

Unser Team steht Ihnen für
alle Anliegen zur Verfügung.
Kontaktieren Sie uns unverbindlich.

  1. Home
  2. /
  3. Leben im Alter
  4. /
  5. Sturzangst im Alter: Wenn...

Sturzangst im Alter: Wenn die Angst vor dem Fallen den Alltag bestimmt

Ein Sturz kann das Sicherheitsgefühl älterer Menschen nachhaltig erschüttern. Sturzangst wird dann womöglich selbst zum Problem und schränkt die Selbstständigkeit im Alltag ein. Für Angehörige ist es nicht immer leicht zu erkennen, ob hinter zunehmender Vorsicht tatsächlich eine ausgeprägte Angst steckt. Wir erklären Ihnen, wie Sie Sturzangst im Alter erkennen und wie Sie Ihr Familienmitglied dabei unterstützen, wieder mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu gewinnen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sturzangst kann nach einem Sturz entstehen, aber auch durch zunehmende Unsicherheit beim Gehen.
  • Wer aus Angst vor einem weiteren Sturz Bewegung vermeidet, büßt langfristig Kraft, Gleichgewicht und Selbstständigkeit ein.
  • Angehörige können Sicherheit geben, indem sie Ängste ernst nehmen, ohne Betroffene unnötig zu bevormunden oder ihnen jede Bewegung abzunehmen.
  • Gezielte Übungen bei Sturzangst können dabei helfen, das Gleichgewicht zu trainieren, die Muskulatur zu stärken und wieder mehr Vertrauen in den eigenen Körper zu entwickeln.
  • Die Sturzangst im Alter zu überwinden gelingt nicht von heute auf morgen. Betroffene müssen Geduld haben.

Was ist Sturzangst?

Sturzangst bezeichnet die anhaltende Sorge, zu stürzen und sich dabei zu verletzen. Sie kann nach einem tatsächlichen Sturz entstehen, aber auch unabhängig davon auftreten. Betroffene fühlen sich beim Gehen oder bei alltäglichen Bewegungen zunehmend unsicher.

Problematisch wird die Angst vor allem dann, wenn sie dazu führt, dass Ihr Familienmitglied Aktivitäten vermeidet und Bewegungen eingeschränkt. Dadurch kann die Selbstständigkeit im Alltag nämlich nach und nach abnehmen.

Wie entsteht Sturzangst im Alter?

Die Sturzangst im Alter kann unterschiedliche Ursachen haben. Häufig steht am Anfang ein konkretes Erlebnis: Ein älterer Mensch ist gestürzt und hat sich dabei verletzt oder zumindest stark erschrocken. Die Erinnerung daran kann dazu führen, dass alltägliche Bewegungen plötzlich als gefährlich wahrgenommen werden.

Allerdings kann die Angst auch ohne vorherigen Sturz entstehen. Unsicherheit beim Gehen, Schwindel, nachlassende Muskelkraft oder Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht können das Vertrauen in den eigenen Körper beeinträchtigen. Hinzu kommen manchmal äußere Faktoren wie schlecht beleuchtete Räume, lose Teppiche oder ungeeignetes Schuhwerk.

Auch die Sorge vor den möglichen Folgen eines Sturzes spielt eine Rolle. Wer befürchtet, sich zu verletzen und anschließend auf Hilfe angewiesen zu sein, kann Bewegungen zunehmend vermeiden. So kann sich die Angst mit der Zeit verstärken und immer mehr Bereiche des Alltags beeinflussen.

Woran erkenne ich Sturzangst bei meinem Angehörigen?

Viele Menschen mit Sturzangst sagen nicht offen: „Ich habe Angst, zu stürzen.“ Häufig verändert sich stattdessen ihr Verhalten. Vielleicht hält sich Ihr Angehöriger beim Aufstehen besonders vorsichtig fest, geht langsamer als früher oder fühlt sich auf unebenen Wegen plötzlich unsicher. Möglicherweise vermeidet es Ihr Familienmitglied, allein zu duschen, die Treppe zu benutzen oder das Haus zu verlassen. Auch scheinbar kleine Veränderungen geben Hinweise. Wer beispielsweise Spaziergänge absagt, sich beim Gehen ständig an Möbeln abstützt oder immer häufiger nach einer Begleitung fragt, könnte sich unsicher fühlen.

Checkliste: Hinweise auf Sturzangst

Wie läuft eine Negativspirale bei der Sturzangst ab?

Aus Angst vor einem weiteren Sturz schränken viele ältere Menschen ihre Bewegung ein. Was durchaus nachvollziehbar ist, kann langfristig jedoch genau das Gegenteil bewirken: Wer sich weniger bewegt, spricht Muskeln und Gleichgewicht seltener an und verliert dadurch möglicherweise noch mehr körperliche Sicherheit. So kann ein Teufelskreis bei der Sturzangst entstehen: Die Angst führt zu weniger Bewegung, die körperliche Unsicherheit nimmt zu und dadurch wächst wiederum die Angst vor einem Sturz. Gleichzeitig schrumpft das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten immer weiter.

