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Hausnotruf

Mit steigendem Alter nimmt die Sturzgefahr auch in den eigenen vier Wänden zu. Nicht immer sind bei allein lebenden Menschen Angehörige unmittelbar zur Stelle, um Soforthilfe zu leisten – was vor allem dann zum Problem wird, wenn die gestürzte Person durch den Unfall nicht selbst zum Telefon greifen kann. Damit Menschen im Alter dennoch sicher im häuslichen Umfeld leben können, gibt es den Hausnotruf.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Hausnotruf ist ein Angebot für pflegebedürftige Menschen, die überwiegend allein zu Hause leben und im Falle eines Sturzes keinen telefonischen Notruf absetzen können.
  • Angebote gibt es sowohl von Wohlfahrtsverbänden, d. h. den Rettungsdiensten, als auch von privaten Anbietern. Neben den Basisleistungen bieten diese weitere Leistungspakete an, die Sie hinzubuchen können.
  • Die Pflegekasse leistet einen einmaligen Zuschuss zu den Anschlussgebühren und übernimmt bei anspruchsberechtigten Personen monatliche Kosten bis zu 23 Euro.

Was ist ein Hausnotruf?

Ursprünglich entstanden ist der Hausnotruf in den Siebzigerjahren, um die Strukturen der ambulanten und stationären Pflege sowie der Betreuung kranker und älterer Menschen an die Zeit anzupassen. Die technische Umsetzung erfolgte ab etwa 1980. Seit 2012 gibt es mit einer neuen Technologie, die Telekom und DRK gemeinsam eingeführt haben, erstmals ein System, das auch außerhalb der Wohnung funktioniert.

Der Hausnotruf ist inzwischen ein anerkanntes Pflegehilfsmittel, das auch im Hilfsmittelverzeichnis des GKV gelistet ist:

„Hausnotrufsysteme kommen in Frage bei allein lebenden oder über weite Teile des Tages allein lebenden Pflegebedürftigen, die mit einem handelsüblichen Telefon in Notsituationen keinen Hilferuf absetzen können und bei denen aufgrund des Krankheits- und Pflegezustandes jederzeit der Eintritt einer derartigen Notsituation erwartet werden kann. Der Anspruch besteht auch dann, wenn der Pflegebedürftige mit einer Person in häuslicher Gemeinschaft lebt, die aufgrund ihrer körperlichen/geistigen Einschränkung im Fall einer Notsituation nicht in der Lage ist, einen Hilferuf selbständig abzusetzen.“

Die schnelle Hilfe im Bedarfsfall beugt eventuell medizinischen Komplikationen vor, trägt aber in jedem Fall zur eigenen Sicherheit im Haushalt bei.

Für wen kommt der Hausnotruf in Betracht?

Antragsberechtigt für einen Hausnotruf sind Menschen, die mindestens über weite Teile des Tages alleine leben und bei denen prinzipiell jederzeit eine Notsituation eintreten kann, in der sie keinen Notruf über ein Telefon absetzen können. Zudem richtet sich das Angebot ebenfalls an Menschen, die mit einer weiteren Person zusammenleben, die aufgrund einer Beeinträchtigung nicht dazu fähig ist, gegebenenfalls einen Hilferuf abzusetzen.

Daneben ist für die Kostenübernahme ein anerkannter Pflegegrad ab 1 notwendig. Um diesen zu erhalten, stellen Sie oder eine angehörige Person einen Antrag bei der Pflegekasse. Diese veranlasst dann eine Begutachtung durch den MDK beziehungsweise MEDICPROOF.

 

Ist ein Hausnotruf sinnvoll?

