Alternativen zum Alten- und Pflegeheim

Alternativen zum Alten- und Pflegeheim

Kommt ein Mensch im Alter nicht mehr alleine zurecht, stellt sich die Frage nach der passenden Wohnform. Alten- und Pflegeheime wirken oft ungemütlich und steril. Wer hier lebt, darf oft nur seinen Wohnraum etwas persönlicher gestalten. Wir zeigen verschiedene Versorgungsalternativen auf.

Seniorenresidenz

Viele Seniorenresidenzen erinnern an Fünf-Sterne-Hotels. Die Wohnräume sind komfortabel ausgestattet, Extras wie Schwimmbad, Sauna, Bibliothek und Café gehören in der Regel zum Standard. Neben Zimmerservice und Hausdame werden meist umfangreiche Freizeit- und Kulturaktivitäten angeboten: Theater- und Opernbesuche, Sportmöglichkeiten und Ausflüge sind in der Regel Programm.

Medizinische Versorgung

Pflegeangebote in Seniorenresidenzen sind nicht einheitlich geregelt und können sich deshalb von Haus zu Haus deutlich unterscheiden. Es empfiehlt sich daher, die Leistungen im Vorfeld abzuklären:

  • Beschäftigt die Einrichtung einen hauseigenen oder einen externen ambulanten Pflegedienst?
  • Ist eine eigene Pflegestation vorhanden oder ein Pflegeheim angeschlossen, sodass bei Schwerstpflegebedürftigkeit eine Rundum-Versorgung gewährleistet ist?
  • Sind Pflegekräfte 24 Stunden vor Ort?

Kosten

Im Vergleich zu anderen Wohnformen ist das Leben in einer Seniorenresidenz in der Regel erheblich teurer. Da die Angebote und Abrechnungsmodelle der meist privaten Träger jedoch unterschiedlich sind, lässt sich ein allgemeingültiger Kostenrahmen nicht beziffern.

Möglicherweise rechnen die Häuser monatliche Pauschalen ab, die sowohl die Kosten für den Wohnraum als auch die Betreuung abdecken.

Einige Seniorenresidenzen bieten wiederum an, bestimmte Grundleistungen pauschal abzurechnen. Weitere Dienstleistungen können individuell hinzugebucht werden und sind separat zu bezahlen, zum Beispiel Ausflüge, Friseurbesuche oder Ähnliches.

Ist der Bewohner ein Pflegefall, übernimmt die Pflegekasse einen Teil der Kosten.

Senioren-WG

Viele ältere Menschen wünschen sich, ihr Leben möglichst in Eigenregie und in Gesellschaft zu verbringen. Das Zusammenleben mit anderen Senioren in einer Wohngemeinschaft kann dies durchaus bieten.

Dabei gibt es verschiedene Modelle:

Medizinische Versorgung

Im Pflegefall müssen entsprechende Hilfen von außen organisiert werden, zum Beispiel Hausarztbesuche oder ein ambulanter Pflegedienst, der in die WG kommt.

Kosten

Die Kosten für privaten Wohnraum entsprechen den ortsüblichen Mieten bzw. Immobilienpreisen. Jeder Bewohner zahlt für seine separaten vier Wände, gemeinschaftlich genutzte Flächen werden anteilsmäßig berechnet.

Ambulant betreute Senioren-WGs können jedoch Förderungen von der Pflegeversicherung erhalten. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht Anspruch auf einen Wohngruppenzuschlag von 214 Euro pro Monat, Beihilfe- und Heilfürsorgeempfänger erhalten 107 Euro.

Betreutes Wohnen

Der Begriff „Betreutes Wohnen“ ist gesetzlich nicht definiert. In Abgrenzung zum Alten- bzw. Pflegeheim leben die Menschen beim betreuten Wohnen in separaten Apartments oder Wohnungen innerhalb einer Seniorenwohnanlage und können verschiedene zentral angebotene Serviceleistungen in Anspruch nehmen. Die Einrichtungen unterscheiden sich durch verschiedene Betreuungsangebote, die sich in Standard- und Wahlleistungen gliedern. Da die Leistungen von Anbieter zu Anbieter deutlich voneinander abweichen, ist es ratsam, sich auch hier genau über die angebotenen Leistungen zu informieren.

Medizinische Versorgung

Welche medizinischen Leistungen in einer Seniorenwohnanlage angeboten werden, sollte deshalb sorgfältig erfragt werden, ebenso die Kosten hierfür.

Kosten

Die Kosten dieser Wohnform unterliegen der freien Preisgestaltung durch den Träger. Die Bewohner bezahlen die Miete sowie Serviceangebote aus eigenen Mitteln.

Pflegende Angehörige

In vielen Fällen wird ein pflegebedürftiger Mensch in der eigenen Wohnung von den Angehörigen versorgt. Während anfangs oft nur Unterstützung beim Einkaufen oder im Haushalt gefragt ist, kann später Hilfe bei den einfachsten Tätigkeiten erforderlich sein. Ohne Grundkenntnisse in der Pflege ist diese anspruchsvolle Aufgabe kaum zu bewältigen. Angehörige können deshalb spezielle Kurse kostenlos besuchen, die zum Beispiel von Krankenkassen oder Volkshochschulen angeboten werden.

Medizinische Versorgung

Einfache medizinische Versorgungen, wie z. B. die Verabreichung von Medikamenten, kann von den meist nicht ausgebildeten Angehörigen nicht übernommen werden. Je nach Pflegegrad der Person können Angehörige sowohl körperlich als auch psychisch an ihre Grenzen stoßen. In diesem Fall schaffen ambulante Pflegedienste Entlastung. Die medizinische Betreuung kann durch Hausarztbesuche erfolgen.

Kosten

Die Pflege durch Angehörige in der häuslichen Umgebung ist in der Regel die günstigste Wohnform. Beim Betreuten Wohnen oder in einer Seniorenresidenz ist das Mieten einer vergleichbaren Wohnung teurer.

24-Stunden-Pflege

Wohnen hilfsbedürftige Senioren zu Hause, entscheiden sich immer mehr für eine Betreuungskraft aus Osteuropa, die mit der Pflegeperson in einem Haushalt lebt. Dabei übernimmt sie Tätigkeiten einer Haushaltshilfe wie beispielsweise Kochen und Putzen der Wohnung und grundpflegerische Leistungen eines Seniorenbetreuers, zum Beispiel Hilfe bei der Körperpflege oder beim An- und Ausziehen.

Medizinische Versorgung

Eine medizinische Behandlungspflege, wie z.B. Wundversorgung, Blutdruckmessen oder das Verabreichen von Medikamenten darf nur eine examinierte Pflegekraft übernehmen, zum Beispiel von einem ambulanten Pflegedienst.

Kosten

Die Kosten richten sich nach dem Beschäftigungsmodell: Wird zum Beispiel eine polnische Pflegekraft über eine Agentur vermittelt, ist dies aufgrund der niedrigeren Lebenshaltungskosten in Polen wesentlich günstiger als eine Pflegekraft aus Deutschland fest anzustellen.

938467396 – iStock.com/SolStock
894044428 – iStock.com/alvarez
152498547 – iStock.com/Jacob Wackerhausen
840846096 – iStock.com/DGLimages
2019-01-03T11:40:17+00:00

Weitere Ratgeberartikel