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Pollenallergie im Alter – Das können Angehörige tun

Ihrem Angehörigen läuft häufig die Nase, er reibt sich unentwegt die Augen und sein Hals kratzt? Das könnte auf Heuschnupfen im Alter hindeuten. Jetzt ist es wichtig, die Beschwerden nicht einfach abzutun, sondern zu behandeln – sonst kann ein sogenannter Etagenwechsel entstehen. Wir erklären Ihnen, welche Symptome auf eine Pollenallergie hindeuten, wann Tabletten nötig sind und mit welchen Hausmitteln Sie auf die Beschwerden reagieren können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Niesen, eine laufende Nase oder gereizte Augen können auf eine Pollenallergie im Alter hindeuten.
  • Achten Sie im Pflegealltag auf Situationen, in denen die Beschwerden auftreten und halten Sie Auffälligkeiten kurz im Pflegetagebuch fest.
  • Planen Sie nach dem Aufenthalt im Freien am besten einen Kleidungswechsel und das Haarewaschen vor dem Zubettgehen ein – damit sich keine Pollen im Wohnbereich verteilen.
  • Suchen Sie die Praxis auf, wenn die Beschwerden zunehmen, die Mediziner:innen können die Behandlung daraufhin anpassen.

Was passiert bei einer Allergie im Alter?

Eine Allergie im Alter verläuft im Prinzip ähnlich wie in jüngeren Jahren – das Immunsystem reagiert auf eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen, Hausstaub oder Tierhaare überempfindlich. Der Körper stuft diese Auslöser fälschlicherweise als „gefährlich“ ein und schüttet Botenstoffe wie Histamin aus. Dadurch entstehen die typischen Beschwerden.

Im Alter wird eine Allergie häufiger nicht sofort als solche erkannt. Das liegt nicht daran, dass sie sich grundsätzlich anders verhält, sondern daran, dass Symptome leichter mit anderen Ursachen verwechselt werden – etwa mit Erkältungen, chronischen Atemwegserkrankungen oder allgemeinen Veränderungen im Alter. 

Gut zu wissen!

Bleibt eine Allergie unbehandelt, kann sich die Reaktion im Laufe der Zeit ausweiten. Bei einer Pollenallergie können die Beschwerden von den oberen Atemwegen auf die unteren übergehen – Fachleute sprechen dabei vom sogenannten „Etagenwechsel“. Dann sind auch Husten oder asthmatische Beschwerden möglich.

Was sind typische Symptome bei einer Pollenallergie?

Eine Pollenallergie kann sich bei Ihrem Angehörigen durch verschiedene, oft gleichzeitig auftretende Beschwerden bemerkbar machen:

  • Laufende oder verstopfte Nase – häufig wässriges Sekret oder das Gefühl, „keine Luft zu bekommen“
  • Niesreiz und Niesattacken – meist plötzlich und mehrfach hintereinander
  • Juckende, gerötete oder tränende Augen – oft verbunden mit einem Brennen oder Fremdkörpergefühl
  • Kratzender Hals oder Räusperzwang – kann sich wie eine beginnende Erkältung anfühlen
  • Hustenreiz – vor allem bei stärkerer Belastung der Atemwege
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit – durch die dauerhafte Reizung und den gestörten Schlaf
  • Verschlechterung bei Aufenthalt im Freien – insbesondere bei trockenem, windigem Wetter

Tipp: Achten Sie darauf, ob die Beschwerden vor allem saisonal auftreten oder sich draußen verstärken – das sind wichtige Hinweise auf eine Pollenallergie.

Pollenallergie-Test: Wie wird Heuschnupfen diagnostiziert?

Ob bei Ihrem Angehörigen wirklich eine Pollenallergie im Alter vorliegt, kann nur ein Arzt oder eine Ärztin feststellen. Beim Besuch in der ärztlichen Praxis erkundigen sich die Mediziner:innen zunächst nach den Beschwerden: Wann treten sie auf, wie stark sind sie und gibt es typische Auslöser im Alltag? Gerade solche Details helfen ihnen dabei, eine Allergie von anderen Ursachen abzugrenzen.

Zur weiteren Abklärung können Ärzt:innen gezielte Tests anordnen, etwa einen Hauttest, bei dem Ihrem Familienmitglied verschiedene Pollenallergene auf die Haut gegeben werden. Zeigt Ihr Angehöriger eine Hautreaktion, ist klar, worauf er reagiert. Alternativ oder ergänzend können Mediziner:innen eine Blutuntersuchung durchführen – damit kann man bestimmten Antikörpern auf die Spur kommen.

Im Alter ist die sorgfältige Einordnung besonders wichtig: Die Beschwerden können auch andere Ursachen haben, etwa eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) oder einen akuten Infekt. Deshalb betrachten Mediziner:innen immer das Gesamtbild aus Symptomen, Testergebnissen und Verlauf.

Wie kann man Heuschnupfen behandeln?

Die Behandlung von Heuschnupfen zielt darauf ab, die Beschwerden Ihres Angehörigen spürbar zu lindern und den Alltag möglichst wenig einzuschränken. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vor allem davon ab, wie stark die Symptome ausgeprägt sind.

Häufig kommen Medikamente zum Einsatz. Dazu gehören vor allem Antihistaminika, die die allergische Reaktion im Körper abschwächen, sowie kortisonhaltige Nasensprays, die entzündungshemmend wirken. Beide können die typischen Beschwerden wie Niesen, eine laufende Nase oder juckende Augen deutlich reduzieren.

In manchen Fällen kommt auch eine sogenannte Hyposensibilisierung infrage. Dabei wird der Körper über einen längeren Zeitraum langsam an das Allergen gewöhnt, um die Reaktion dauerhaft abzuschwächen. Fragen Sie am besten den Arzt oder die Ärztin, ob das eine Option für Ihr Familienmitglied ist.

