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Richtig Trinken im Alter

Senior:innen fällt es oft schwer, ausreichend zu trinken – vielleicht gehört auch Ihr Familienmitglied dazu. Gründe für ein zurückhaltendes Trinkverhalten gibt es viele: Gewohnheiten ändern sich, das Durstgefühl nimmt ab oder das Trinken gerät in Vergessenheit. Als Angehöriger machen Sie sich vermutlich Sorgen und fragen sich, wie Sie unterstützen können. Besonders wichtig ist, Ihren Angehörigen dabei nicht zu drängen oder ihn zu überfordern. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Familienmitglied im Alltag behutsam zum Trinken motivieren und worauf es dabei ankommt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ältere Menschen trinken oft weniger, weil das Durstgefühl nachlässt.
  • Expert:innen empfehlen täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter Trinkflüssigkeit.
  • Geeignet sind Wasser, ungesüßter Tee, verdünnte Saftschorlen und Kaffee in Maßen.
  • Anzeichen für zu wenig Flüssigkeit sind etwa ein trockener Mund, rissige Lippen oder Konzentrationsprobleme.
  • Wer Abwechslung in die Auswahl der Getränke bringt und kleine Rituale im Alltag pflegt, motiviert ältere Menschen, regelmäßig zu trinken.

Warum ausreichendes Trinken im Alter oft schwerfällt

Im Alter trinken viele Menschen weniger, ohne es selbst zu merken. Das Durstgefühl nimmt ab, und feste Trinkgewohnheiten gehen oft verloren. Ihr Angehöriger vergisst deshalb leicht, zwischendurch etwas zu trinken.

Auch körperliche Einschränkungen können das Trinken erschweren. Wer unsicher geht, schlechter sieht oder Probleme mit den Händen hat, greift seltener selbst zum Glas. Manchmal ist der Weg zur Küche schlichtweg zu weit oder die Finger zu zittrig. Manche ältere Menschen trinken bewusst weniger, weil sie häufig auf die Toilette müssen oder nachts nicht aufstehen wollen. Auch Medikamente können das Durstgefühl verändern oder den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen. Ein trockener Mund führt dabei aber nicht automatisch zu mehr Trinken.

Zudem spielt die Umgebung eine Rolle. Wer allein lebt, hat oft keinen festen Rhythmus für Mahlzeiten oder Getränke. Ohne sichtbare Getränke auf dem Tisch oder gemeinsame Mahlzeiten gerät das Trinken leicht in den Hintergrund – meist unbewusst und ohne Absicht.

Gut zu wissen!

Zusätzlich kann Demenz das Trinken erschweren. Ihr Angehöriger vergisst möglicherweise, regelmäßig zu trinken, erkennt Durstzeichen nicht oder versteht Aufforderungen zum Trinken nicht mehr. Auch eine Schluckstörung kann Ihren Angehörigen vom Trinken abhalten.

Folgen von zu wenig Trinken im Alter

Wenn Ihr Angehöriger über längere Zeit zu wenig trinkt, kann das Folgen für die Gesundheit und das Wohlbefinden haben – oft bleibt das im Pflegealltag zunächst unbemerkt. Typische Auswirkungen von zu wenig Trinken im Alter sind:

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit: Ihr Familienmitglied wirkt schneller erschöpft und weniger belastbar.
  • Konzentrations- und Gedächtnisprobleme: Schon ein leichter Flüssigkeitsmangel kann dazu führen, dass Ihr Angehöriger vergesslicher oder unaufmerksamer ist.
  • Kreislaufprobleme: Schwindel oder niedrigere Blutdruckwerte können auftreten – vor allem, wenn Ihr Angehöriger aufsteht.
  • Verstopfung und Verdauungsprobleme: Zu wenig Flüssigkeit kann die Verdauung erschweren und zu Verstopfung bei Ihrem Familienmitglied führen.
  • Harnwegsinfekte: Ein geringer Flüssigkeitsanteil im Körper begünstigt Infektionen der Blase oder Niere.
  • Verschlechterung bestehender Erkrankungen: Herz, Nieren oder Stoffwechsel können empfindlicher reagieren, wenn Ihr Familienmitglied nicht ausreichend trinkt.