Sturzangst überwinden: Was hilft dabei?

Nur durch gutes Zureden können Sie die Sturzangst nicht beseitigen. Entscheidend ist, dass Ihr Angehöriger wieder mehr Sicherheit bei alltäglichen Bewegungen entwickelt. Dabei ist es wichtig, dass die Unterstützung immer zur individuellen Situation passt. Gezieltes Training kann dabei helfen, Kraft, Gleichgewicht und Koordination zu verbessern. Auch kleine Veränderungen im Alltag können Ihrem Angehörigen Sicherheit geben. Prüfen Sie, ob Sie zusätzliche Leuchten anbringen können und ob Stoppersocken oder rutschfeste Schuhe sinnvoll sind. Checken Sie die Wohnung auf Stolperfallen (herumliegende Kabel, Teppichkanten, ungünstig positionierte Möbel). Wenn die Angst sehr ausgeprägt ist oder Ihr Angehöriger seine Aktivitäten zunehmend einschränkt, kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein. Physiotherapie oder eine ärztliche Abklärung können dabei helfen, körperliche sowie psychische Ursachen für die Unsicherheit aufzudecken und geeignete Maßnahmen einzuleiten.

Übungen bei Sturzangst

Gezielte Übungen bei Sturzangst können dabei helfen, Gleichgewicht, Kraft und Beweglichkeit zu fördern. Wichtig ist, dass Ihr Angehöriger die Übungen nur ausführt, wenn er sich dabei sicher fühlt. Eine stabile Möglichkeit zum Festhalten sollte immer in Reichweite sein.
  1. Aufstehen und Hinsetzen
  • Stellen Sie einen stabilen Stuhl an eine Wand, damit er nicht wegrutschen kann.
  • Ihr Angehöriger setzt sich aufrecht hin und stellt beide Füße fest auf den Boden.
  • Nun langsam aufstehen, ohne sich nach vorne fallen zu lassen.
  • Kurz aufrecht stehen und anschließend kontrolliert wieder hinsetzen.
  • Die Übung 5-mal wiederholen.
  1. Gewichtsverlagerung
  • Ihr Familienmitglied stellt sich hinter einen stabilen Stuhl und hält sich bei Bedarf an der Lehne fest.
  • Nun verlagert Ihr Angehöriger das Gewicht langsam von einem Bein auf das andere.
  • Dabei bleibt der Oberkörper möglichst aufrecht.
  • Die Bewegung langsam und kontrolliert ausführen.
  • Mehrmals in beide Richtungen wiederholen.
  1. Auf der Stelle gehen
  • Ihr Angehöriger stellt sich hinter einen stabilen Stuhl oder an eine andere sichere Haltemöglichkeit.
  • Nun abwechselnd das rechte und linke Knie leicht anheben.
  • Die Bewegung langsam und kontrolliert ausführen.
  • Fühlt sich Ihr Angehöriger unsicher, darf er sich festhalten.
  • Etwa 20 bis 30 Sekunden durchführen und anschließend eine Pause machen.
  1. Fersenheben
  • Ihr Familienmitglied steht hinter einem stabilen Stuhl und hält sich bei Bedarf fest.
  • Beide Fersen langsam vom Boden abheben, sodass das Gewicht auf den Fußballen liegt.
  • Kurz halten und die Fersen anschließend kontrolliert wieder absenken.
  • 8- bis 10-mal wiederholen.

Was kann zu Hause Sicherheit geben?

Viele Dinge, die bereits in Ihrem Haushalt vorhanden sind, können richtig eingesetzt dazu beitragen, Bewegungen sicherer zu machen. Wichtig ist dabei, dass die Alltagsgegenstände und Hilfsmittel nicht dazu führen, dass sich Ihr Familienmitglied immer weniger bewegt.
Möglichkeit zu Hause So kann sie unterstützen Worauf Sie achten sollten
Stabile Stühle mit Armlehnen Erleichtern das Hinsetzen und Aufstehen und bieten eine gute Sitzmöglichkeit. Der Stuhl sollte fest stehen und nicht leicht verrutschen.
Fest montierte Haltegriffe Können im Bad, an der Toilette oder an anderen wichtigen Stellen zusätzliche Sicherheit geben. Sie müssen fachgerecht befestigt sein. Lose Möbel sind kein Ersatz.
Duschstuhl Ermöglicht das Duschen im Sitzen und kann bei Unsicherheit im Badezimmer entlasten. Rutschfeste Füße und eine passende Sitzhöhe sind wichtig.
Rutschfeste Badematte Kann den Stand im Badezimmer verbessern. Sie sollte flach aufliegen und nicht zur Stolperfalle werden.
Nachtlicht Sorgt dafür, dass Wege zum Badezimmer nachts besser sichtbar sind. Das Licht sollte den Weg ausreichend ausleuchten, ohne zu blenden.
Bewegungsmelder Schaltet beispielsweise im Flur oder Badezimmer automatisch Licht ein. Besonders hilfreich sind gut beleuchtete Wege zwischen Bett, Bad und Wohnbereich.
Festes Schuhwerk Schuhe mit gutem Halt können beim Gehen mehr Sicherheit geben. Offene Pantoffeln oder Schuhe ohne festen Halt können ungünstig sein.
Handlauf an der Treppe Gibt beim Treppensteigen zusätzliche Stabilität. Der Handlauf sollte sicher befestigt und gut erreichbar sein.
Teppichstopper Können verhindern, dass Teppiche verrutschen. Noch sicherer ist es, lose Läufer und kleine Teppiche ganz zu entfernen.
Kabelhalter oder Kabelkanäle Verhindern, dass Kabel quer durch Laufwege liegen. Laufwege sollten möglichst frei bleiben.
Greifzange Kann helfen, Gegenstände vom Boden aufzuheben, ohne sich tief bücken zu müssen. Sie sollte nur dort eingesetzt werden, wo das Bücken tatsächlich unsicher ist.
Rollator Kann beim Gehen zusätzliche Stabilität geben und die selbstständige Mobilität fördern. Er sollte passend eingestellt werden.
Hausnotruf Gibt Sicherheit, wenn Ihr Familienmitglied allein zu Hause ist. Das Gerät sollte einfach zu bedienen sein.
Sitzgelegenheit im Flur Ermöglicht eine kurze Pause beim An- und Ausziehen oder auf längeren Wegen durch die Wohnung. Sie sollte stabil stehen und den Laufweg nicht einengen.

