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Impfungen im Alter: Tipps für den Impfstatus Ihres Angehörigen

Mit zunehmendem Alter verliert das Immunsystem an Schlagfertigkeit – dazu gibt es viele Studien. Das Problem: Dadurch können bestimmte Infektionen schwerer verlaufen. Behalten Sie daher am besten den Impfstatus Ihres Angehörigen genau im Blick. Doch welche Impfungen sind im Alter besonders wichtig und wann sollten Impfungen aufgefrischt werden? Wir geben Ihnen einen Überblick über die empfohlenen Impfungen im Alter.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Blick in den Impfpass lohnt sich gerade im höheren Alter. Ab 60 Jahren kommen einige wichtige Impfungen hinzu.
  • Bei den Impfempfehlungen zählt nicht nur das Alter. Auch Vorerkrankungen und besondere gesundheitliche Risiken können eine Rolle spielen.
  • Auch mit verlorenem oder lückenhaftem Impfpass lässt sich der Impfstatus häufig klären. Pflegende Angehörige können die Praxis um Unterstützung bitten.
  • Leichte Reaktionen nach einer Impfung sind meist harmlos und vorübergehend. Starke, ungewöhnliche oder länger anhaltende Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden.

Für wen sind Impfungen im Alter besonders entscheidend?

Grundsätzlich sind Impfungen für jeden Menschen sinnvoll. Mit zunehmendem Alter kann ein guter Impfschutz aber noch wichtiger werden. Das liegt daran, dass das Immunsystem sich verändert: Es reagiert häufig langsamer auf Krankheitserreger und kann Infektionen schlechter abwehren. Dadurch steigt das Risiko, dass eine eigentlich vermeidbare Erkrankung schwerer verläuft.

Besonders aufmerksam sollten Menschen sein,

  • die 60 Jahre oder älter sind, da das Immunsystem mit dem Alter weniger leistungsfähig werden kann,
  • die an einer chronischen Erkrankung leiden, zum Beispiel an Herz-, Lungen- oder Stoffwechselerkrankungen,
  • deren Immunsystem geschwächt ist, etwa durch bestimmte Erkrankungen oder Medikamente,
  • die in einer Pflegeeinrichtung leben, wo Infektionen leichter von Mensch zu Mensch übertragen werden können,
  • die regelmäßig engen Kontakt zu älteren oder gesundheitlich besonders gefährdeten Menschen haben.

Welche Impfungen sind im Alter wichtig?

Der Impfpass Ihres Angehörigen liegt schon länger unangetastet in der Schublade? Dann lohnt sich ein Blick hinein. Mit zunehmendem Alter kommen nämlich einige Impfungen hinzu, die von der STIKO empfohlen werden. Welche Impfungen im Alter sinnvoll sind, hängt dabei nicht allein vom Geburtsjahr ab. Auch Vorerkrankungen, Medikamente und die persönliche Lebenssituation spielen eine Rolle.

  • Influenza: Die Grippeimpfung wird jedes Jahr für Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Geimpft wird möglichst im Herbst vor Beginn der Grippesaison. Für diese Altersgruppe empfiehlt die STIKO einen Hochdosis- oder MF59-adjuvantierten Influenza-Impfstoff.
  • Pneumokokken: Auch die Impfung gegen Pneumokokken gehört ab 60 Jahren zu den Standardimpfungen. Die Bakterien können unter anderem schwere Lungenentzündungen verursachen. Für Erwachsene ab 60 Jahren empfiehlt die STIKO derzeit eine Impfung mit dem 20-valenten Konjugatimpfstoff PCV20.
  • Herpes zoster: Eine Gürtelrose kann insbesondere im höheren Lebensalter sehr schmerzhaft verlaufen und länger anhaltende Nervenschmerzen verursachen. Deshalb empfiehlt die STIKO die Impfung gegen Herpes zoster ab 60 Jahren. Sie besteht aus zwei Impfstoffdosen im Abstand von zwei bis sechs Monaten.
  • RSV: Für Menschen ab 75 Jahren empfiehlt die STIKO eine einmalige Impfung gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV). Bei Personen zwischen 60 und 74 Jahren kann die Impfung bei bestimmten Risikofaktoren (unter anderem Diabetes mit Komplikationen oder Nierenerkrankungen) ebenfalls infrage kommen.

Gut zu wissen!

Die Ständige Impfkommission, kurz STIKO, ist ein unabhängiges Expertengremium am Robert Koch-Institut. Sie bewertet wissenschaftliche Erkenntnisse zu Impfungen und spricht Empfehlungen dazu aus, wer welche Impfungen, zu welchem Zeitpunkt erhalten sollte. Ärzt:innen orientieren sich an diesen Empfehlungen, wenn sie den Impfstatus Ihres Angehörigen beurteilen.