Auch wenn viele diese Folgen zunächst harmlos wirken, können sie den Alltag Ihres Angehörigen erheblich beeinträchtigen. Deshalb ist es wichtig, auf ausreichend Flüssigkeit zu achten und frühzeitig unterstützend einzugreifen.

Warnzeichen für zu wenig Trinken im Alter

Es ist nicht immer einfach, die Trinkmenge Ihres Angehörigen genau im Blick zu behalten – gerade, wenn Sie wegen Beruf, Terminen oder anderen Verpflichtungen nicht ständig vor Ort sein können.

Achten Sie deshalb auf Warnanzeichen für einen Flüssigkeitsmangel, wie:

  • Trockener Mund oder rissige Lippen
  • Dunkler Urin oder seltenes Wasserlassen
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Konzentrationsprobleme
  • Schwindel oder Kreislaufprobleme
  • Verstopfung oder Verdauungsprobleme
  • Verwirrtheit oder stärkere Orientierungsschwierigkeiten (bei Menschen mit Demenz)
  • Häufige Kopfschmerzen

Wie viel Trinken im Alter ist genug?

Für ältere Menschen gelten grundsätzlich ähnliche Empfehlungen wie für jüngere Erwachsene, auch wenn das Durstgefühl oft nachlässt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät dazu, täglich mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit aus Getränken aufzunehmen. Dazu zählen Wasser, ungesüßter Tee, verdünnte Saftschorlen oder Kaffee in Maßen. Zusammen mit wasserreichen Lebensmitteln wie Obst oder Gemüse kann man so insgesamt auf etwa zwei Liter Flüssigkeit pro Tag kommen.

In bestimmten Situationen ist der Bedarf höher: Bei Hitze oder körperlicher Aktivität oder Krankheiten mit Fieber, Durchfall und Erbrechen sollte Ihr Angehöriger mehr trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Auch im Alter gilt: Es ist besser, über den Tag verteilt regelmäßig kleine Mengen zu trinken, statt große Mengen auf einmal.

Zu viel trinken ist bei gesunden älteren Menschen selten ein Problem, da überschüssige Flüssigkeit über die Niere ausgeschieden wird. Bei Erkrankungen wie Herz- oder Nierenproblemen sollte die Trinkmenge allerdings mit den behandelnden Mediziner:innen abgestimmt werden.

Richtig trinken im Alter – auf die Getränke kommt es an

Nicht nur die Menge, sondern auch die Wahl der Getränke ist im Alter wichtig. Wasser, ungesüßter Tee oder verdünnte Saftschorlen versorgen Ihr Familienmitglied zuverlässig mit Flüssigkeit, während zuckerhaltige oder koffeinhaltige Getränke maßvoll genossen werden sollten. Regelmäßige kleine Schlucke, über den Tag verteilt, helfen, den Flüssigkeitshaushalt stabil zu halten.

Tageszeit

Geeignete Getränke

Empfohlene Menge pro Zeitfenster

Morgens

Wasser, ungesüßter Tee, Kaffee

300 bis 350 ml

Vormittag

Wasser, verdünnte Saftschorle

300 bis 400 ml

Mittag

Wasser, ungesüßter Tee

300 bis 350 ml

Nachmittag

Wasser, ungesüßter Tee, Kaffee

300 bis 400 ml

Abend

Wasser

250 bis 300 ml

Gesamt

 

Ca. 1,5 bis 2 Liter über den Tag verteilt.

Gut zu wissen!

Vermeiden Sie, dass Ihr Angehöriger große Mengen kurz vor dem Schlafengehen trinkt, um nächtliche Toilettengänge zu reduzieren. Bei Hitze, körperlicher Aktivität oder Krankheit sollten Sie die Trinkmenge Ihres Angehörigen zusätzlich erhöhen.