Die Caritas hat eine Checkliste erstellt, anhand der Sie ermitteln können, ob ein Hausnotruf angebracht erscheint:

 janein
Ich lebe allein und fühle mich nicht immer sicher.  
Es ist nicht immer eine Ansprechperson in der Nähe, die Hilfe leisten kann.  
Ich habe Angst vor Stürzen und fühle mich zeitweise unsicher auf den Beinen.  
Ich habe eine Behinderung oder leide an einer chronischen Erkrankung.  
Ich hatte bereits einen Herzinfarkt.  
Ich hatte bereits einen Schlaganfall.  
Mein Sehvermögen lässt nach.  
Ich vergesse immer wieder, meine Medikamente einzunehmen.  
Ich benötige für eine begrenzte Zeit eine Kontaktperson, die sofort erreichbar ist, weil meine Angehörigen im Urlaub sind.  


Quelle: https://hausnotruf-caritas.de/

 

Vorteile des Hausnotrufes

Ein Hausnotruf bietet für pflegebedürftige Personen eine ganze Reihe von Vorteilen:

  • Steigerung der Sicherheit in den eigenen vier Wänden
  • schnelle Hilfe im Notfall
  • Beitrag zum Erhalt der Selbstständigkeit
  • einfache Technik und Bedienung
  • kein Aufwand für Installation und Wartung
  • fixe Kosten
  • Entlastung der Angehörigen

Funktionsweise des Hausnotrufs

Für den Hausnotruf bieten sich unterschiedliche technische Systeme an. Neben analogen und digitalen Geräten können dies auch GSM-Geräte sein. Die analogen Geräte, die über den klassischen Telefonanschluss laufen, sind bislang noch in der Mehrzahl. Doch sind die GSM-Geräte, bei denen eine Mobilfunkkarte in das Gerät integriert ist und die auch außer Haus funktionieren, deutlich auf dem Vormarsch. Entsprechend der technischen Voraussetzungen arbeiten die Systeme mit verschiedenen Geräten:

  • Klassisches Hausnotrufgerät: Bei diesem ist die Taste z. B. ein Armband, die Basisstation besteht aus einem Mikrofon mit Lautsprecher.
  • Notrufsystem mit Mobilteil: Zusätzlich zur Basisstation gibt es ein Mobilteil, mit dem auch von unterwegs ein Notruf abgesetzt werden kann.
  • Hausnotruf ohne Basisstation: Dieses smarte Armband verfügt selbst über eine Freisprechfunktion, mit der ein Kontakt zur Notrufzentrale oder per App zu Angehörigen hergestellt werden kann.

Das Gerät ist so ausgelegt, dass bestehende Telefonverbindungen im Falle eines Notfalls unterbrochen werden, sodass die Leitung frei für den Notruf ist. Dabei wählt die Station zuvor einprogrammierte Nummern in einer festgelegten Reihenfolge an.

Die Installation durch einen Techniker ist einfach. Dieser schließt das Gerät an, erklärt Ihnen die Funktionen und führt einen Probe-Notruf durch, um die Funktionalität sicherzustellen.

Neigt sich der Akku dem Ende zu, sorgt der Anbieter automatisch für einen Austausch.

Ablauf eines Notrufs

Stürzt eine Person und kann nicht wieder selbstständig aufstehen, kann sie durch das Drücken des Notrufschalters eine Alarmkette auslösen, die Hilfe organisiert.

Der Funkkontakt aktiviert zunächst über die Basisstation eine Verbindung zur Notrufzentrale. Hier sieht ein*e Mitarbeiter*in auf dem Bildschirm die hinterlegten Daten der Person, die den Notruf ausgelöst hat.

Mittels der Freisprecheinrichtung der Basisstation ist eine Gesprächsverbindung möglich. So kann bedarfsgerecht Hilfe organisiert werden. Das erfolgt nach vorheriger Absprache und kann bedeuten, dass Nachbarn, Angehörige oder der Pflegedienst informiert werden oder ein Rettungswagen losgeschickt wird.

Ist die Person, die den Notruf ausgelöst hat, nicht mehr zum Sprechen in der Lage, wird umgehend Hilfe losgeschickt.