Impfungen im Alter auffrischen: Was ist zu beachten?

Mediziner:innen verabreichen im Alter nicht alle Impfstoffe noch einmal. Bei einigen Impfungen ist jedoch eine regelmäßige Auffrischung vorgesehen.

  • Tetanus und Diphtherie: Die Impfungen sollten im Erwachsenenalter in der Regel alle zehn Jahre aufgefrischt werden.
  • Keuchhusten (Pertussis): Eine Auffrischung ist einmalig im Erwachsenenalter vorgesehen. Sie wird häufig mit der ohnehin fälligen Tetanus- und Diphtherie-Impfung kombiniert.
  • Polio (Kinderlähmung): Eine Auffrischung ist bei Erwachsenen nicht grundsätzlich in regelmäßigen Abständen erforderlich. Ärzt:innen können sie aber je nach Impfgeschichte, Reiseziel oder persönlichem Risiko empfehlen.

Übersicht: Empfohlene Impfungen im Alter

Welche Impfungen braucht Ihr Angehöriger ab 60 Jahren und bei welchen ist eine regelmäßige Auffrischung vorgesehen? Die folgende Übersicht zeigt Ihnen noch einmal die wichtigsten Empfehlungen der STIKO und hilft Ihnen dabei, den Impfstatus Ihres Familienmitglieds besser einzuordnen.

ImpfungFür wen?Wann bzw. wie oft?Impfstoff
Influenza (Grippe)Ab 60 JahrenJährlich, möglichst im HerbstTotimpfstoff (inaktiviert), für Menschen ab 60 Jahren als Hochdosis- oder MF59-adjuvantierter Impfstoff
PneumokokkenAb 60 JahrenEinmalige Impfung mit PCV20, bei bestimmten Voraussetzungen kann eine weitere Impfung relevant seinTotimpfstoff (Konjugatimpfstoff)
Herpes zoster (Gürtelrose)Ab 60 Jahren, bei bestimmten Grunderkrankungen bereits ab 18 Jahren2 Impfungen im Abstand von 2 bis 6 MonatenTotimpfstoff, adjuvantiert
RSVAb 75 Jahren, zwischen 60 und 74 Jahren bei bestimmten RisikofaktorenEinmaligJe nach Impfstoff rekombinanter oder proteinbasierter Impfstoff
COVID-19Ab 75 Jahren als Standard, außerdem für bestimmte RisikogruppenJährlich, vorzugsweise im Spätsommer oder HerbstTotimpfstoff bzw. nicht lebender Impfstoff
TetanusAlle ErwachsenenAuffrischung alle 10 JahreTotimpfstoff, meist als Kombinationsimpfung
DiphtherieAlle ErwachsenenAuffrischung alle 10 JahreTotimpfstoff, meist kombiniert mit Tetanus
Pertussis (Keuchhusten)Alle ErwachsenenEinmalige Auffrischung im Erwachsenenalter, anschließend nach STIKO im Rahmen der fälligen Td-AuffrischungTotimpfstoff, als Kombinationsimpfung
Poliomyelitis (Kinderlähmung)Je nach Impfstatus und persönlichem RisikoEinmalige Auffrischung im Erwachsenenalter, wenn empfohlenTotimpfstoff
MasernNach 1970 Geborene mit unklarem oder unvollständigem ImpfschutzEinmalige Impfung bei fehlendem SchutzLebendimpfstoff (MMR)

Hilfe, der Impfpass ist weg oder hat Lücken!

Keine Sorge: Ein verlorener Impfpass bedeutet nicht automatisch, dass alle Impfungen bei Ihrem Familienmitglied wiederholt werden müssen. Wenn Ihr Angehöriger keinen Impfpass mehr hat, kann die Hausarztpraxis zunächst prüfen, ob sich frühere Impfungen noch anhand der Patientenakte nachvollziehen lassen. Auch bei einem unvollständigen Impfpass können vorhandene Unterlagen oder Angaben zu früheren Impfungen weiterhelfen.

Können Mediziner:innen eine Impfung nicht sicher nachweisen, gilt grundsätzlich: Eine Impfung sollte nicht einfach als erfolgt angenommen werden. Die Ärztin oder der Arzt kann gemeinsam mit Ihnen entscheiden, ob eine Nachhol- oder Auffrischungsimpfung sinnvoll ist. In manchen Fällen können auch weitere Unterlagen, etwa frühere Impfdokumentationen, hilfreich sein.

Für Sie als Angehörige heißt das: Suchen Sie ruhig noch einmal nach alten Impfbescheinigungen oder Unterlagen und nehmen Sie alles zum nächsten Arzttermin mit, was Sie finden. Wenn tatsächlich nichts mehr auffindbar ist, hilft Ihnen die Praxis, den Impfstatus nachträglich neu zu ordnen.