Alkohol kommt am besten nur selten oder gar nicht ins Glas

Senior:innen greifen im Alltag gern zu einem Glas Wein oder Bier – für viele gehört das einfach dazu. Doch im Alter reagiert der Körper anders: Alkohol wird langsamer abgebaut, wirkt stärker auf Kreislauf sowie Gehirn und kann mit Medikamenten wechselwirken.

Als Angehöriger merken Sie vielleicht, dass Ihr Familienmitglied häufiger oder größere Mengen trinkt als früher. Alkohol kann dann unbewusst einen Teil der täglichen Flüssigkeit ersetzen. Doch Vorsicht: Genau das kann das Risiko für gesundheitliche Probleme oder eine schleichende Abhängigkeit steigern.

Achten Sie darauf, wie viel Ihr Angehöriger tatsächlich trinkt und ob es Hinweise gibt, dass der Konsum die Gesundheit beeinträchtigt. Oft helfen kleine Veränderungen im Alltag: Alkoholfreie Alternativen anbieten, Trinkrituale wie Wasser oder Tee gezielt einbauen und bei Unsicherheiten ärztlichen Rat einholen. So unterstützen Sie Ihren Angehörigen, die Balance zu halten, ohne dass es belehrend wirkt.

3 Tipps, um Ihren Angehörigen zum Trinken zu motivieren

Oft merken ältere Menschen gar nicht, dass sie zu wenig trinken. Mit ein paar einfachen Ideen können Sie dafür sorgen, dass Ihr Familienmitglied über den Tag verteilt genug Flüssigkeit bekommt – stressfrei und ohne Druck.

  1. Getränke „sichtbar“ machen
    Stellen Sie regelmäßig Getränke bereit – auf dem Wohnzimmertisch, Nachttisch oder in der Nähe des Lieblingssessels. So wird Ihr Angehöriger automatisch erinnert, einen Schluck zu nehmen.
  2. Trinken interessant gestalten
    Bieten Sie Abwechslung an: Wasser, ungesüßter Tee, verdünnte Saftschorlen oder Kaffee in Maßen. Kleine Extras wie Zitronenscheiben oder Minze können das Trinken angenehmer machen.
  3. Trinkrituale in den Alltag einbauen
    Verknüpfen Sie das Trinken mit alltäglichen Handlungen: direkt nach dem Aufstehen, zu jeder Mahlzeit oder nach Spaziergängen. Rituale helfen, dass das Trinken zur festen Gewohnheit wird.

FAQ – Häufige Fragen zum Trinken im Alter

Anzeichen für zu wenig Flüssigkeit sind ein trockener Mund, dunkler Urin, Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme. Auch eine Verstopfung kann eine Folge sein.

Ältere Menschen nehmen über den Tag verteilt bestenfalls mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit auf, bevorzugt Wasser, ungesüßter Tee oder Saftschorlen. Die Menge sollte bei Hitze, Sport oder Krankheit gegebenenfalls höher ausfallen.

Die Flüssigkeitsaufnahme lässt sich durch Getränke im Blickfeld, abwechslungsreiche Optionen und kleine Trinkrituale verbessern, zum Beispiel ein Glas Wasser zum Frühstück dazu.

Die herzliche Alternative
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Dipl. Ges. Oec. (FH) Jennifer Ann Steinort
Fachjournalistin für Gesundheit/Medizin & Familie

Über unsere Autor:innen

Jennifer Ann Steinort ist Autorin bei den Pflegehelden. Sie verfasst Ratgeber, die Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen Tipps für den Pflegealltag vermitteln. Ihre Schwerpunkte liegen dabei auf den Themen Finanzierung, Pflegemaßnahmen und Wohlbefinden. Ihr persönliches Anliegen ist, selbst komplexe Sachverhalte leserfreundlich zu formulieren.

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