Muss mein Angehöriger mit Heuschnupfen Tabletten nehmen?

Die Tablettenbox bei Ihrem Angehörigen ist schon recht voll und Sie fürchten, dass nun noch mehr Medikamente dazu kommen? Keine Sorge, Pollenallergie-Tabletten sind nicht immer notwendig.

Wenn Ihr Angehöriger nur leichte Beschwerden hat, kann eine lokale Behandlung bereits ausreichen, zum Beispiel mit Heuschupfen-Nasenspray oder Augentropfen. Sie wirken direkt dort, wo die Beschwerden auftreten, und kommen häufig mit weniger Nebenwirkungen aus.

Antihistaminika in Tablettenform werden vor allem dann eingesetzt, wenn die Beschwerden stärker sind oder mehrere Bereiche gleichzeitig betroffen sind, etwa Nase und Augen. Sie wirken im ganzen Körper und können die allergische Reaktion insgesamt abschwächen.

Gut zu wissen!

Die Entscheidung für oder gegen Tabletten sollten Sie nicht „auf Verdacht“ treffen, sondern immer in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt. Wie bei anderen gesundheitlichen Problemen auch, ist die Therapie bestenfalls individuell auf Ihr Familienmitglied zugeschnitten.

Was gibt es für Hausmittel bei Pollenallergie im Alter?

Bei einer Pollenallergie können Sie im Alltag Ihres Angehörigen oft schon mit kleinen Anpassungen viel erreichen. Gerade in der Pollensaison lassen Sie am besten nur wenig Allergene in die Wohnung und halten die Belastung so gering wie möglich.

Maßnahme – was hilft bei Pollenallergie?Wirkung und Vorteil
Nasenspülung mit KochsalzlösungSpült Pollen aus der Nase, befeuchtet die Schleimhäute und kann den Niesreiz spürbar reduzieren
Kühle Kompressen für die AugenLindern Juckreiz, Brennen und Rötungen bei gereizten Augen
Haare abends waschenEntfernt Pollen, die sich tagsüber in den Haaren angesammelt haben
Kleidung nach dem Aufenthalt im Freien wechselnReduziert die Pollenmenge in der Wohnung deutlich
Richtig lüftenSenkt die Pollenbelastung, wenn gezielt zu pollenärmeren Zeiten gelüftet wird
Wäsche nicht draußen trocknenVerhindert, dass sich Pollen in Textilien festsetzen

Was tun bei Heuschnupfen? Tipps für die Pflegesituation

Pflegebedürftige Menschen haben oft körperliche Einschränkungen oder Beschwerden durch verschiedene Grunderkrankungen. Umso wichtiger ist es, dass eine Pollenallergie das Wohlbefinden nicht noch weiter herabsetzt.

Beherzigen Sie am besten folgende Tipps:

  • Dokumentieren Sie Auffälligkeiten im Pflegetagebuch. Notieren Sie kurz, wann Symptome auftreten, zum Beispiel nach Spaziergängen oder beim Lüften, so erkennen Sie schneller Muster.
  • Passen Sie die Pflegetätigkeiten an die Symptomphasen an. Legen Sie die Körperpflege oder andere Aktivitäten besser in Tageszeiten, zu denen Ihr Familienmitglied erfahrungsgemäß weniger Beschwerden hat.
  • Berichten Sie in der Praxis von Ihren Erfahrungen. Konkrete Beispiele aus dem Alltag helfen der Ärztin oder dem Arzt, die Situation besser einzuschätzen und die Behandlung anzupassen.
  • Geben Sie Ihr Wissen an das Pflegeteam weiter. Ihr Angehöriger besucht eine Einrichtung für die Tages- oder Nachtpflege oder ein ambulanter Pflegedienst kommt regelmäßig zu Besuch? Dann geben Sie Ihre wertvollen Erfahrungen weiter, etwa in Bezug auf das Lüften oder den Kleidungswechsel. So können sich alle an der Pflege beteiligten Personen daranhalten

FAQ: Häufige Fragen zu Heuschnupfen im Alter

Ja, das ist möglich. Durch die dauerhaft gereizten Schleimhäute und die verstopfte Nase kann bei Ihrem Angehörigen ein Druckgefühl im Kopf entstehen. Manche Betroffene berichten dann von spannungsähnlichen Kopfschmerzen, besonders bei starker Pollenbelastung.

Typisch für Heuschnupfen ist, dass die Beschwerden immer wieder in bestimmten Situationen auftreten, zum Beispiel draußen oder bei starkem Pollenflug. Außerdem stehen oft juckende Augen und häufiges Niesen im Vordergrund, während Fieber eher untypisch ist.

Wechseln Sie nach dem Aufenthalt draußen konsequent die Kleidung und reinigen Sie Gesicht und Hände Ihres Angehörigen, damit weniger Pollen in die Wohnräume gelangen. Halten Sie außerdem kurz fest, wann die Beschwerden auftreten, damit können Sie Muster im Alltag erkennen und Aktivitäten im Freien besser planen.

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Dipl. Ges. Oec. (FH) Jennifer Ann Steinort
Fachjournalistin für Gesundheit/Medizin & Familie

Über unsere Autor:innen

Jennifer Ann Steinort ist Autorin bei den Pflegehelden. Sie verfasst Ratgeber, die Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen Tipps für den Pflegealltag vermitteln. Ihre Schwerpunkte liegen dabei auf den Themen Finanzierung, Pflegemaßnahmen und Wohlbefinden. Ihr persönliches Anliegen ist, selbst komplexe Sachverhalte leserfreundlich zu formulieren.

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