Welche Impfnebenwirkungen sind im Alter möglich?

Nach einer Impfung kann sich Ihr Angehöriger für kurze Zeit etwas angeschlagen fühlen. Das ist meist kein Grund zur Sorge: Häufige Impfreaktionen sind Schmerzen, Rötungen oder eine Schwellung an der Einstichstelle. Auch Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, leichtes Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl können auftreten.

Wie stark solche Reaktionen ausfallen, ist von Mensch zu Mensch und auch vom jeweiligen Impfstoff abhängig. Meist verschwinden die Beschwerden nach wenigen Tagen wieder von selbst. Bei manchen Impfungen können die Reaktionen etwas stärker ausfallen. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass Ihr Angehöriger die Impfung nicht verträgt.

Schwerwiegende Nebenwirkungen sind dagegen selten. Dazu gehören beispielsweise schwere allergische Reaktionen. In der Praxis werden Sie vor der Impfung darüber informiert, welche Nebenwirkungen bei Ihrem Familienmitglied möglich sind.

Gut zu wissen:

Halten die Beschwerden länger an, sind sie ungewöhnlich stark oder machen Ihnen Sorgen, sollten Sie die Arztpraxis kontaktieren. Das gilt beispielsweise bei hohem Fieber, einem ausgeprägten Ausschlag oder anderen Beschwerden, die nicht nachlassen.

Tipps: Das tut Ihrem Angehörigen nach dem Impftermin gut

Sie müssen Ihren Angehörigen nach der Impfung nicht besonders schonen. Ein bisschen Ruhe und Aufmerksamkeit tun Ihrem Familienmitglied aber bestimmt gut.

  • Geben Sie Ihrem Angehörigen Zeit zum Ausruhen: Vor allem dann, wenn er sich müde oder schlapp fühlt. Wenn es ihm gut geht, muss er sich dagegen nicht grundsätzlich schonen.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Familienmitglied ausreichend trinkt: Besonders bei Fieber oder allgemeinem Unwohlsein ist es wichtig, genug Flüssigkeit aufzunehmen.
  • Nutzen Sie eine Auflage: Bei Schmerzen, Rötungen oder einer Schwellung an der Einstichstelle kann eine kühle Auflage angenehm sein. Legen Sie die Auflage am besten nicht direkt auf die Haut, sondern mit einem Geschirrtuch dazwischen – das schont die Haut.
  • Behalten Sie den Zustand Ihres Angehörigen im Blick: Gerade wenn Ihr Familienmitglied pflegebedürftig ist oder Beschwerden nicht gut selbst einschätzen kann, fällt Ihnen so eher auf, wenn etwas ungewöhnlich ist.
  • Lassen Sie es ruhig angehen: Planen Sie rund um die Impfung nach Möglichkeit keine größeren Belastungen wie große Ausflüge oder Familientreffen ein. Ein ruhiger Tag gibt Ihrem Angehörigen die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, falls Impfreaktionen auftreten.
  • Geben Sie nicht vorsorglich Medikamente: Wenn tatsächlich Beschwerden auftreten, können Sie mit der Arztpraxis oder Apotheke klären, ob ein geeignetes Mittel für Ihr Familienmitglied infrage kommt.

FAQ – Häufige Fragen zu Impfungen im Alter

Bei einem leichten Infekt ohne Fieber ist eine Impfung in der Regel möglich. Bei einer akuten Erkrankung mit Fieber sollte die Impfung dagegen meist verschoben werden. Ob der Impftermin stattfinden kann, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.

Ja, bei einem Termin können häufig verschiedene Impfungen verabreicht werden. Ob eine Kombination für Ihr Familienmitglied infrage kommt, hängt von den jeweiligen Impfungen und seinem Gesundheitszustand ab.

Nein, ein hundertprozentiger Schutz ist nicht bei jeder Impfung möglich. Eine Impfung kann aber das Risiko einer Erkrankung senken und bei manchen Infektionen vor allem schwere Verläufe und Komplikationen verhindern. Wie gut der Schutz ausfällt, hängt unter anderem vom Impfstoff, der jeweiligen Erkrankung und dem Alter beziehungsweise Gesundheitszustand Ihres Angehörigen ab.

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Dipl. Ges. Oec. (FH) Jennifer Ann Steinort
Autor, Onlinemarketing-Experte und Dozent

Über unsere Autor:innen

Jennifer Ann Steinort ist Autorin bei den Pflegehelden. Sie verfasst Ratgeber, die Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen Tipps für den Pflegealltag vermitteln. Ihre Schwerpunkte liegen dabei auf den Themen Finanzierung, Pflegemaßnahmen und Wohlbefinden. Ihr persönliches Anliegen ist, selbst komplexe Sachverhalte leserfreundlich zu formulieren.

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