FAQ – Häufige Fragen zur Sturzangst im Alter

Betroffenen helfen regelmäßige Bewegung sowie Gleichgewichts- und Kraftübungen, denn sie trainieren die Fähigkeiten für einen sicheren Gang. Auch eine sichere Wohnumgebung und passende Hilfsmittel können unterstützen. Wichtig ist, die Angst ernst zu nehmen und Angehörige gleichzeitig zu möglichst viel selbstständiger Bewegung zu ermutigen.

Ja, die Sturzangst im Alter zu überwinden ist möglich. Entscheidend ist, die Ursachen der Unsicherheit aufzudecken und schrittweise wieder positive Bewegungserfahrungen zu sammeln. Bei starker Angst kann eine ärztliche Beratung sinnvoll sein.

Wenn die Angst vor Stürzen den Alltag deutlich einschränkt, Ihr Familienmitglied kaum noch aktiv ist oder wiederholt stürzt, sollten Sie die Situation ärztlich abklären lassen. Auch Schwindel, Gangunsicherheit oder plötzlich auftretende Gleichgewichtsprobleme sollten nicht einfach als normale Alterserscheinung abgetan werden.

Die herzliche Alternative
zum Pflegeheim

Vermittlung liebevoller Pflegekräfte für Ihre Angehörigen

Jederzeit kündbar & volle Kostentransparenz

Jederzeit kündbar & volle Kostentransparenz

Persönlicher Ansprechpartner
vor Ort

Persönlicher
Ansprechpartner
vor Ort

ph banderole final
Dipl. Ges. Oec. (FH) Jennifer Ann Steinort
Fachjournalistin für Gesundheit/Medizin & Familie

Über unsere Autor:innen

Jennifer Ann Steinort ist Autorin bei den Pflegehelden. Sie verfasst Ratgeber, die Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen Tipps für den Pflegealltag vermitteln. Ihre Schwerpunkte liegen dabei auf den Themen Finanzierung, Pflegemaßnahmen und Wohlbefinden. Ihr persönliches Anliegen ist, selbst komplexe Sachverhalte leserfreundlich zu formulieren.

Teilen Sie gerne diesen Beitrag!

Verwandte Artikel

gebrechlicher-senior-und-pflegekraft

Frailty-Syndrom: Ursachen, Behandlung und Tipps für den Pflegealltag

Das Frailty-Syndrom beschreibt eine besondere Form der altersbedingten Gebrechlichkeit. Erfahren Sie, wie Pflegekräfte unterstützen können.…
titelbild-stoma-pflege

Stoma-Pflege: Durchführung, Tipps und Hilfsmittel

Ein Stoma verändert den Alltag – für Betroffene und ihre Angehörigen. Erfahren Sie, wie die…
osteoperose-titelbild

Osteoporose im Alter – wenn die Knochen brüchig werden

Erfahren Sie, wie Sie Menschen mit Osteoporose im Alltag unterstützen, Stürze vermeiden und die Selbstständigkeit…
Glückliche Seniorin im Rollstuhl mit einer Pflegekraft

Welttag der Großeltern und älteren Menschen

Jeden vierten Sonntag im Juli ist Welttag der Großeltern und älteren Menschen. Ein guter Anlass,…
seniorin-mit-kreislaufproblemen

Kreislaufprobleme bei Hitze: Ursachen und Soforttipps für die Pflege

Kreislaufprobleme bei Hitze treten schnell auf – besonders bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen. Wir zeigen…
eine-seniorin-am-see-im-sommer

Sommer mit Senior:innen: Tipps für angenehme Aktivitäten

Entdecken Sie abwechslungsreiche Ideen für den Sommer mit Senior:innen – von gemeinsamen Aktivitäten zu Hause…

Inhaltsverzeichnis