Top Thema

Symbolbild: Pflegereform-2027

Pflegereform 2027: Was auf Pflegebedürftige zukommen könnte

Haben Sie Fragen?

Unser Team steht Ihnen für
alle Anliegen zur Verfügung.
Kontaktieren Sie uns unverbindlich.

  1. Home
  2. /
  3. Leben im Alter
  4. /
  5. Sommer mit Senior:innen: Tipps...

Sommer mit Senior:innen: Tipps für angenehme Aktivitäten

Im Sommer klettert das Thermometer gerne weit über 20 Grad und lässt ratlose Gesichter bei Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen zurück: Was soll man bei diesen Temperaturen unternehmen, ohne sich selbst zu stark zu belasten? Genau mit dieser Frage haben wir uns für Sie beschäftigt. Wir schlagen Ihnen sommertaugliche Aktivitäten vor, die Spaß machen und an der ein oder anderen Stelle sogar für Abkühlung sorgen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Legen Sie Aktivitäten und Ausflüge am besten in die kühleren Stunden am Vormittag oder späten Nachmittag, meiden Sie die Mittagshitze.
  • Greifen Sie auch drinnen sinnvolle Beschäftigungsideen auf, wie Basteln, frische Salate zubereiten, Riechspiele mit Kräutern oder Fotos sortieren.
  • Wählen Sie schattige, barrierefreie Orte mit kurzen Wegen, etwa beim Picknick im eigenen Garten, im Café mit Terrasse oder beim Ausflug ans Wasser.

Sommeraktivitäten für Senioren:innen richtig planen

Das Wichtigste vorweg: Stimmen Sie Sommeraktivitäten gut auf die jeweilige Situation ab. Hier spielen vor allem die körperliche Verfassung und die persönlichen Vorlieben Ihres Angehörigen eine Rolle. Während manche gerne aktiv unterwegs sind, fühlen sich andere in ruhiger, vertrauter Umgebung wohler.

Strukturieren Sie den Tag sinnvoll in Zeitfenster ein. Viele Menschen sind am Vormittag oder am frühen Abend belastbarer, die Mittagszeit ist eher für Ruhephasen geeignet. Bleiben Sie am besten flexibel: Verschieben Sie den Ausflug notfalls, wenn Ihr Angehöriger sich am geplanten Tag nicht gut fühlt.

Werfen Sie einen realistischen Blick auf die Dauer der Unternehmung. Kürzere Aktivitäten lassen sich besser auf den Pflegealltag abstimmen. Außerdem kosten sie Pflegebedürftige und pflegende Angehörige weniger Kraft.

Planen Sie außerdem immer eine Alternative ein. Wenn etwas nicht wie vorgesehen möglich ist, können Sie flexibel umstellen – etwa auf einen kurzen Spaziergang, eine kleine Runde im Garten oder gemeinsame Zeit auf dem Balkon.

Sommer mit Senior:innen: Checkliste für pflegende Angehörige

Für die Planung der Sommeraktivitäten hilft Ihnen eine kurze Checkliste.

Unser Tipp!

Führen Sie ein kurzes Aktivitäten-Tagebuch. Vermerken Sie hier, was Sie unternommen haben, wie lange Sie dafür gebraucht haben und wie Ihnen die Aktivität gefallen hat. So haben Sie nach einigen Monaten eine schöne Sammlung an Aktivitäten, auf die Sie jederzeit zurückgreifen können.

Beschäftigung mit Senior:innen – drinnen

Nicht jeder Tag eignet sich für einen Ausflug. Bei Hitze, Regen oder wenn die Kondition einfach nicht mitspielt, sind Aktivitäten in den eigenen vier Wänden genauso wertvoll. Hier ein paar Ideen, die sich leicht umsetzen lassen.

  1. Basteln im Sommer mit Senior:innen

Das Basteln mit Senior:innen eignet sich für den Sommer besonders gut, weil sich saisonale Motive leicht in kleine, überschaubare Projekte verwandeln lassen: Sommerblumen aus Krepppapier, bemalte Steine für den Balkon oder kleine Fensterbilder mit maritimen Motiven. Wichtig ist, dass die Aufgaben an die Feinmotorik und Konzentrationsfähigkeit angepasst sind – lieber wenige, kleine Schritte als ein kompliziertes Projekt, das Frust erzeugt.