 

Mir-geht-es-gut-Taste als Zusatzleistung

Neben diesem aktiven Hilferuf, bei dem die Person im Notfall einen Knopf drücken muss, gibt es zudem die Möglichkeit eines passiven Alarms. Dieser basiert auf dem Prinzip des Totmannmelders: Betätigt die Person nicht regelmäßig eine Taste an der Basisstation (z. B. innerhalb von 24 Stunden), erfolgt eine Kontaktaufnahme. Geht der Mensch dann nicht an sein Telefon, schickt die Notrufzentrale eine*n Mitarbeiter*in vorbei, um nach dem Rechten zu sehen.

 

Was passiert bei einem Fehlalarm?

Sie brauchen keine Sorge haben, dass mit einem Fehlalarm hohe Kosten verbunden sind oder der Rettungswagen direkt mit Blaulicht vor der Tür steht. Die Anbieter klären die Situation kurz mit Ihnen, ohne dass zusätzliche Kosten entstehen.

Leistungen des Hausnotrufes

Viele Anbieter unterscheiden die Basisleistung des Hausnotrufes und weitere Komfortleistungen.

Die Basisleistung besteht aus der Bereitstellung des Gerätes und der damit verbundenen permanenten Erreichbarkeit der Notrufzentrale. Ebenfalls im Preis enthalten sind die Bearbeitung der Alarme und damit einhergehend auch die Verständigung der Kontaktpersonen, der Austausch defekter Komponenten und der Akkuwechsel.

Darüber hinaus sind weitere Leistungen zubuchbar, mit denen weitere Kosten verbunden sind. Nicht alle Leistungen sind bei überregionalen Anbietern in jedem Ort verfügbar und sie können unterschiedlich teuer sein, sodass sich ein Vorab-Vergleich lohnt:

  • Aufbewahrung des Hausschlüssels, sodass der Rettungsdienst die Wohnung im Notfall betreten kann.
  • Wohnungsöffnung durch eigenes Fachpersonal, um ein Aufbrechen der Tür zu vermeiden.
  • Öffnen der Wohnung, wenn Sie den Schlüssel verloren haben.
  • Kostenfreier Neuanschluss bei einem Umzug.
  • Das Erkennen von Rauchentwicklung oder Gasaustritt. Hierzu werden zusätzliche Rauchmelder in der Wohnung installiert.
  • Absetzen eines Notrufs, wenn der Bewegungsmelder nicht innerhalb eines Tages gedrückt wurde.
  • Messen der Bewegungsaktivität mittels Sensorik – bleibt eine Aktivität aus, melden sich Mitarbeiter*innen bei der Person.
  • Tägliche Erinnerung an die Medikamenteneinnahme.
  • Anfordern eines Pflegedienstes über den Hausnotruf.
  • Hilfe durch Mitarbeitende, wenn Angehörige als Kontaktpersonen temporär verhindert sind.
  • Bereitstellung eines Notruf-Mobiltelefons.

Kostenbeteiligung der Pflegekasse

Damit sich die Pflegekasse an den monatlichen Kosten beteiligt, ist zunächst ein Antrag erforderlich. Dazu bedarf es eines anerkannten Pflegegrades.

Nach der Bewilligung trägt die Pflegekasse monatlich Kosten in Höhe von 23 Euro. Dafür erhalten Sie das Notrufgerät inklusive der Basisstation und die Sicherheit, dass die Notrufzentrale zu jeder Zeit besetzt ist. Da einige Anbieter bereits für die Grundleistung bis zu 39 Euro monatlich verlangen, ist unter Umständen eine Selbstbeteiligung fällig. Meist ist die Basisversion allerdings durch die 23 Euro abgedeckt, wohingegen die Komfortpakete mit Zusatzkosten verbunden sind.

Für die Installation verlangen Anbieter teilweise Anschluss- und Servicegebühren von bis zu 60 Euro. Die Pflegekasse leistet hier einen einmaligen Beitrag zum Anschluss von maximal 10,49 Euro.

Weiterführende Informationen und hilfreiche Links

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2021-04-19T09:15:12+02:00April 14th, 2021|Hilfsmittel für Senioren|

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