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Altersdepression: Ursachen, Symptome und Tipps

Das Risiko, eine Depression zu entwickeln, nimmt mit zunehmendem Alter zu – Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im höheren Alter. [1]

Welche Beschwerden auf eine Altersdepression hindeuten, welche Ursachen sie hat und wie Sie Ihren pflegebedürftigen Angehörigen unterstützen können, verraten wir Ihnen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Von Altersdepressionen sind Menschen ab dem 65. Lebensjahr betroffen.
  • Eine Altersdepression kann biologische und psychosoziale Ursachen haben.
  • Patient:innen klagen anfangs oft über körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Schwindelgefühle, die psychischen Symptome treten meist erst später in Erscheinung.
  • Eine Altersdepression behandeln Mediziner:innen mit Medikamenten und einer Psychotherapie.
  • Pflegende Angehörige können ihr Familienmitglied unterstützen, indem sie Gespräche anbieten, den Alltag strukturieren und die Beschwerden ernst nehmen.

Kommt eine Depression im Alter häufiger vor?

Zunächst ist eine Altersdepression das gleiche wie eine Depression in jüngeren Jahren, mit der Ausnahme, dass sie erst Patienten ab 65 Jahren betrifft. Auch die Altersdepression ist eine psychische Störung, die die Gefühlswelt der Betroffenen durcheinanderwirbelt. Sie schlägt sich auf die Stimmung nieder und kann Menschen in ihrer Motivation regelrecht lähmen. Mit dem Alter steigt das Risiko für die Erkrankung tatsächlich an. In der gesamten Bevölkerung leiden etwa 5 % an einer Depression, der Anteil an Altersdepressionen beträgt hingegen 20 %. Bei Senioren- und Pflegeheimbewohner:innen ist die psychische Erkrankung mit 30-40 % besonders verbreitet. [2]

Altersdepression: Ursachen und Auslöser

Eine Depression bei älteren Frauen oder Männern kann viele Ursachen haben. Neben traumatischen Erfahrungen, der Einnahme bestimmter Medikamente wie Blutdrucksenker oder einer zu geringen Konzentration an Gehirnbotenstoffen, spielen vor allem psychosoziale Faktoren eine Rolle. Im höheren Lebensalter müssen sich viele Menschen großen Herausforderungen stellen. Erst Arbeitnehmer:in, dann Rentner:in – mit dem Wegfall der beruflichen Tätigkeit oder sozialer Kontakte stürzen Menschen manchmal in ein gedankliches Loch. „Was soll ich nun mit meiner Zeit anfangen?“, „Wer interessiert sich noch für mich?“ sind dann Fragen, die Betroffene beschäftigen. [3]

Auch der Verlust von Partner:innen kann Personen zusetzen. Das Risiko, dass Rentner:innen eine Depression entwickeln, steigt ebenfalls durch geistige oder körperliche Einschränkungen. Schließlich belasten chronische Schmerzzustände oder Krankheiten das Wohlbefinden bei Patient:innen teilweise stark. Eine Pflegebedürftigkeit kann also einen Risikofaktor für eine Depression darstellen. [3]

Symptome einer Altersdepression erkennen

Das Besondere an einer Altersdepression ist, dass sie im Zusammenhang mit vielen Ursachen und Erkrankungen stehen kann – deshalb zeigen Patient:innen nicht immer das klassische Bild eines depressiven Menschen. Ca. 90 % der Betroffenen äußern vor allem körperliche Beschwerden, die pflegende Angehörige mit dem Alter in Verbindung bringen können. Sie klagen beispielsweise über Schwindelgefühle, Kopfschmerzen oder eine andauernde Müdigkeit. [4]

So kann es passieren, dass die körperlichen Beschwerden die psychischen Symptome überlagern und diese erst später zum Vorschein kommen.

Dann zeigen sich die psychischen Hauptsymptome einer Depression, wie: [5]

  • eine gedrückte, depressive Stimmungslage,
  • der Verlust an Interessen und Freude,
  • schnelle Ermüdbarkeit und Antriebsmangel.

Achtung Verwechslungsgefahr! Altersdepression und Demenz

Eine instabile Stimmung kann nicht nur auf eine Altersdepression hindeuten, sondern auch auf eine Demenz. Häufig ist es für Laien nur schwer erkennbar, um welche Erkrankung es sich handelt. Gesellen sich zu den Stimmungsschwankungen aber Orientierungsprobleme und Verwirrtheitszustände hinzu, spricht das für eine Demenz. Wenden Sie sich am besten an professionelle Hilfe – sie stellen die richtige Diagnose und leiten die zugehörige Behandlung ein.

Wie behandeln Mediziner:innen eine Altersdepression?

Haben Ärzt:innen eine Altersdepression diagnostiziert, ist es wichtig, dass depressiv Erkrankte medizinische Unterstützung erhält. Sie hilft ihm dabei, das Wohlbefinden zu stärken und eventuell vorhandene Selbstmordgedanken zu überwinden. In der Regel sieht die Behandlung einer Altersdepression die Anwendung einer Psychotherapie und/oder den Einsatz von Medikamenten vor. Bei der Psychotherapie hat sich vor allem die kognitive Verhaltenstherapie bewährt. Da viele ältere Menschen bereits Medikamente für andere gesundheitliche Probleme einnehmen, achten Mediziner:innen bei der Arzneimittelauswahl auf mögliche Wechselwirkungen.

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