Für leichtes Basteln mit Senior:innen im Sommer reichen oft einfache Materialien: Papier, Schere, Klebstoff, vielleicht ein paar Naturmaterialien wie Muscheln oder getrocknete Blüten. Das senkt die Hürden und so können auch Menschen mit eingeschränkter Handkraft mitmachen.

Beim Basteln mit demenzkranken Senior:innen im Sommer steht weniger das fertige Ergebnis im Vordergrund als der Prozess selbst: Farben fühlen, Formen ausschneiden, mit den Händen arbeiten. Wiederkehrende, vertraute Motive, etwa Blumen oder Schmetterlinge, wecken oft Erinnerungen und stoßen Gespräche an, auch wenn die motorische Umsetzung nicht mehr perfekt gelingt.

  1. Frische Salate gemeinsam zubereiten

Bei Hitze bleibt bei vielen Menschen der Ofen aus. Trotzdem können Sie in der Küche tatkräftig zusammenarbeiten. Wie wäre es mit frischen Sommersalaten, die den Appetit anregen und obendrein viele Nährstoffe liefern? Beziehen Sie Ihren Angehörigen direkt mit ein. Er kann beispielsweise Gurken mit einem Sparschäler bearbeiten, die Tomaten aussuchen oder Kräuter zupfen. Anstatt Ihrem Familienmitglied Aufgaben zu „diktieren“, entwerfen Sie am besten gemeinsam einen Plan. Fragen Sie ganz direkt: „Was meinst du, sollen wir noch Radieschen in den Salat schneiden?“ Ein tolles begleitendes Projekt für den Sommer sind übrigens Kräutertöpfchen für die Fensterbank. Säen Sie gemeinsam die Samen, schauen Sie den Kräutern beim Wachsen zu und nutzen Sie die Stängel für die Salate.

  1. Riech- und Tastspiele mit Sommerkräutern

Frische Minze, Zitronenmelisse oder Lavendel zerreiben und erraten, woran man sie erkennt – das gefällt vielen Senior:innen und aktiviert die Sinne, ohne kognitiv zu überfordern. Erfahrungsgemäß klappt das auch gut bei fortgeschrittener Demenz, weil der Geruch oft mit sehr alten Erinnerungen verknüpft ist.

  1. Alte Sommerfotos sortieren

Das ist eine ganz besondere Aktivität, die Pflegebedürftige oft sehr genießen. Suchen Sie in einem Fotoalbum gezielt nach Fotos vom Sommerurlaub oder Ausflügen im Sommer. Fragen Sie, was Ihrem Angehörigen an dem Tag besonders gefallen hat und schreiben Sie es im Fotoalbum stichpunktartig dazu. Wer weiß: Vielleicht kommen Sie mit der Durchsicht der Fotos auch auf die eine oder andere Idee für einen spontanen Ausflug.

  1. Kühle Rückzugsorte schaffen

Richten Sie gemeinsam eine „Sommer-Ecke“ mit leichter Lektüre, einem kühlen Getränk und vielleicht einem Fächer ein – das gibt dem Tag einen ruhigen Ankerpunkt, an den man sich bei Hitze zurückziehen kann. Besonders praktisch: Sie können kleine Beschäftigungsangebote (Basteln, Fotos, Musik) direkt dorthin verlegen.

Gut zu wissen!

Ältere Menschen vertragen hohe Temperaturen häufig schlechter als jüngere. Mit zunehmendem Alter lässt das Durstgefühl nach und der Körper kann überschüssige Wärme nicht mehr so gut über das Schwitzen abgeben. Außerdem können Erkrankungen oder bestimmte Medikamente die Hitzebelastung zusätzlich verstärken. Deshalb sollten Sie Aktivitäten möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden legen und regelmäßige Trink- und Ruhepausen einplanen. Lesen Sie dazu auch unsere Hitzetipps für Senioren und Angehörige.

Beschäftigung mit Senior:innen im Sommer – draußen

Wenn die Temperaturen es zulassen, tut der Wechsel nach draußen besonders gut – frische Luft, Vogelgezwitscher, ein anderes Licht als in der Wohnung. Wie wäre es mit Folgendem?

  1. Sitzgymnastik oder Spaziergang im Schatten

Ein kurzer Spaziergang unter Bäumen oder entlang eines schattigen Wegs reicht oft schon aus, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Für weniger mobile Senior:innen eignet sich leichte Sitzgymnastik auf der Terrasse oder im Garten. Dabei machen Sie gemeinsam einfache Arm- und Beinübungen im Sitzen, die den Kreislauf aktivieren, ohne zu überfordern. In Videoportalen gibt es dazu viele Anregungen.

  1. Vögel und Insekten beobachten

Ein Vogelhäuschen oder eine kleine Wasserschale im Garten lockt Vögel und vielleicht auch Schmetterlinge an. Suchen Sie sich ein schattiges Plätzchen, beobachten und benennen Sie, wer sich dort alles zusammenfindet. Das ist eine ruhige, konzentrierte Beschäftigung, die auch bei eingeschränkter Mobilität vom Sitzplatz aus funktioniert.

  1. Draußen vorlesen oder erzählen

Laue Sommerabende, die Sonnenstrahlen, die sich durch die Baumwipfel kämpfen und die bunten Blüten schaffen eine perfekte Umgebung für Geschichten. Entweder lesen Sie Ihrem Angehörigen etwas aus seinem Lieblingsbuch vor oder Sie lauschen seinen Erinnerungen an vergangene Tage. Machen Sie doch einmal ein Experiment und erschaffen Sie gemeinsam ein Märchen – abwechselnd fügt jeder von Ihnen neue Inhalte dazu.

  1. Picknick im eigenen Garten oder auf dem Balkon

Ein Picknick müssen Sie nicht mit einem Ausflug verknüpfen. Im Garten oder auf dem Balkon entsteht mit einer Decke, ein paar Kissen und etwas zu trinken schnell eine kleine Auszeit im Freien. Dazu ein paar einfache Kleinigkeiten wie Obst, Brot, Käse oder ein Stück Kuchen – mehr braucht es nicht. Und wenn es zu warm wird oder die Kraft nachlässt, ist die Wohnung direkt in der Nähe.

  1. Wasserspiele zuhause

Wasserspiele sind nicht nur etwas für Kinder: Planschen Sie mit den Füßen gemeinsam in einer Schüssel mit kaltem Wasser, stellen Sie einen kleinen Pool auf oder besorgen Sie sich eine Wasserspielmatte. Daran schließen Sie einen Gartenschlauch an und schon kommen aus mehreren Öffnungen sanfte Wasserstrahlen. Perfekt, um sich auf die Matte zu setzen oder auf ihr entlang zu spazieren.

Aktivierung von Senior:innen im Sommer – Ausflüge

Sie wünschen sich einen Tapetenwechsel und möchten einfach mal raus? Folgende Tabelle zeigt Ihnen, was im Sommer mit Senior:innen möglich ist.

AusflugszielBeschreibung
Botanischer Garten oder Park mit schattigen WegenBotanische Gärten punkten oft mit befestigten, ebenen Wegen und ausreichend Sitzgelegenheiten im Schatten – ideal, um in kurzen Etappen zu gehen und immer wieder eine Pause einzulegen.
Café oder Eisdiele mit AußenbereichEin Ausflug zum Lieblingscafé mit schattiger Terrasse verbindet Genuss mit Abkühlung. Achten Sie auf einen barrierefreien Zugang und die Möglichkeit, lange sitzen zu bleiben.
Ausflug an Wasser – See, Fluss oder Freibad-LiegewieseDie Nähe zu Wasser wirkt auf viele Pflegebedürftige beruhigend. Suchen Sie sich eine schattige Bank am Ufer oder einen freien Platz auf der Liegewiese im Freibad. Viele Menschen können Stunden damit verbringen, das rege Treiben zu beobachten oder selbst ins kühle Nass zu springen.
Kleine Kutsch- oder BootsfahrtEine ruhige Kutsch- oder Bootsfahrt ist ein ganz besonderer Ausflug. Hier können Sie gemeinsam die Landschaft erleben trotz Mobilitätseinschränkungen.
Besuch auf dem Bauernhof oder im StreichelzooTiere wecken oft Erinnerungen und lösen Freude aus, auch bei fortgeschrittener Demenz. Viele Höfe bieten inzwischen barrierefreie Wege und Sitzgelegenheiten in Stallnähe an.
Konzert oder Veranstaltung im FreienFreiluftkonzerte, Kirchenfeste oder kleine Sommerfeste in der Nachbarschaft bringen Musik und Gesellschaft, ohne dass eine lange Anreise nötig ist – am besten mit Sitzplatz in Schattennähe planen.
Kurzer Ausflug in den eigenen früheren Wohnort oder LieblingsortEin Ausflug an einen Ort mit persönlicher Bedeutung – das alte Wohnhaus, ein früherer Arbeitsplatz, ein Lieblingsplatz aus der Jugend – kann wertvolle Erinnerungen auffrischen.

FAQ – Häufige Fragen und Antworten zum Sommer mit Senior:innen

Ziele mit ebenen, befestigten Wegen und ausreichend schattigen Sitzgelegenheiten sind am besten geeignet – etwa botanische Gärten, Parks mit Rundwegen oder Cafés mit barrierefreiem Zugang zur Terrasse. Wichtig ist, dass sich die Strecke in kurzen Etappen mit Pausen bewältigen lässt und eine Toilette in der Nähe ist.

Für einen Ausflug bieten sich vertraute Orte oft besser an als neue Ziele, da sie weniger Verwirrung auslösen. Planen Sie den Ausflug in kühleren Tagesstunden, halten Sie ihn kurz und überschaubar. Bewahren Sie einen Plan B im Hinterkopf, falls die Situation unterwegs zu viel wird, etwa die Möglichkeit, schnell wieder nach Hause zu fahren.

Neben ausreichend Wasser gehören ein Sonnenhut, Sonnencreme, ein Sitzkissen für längere Pausen und, falls nötig, Medikamente ins Gepäck. Ein kleiner Fächer oder ein Tuch zum Kühlen kann bei plötzlicher Hitze zusätzlich helfen.

Die herzliche Alternative
zum Pflegeheim

Vermittlung liebevoller Pflegekräfte für Ihre Angehörigen

Jederzeit kündbar & volle Kostentransparenz

Jederzeit kündbar & volle Kostentransparenz

Persönlicher Ansprechpartner
vor Ort

Persönlicher
Ansprechpartner
vor Ort

ph banderole final
Dipl. Ges. Oec. (FH) Jennifer Ann Steinort
Fachjournalistin für Gesundheit/Medizin & Familie

Über unsere Autor:innen

Jennifer Ann Steinort ist Autorin bei den Pflegehelden. Sie verfasst Ratgeber, die Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen Tipps für den Pflegealltag vermitteln. Ihre Schwerpunkte liegen dabei auf den Themen Finanzierung, Pflegemaßnahmen und Wohlbefinden. Ihr persönliches Anliegen ist, selbst komplexe Sachverhalte leserfreundlich zu formulieren.

Teilen Sie gerne diesen Beitrag!

Verwandte Artikel

senior-mit-delir-titelbild

Delir bei älteren Menschen: So gefährlich ist es wirklich

Ein Delir kann sehr plötzlich auftreten. Erfahren Sie, wie Sie Warnzeichen erkennen und Ihren Angehörigen…
Pflegehelden Ratgeber Hitzewelle

Hitzetipps für Senioren und Angehörige

Mit diesen Hitzetipps sorgen Sie an heißen Tagen für Abkühlung und steigern das Wohlbefinden Ihres…
Titelbild COPD

Pflege bei COPD: die besten Tipps für Zuhause

So können Sie Menschen mit COPD im Alltag unterstützen, Beschwerden lindern und den Pflegealltag besser…
titelbild-vitamin-d-mangel

Vitamin-D-Mangel bei Pflegebedürftigen

Erfahren Sie, wie Sie Vitamin-D-Mangel bei pflegebedürftigen Angehörigen erkennen und im Pflegealltag gezielt unterstützen können.…
pflegehelden-ratgeber-grad-der-behinderung-bei -arthrose

Wie hoch ist der Grad der Behinderung bei Arthrose?

Wie hoch ist der Grad der Behinderung bei Arthrose? Erfahren Sie, wovon die Einstufung abhängt,…
pflegehelden-ratgeber-grad-der-behinderung-asthma

Grad der Behinderung bei Asthma: Was Sie wissen sollten

Wie wird der Grad der Behinderung bei Asthma bestimmt? Wir zeigen, welche Werte möglich sind…

Inhaltsverzeichnis