Sylvia Crutzen: „Ivona war so liebevoll mit meinem Vater“

Sylvia Crutzen: „Ivona war so liebevoll mit meinem Vater“

Nach einer Operation brauchte Terttu Crutzen (86) vorübergehend Unterstützung bei der Pflege Ihres Mannes Paul (85).
Tochter Sylvia (54) organisierte eine Pflegeheldin.

Ein glückliches Paar: Terttu Crutzen (86) und Ehemann Paul (85) kommen eigentlich gut allein zurecht. Doch nach ihrer Herz-OP im November 2018 fühlte sie sich schwach und musste viele Medikamente nehmen

Seit Jahren kümmert sich Terttu Crutzen (86) aus Mainz liebevoll um Ehemann Paul (85), der an Parkinson leidet. Doch als sie sich nach einer Operation schonen musste, brauchte sie vorübergehend Hilfe. Tochter Sylvia (54) organisierte eine Pflegeheldin, die dem Ehepaar durch die schwere Zeit half.

Seit 60 Jahren sind Terttu und Paul Crutzen verheiratet. Sie sind glücklich miteinander und bisher auch im hohen Alter gut allein zurechtgekommen. Paul Crutzen leidet an Parkinson, darum kommt zweimal die Woche eine Betreuerin, die sich jeweils für einige Stunden um Paul Crutzen kümmert. In dieser Zeit kann seine Ehefrau das Haus verlassen und erledigt dann zum Beispiel die Einkäufe.

Doch im Oktober 2018 änderte sich das geruhsame Leben der Crutzens schlagartig. Terttu Crutzen verspürte plötzlich Schmerzen im Brustbereich. „Ich sagte ihr, dass sie zum Arzt gehen muss“, erinnert sich Sylvia Crutzen, die 54-jährige Tochter des Ehepaars. Der Arzt schickte sie zum Kardiologen, der sie wiederum direkt in die Klinik einwies: Ihre Aorta-Herzklappe musste ersetzt werden. Sylvia Crutzen erinnert sich genau an den Tag: „Um 16 Uhr wusste ich, dass meine Mutter ins Krankenhaus muss, drei Stunden später saß ich im Zug und war gegen Mitternacht bei meinem Vater.“ Sylvia Crutzen lebt in München, ihre Eltern im mehr als 400 Kilometer entfernten Mainz. Sie nahm spontan Urlaub, da ihr Vater nicht allein bleiben kann.

„Genauso jemanden wie Ivona hatte ich mir gewünscht“

Sylvia Crutzen

Aber wie sollte es weitergehen? Nach zwei Wochen im Krankenhaus musste Terttu Crutzen sich noch sechs Wochen lang schonen – oder sich in der Reha erholen. „Aber das wollte sie nicht“, sagt Sylvia Crutzen. „Den Gedanken, meinen Vater so lange allein zu lassen, konnte meine Mutter nicht ertragen.“ Sie selbst aber musste zurück zur Arbeit und wollte ihren Vater auf keinen Fall zur Kurzzeitpflege in ein Seniorenheim geben. „Wir brauchten Hilfe. Ich rief einige 24-Stunden-Pflegedienste an, doch die Wartezeiten dort lagen bei mehreren Wochen.

Dann landete ich bei den Pflegehelden, und die sagten mir sofort Hilfe zu.“ Jörg Schrod, Leiter der Pflegehelden-Filiale in Mainz, kam einen Tag später vorbei, besprach die Situation mit Sylvia Crutzen und zeigte ihr Profile von Pflegekräften aus Polen, die infrage kamen. „Ivona mochte ich schon vom Bild her“, erinnert sie sich – und staunt noch heute darüber, wie schnell alles ging. „Sie kam schon vier Tage später. Herr Schrod holte sie vom Bahnhof an und brachte sie zu uns. Als sie hereinkam, war sie mir sogar noch sympathischer.“

Ein ganz wichtiger Punkt. Denn es fiel Sylvia Crutzen nicht leicht, ihre Eltern mit einer fremden Frau zurück zu lassen, die in die Einliegerwohnung im Dachgeschoss einzog. „Doch Ivona war so nett und liebevoll, genau so jemanden hatte ich mir gewünscht“, sagt Sylvia Crutzen. „Und sie verstand sich sofort prima mit meinem Vater, was ja am Wichtigsten war. Zwei Tage lang zeigte ich ihr alles, und am Sonntagabend konnte ich beruhigt wieder nach Hause fahren. Ich musste ja zurück zur Arbeit.“

„Jetzt weiß ich, wo wir ganz schnell Hilfe
bekommen können, wenn mal etwas ist“

Sylvia Crutzen

„Es ist von Anfang an alles gut gegangen“, sagt auch Terttu Crutzen. „Ich war nach der Operation noch schwach, Ivona musste am Anfang praktisch alles übernehmen. Kochen, saubermachen, einkaufen.“ Das zu akzeptieren, fällt am Anfang nicht leicht, wenn man doch immer allein klargekommen ist. „Man denkt ja: Das kann ich doch alles noch selbst“, sagt Terttu Crutzen. „Aber Ivona hat es mir leicht gemacht, Aufgaben abzugeben. Sie ist so freundlich, hat von Anfang an alles organisiert und sich gekümmert.“

Auch aus dem fernen München hat Sylvia Crutzen am Alltag und der Genesung ihrer Mutter teilgenommen. „Ich telefoniere alle zwei Tage mit meiner Mutter“, sagt die Fremdsprachenkorrespondentin. „Und Ivona hat mir regelmäßig WhatsApp-Nachrichten geschrieben. Darin hat sie mir erklärt, dass alles in Ordnung ist und Fotos von meinen Eltern geschickt. Das hat mich immer sehr beruhigt.“

Mitte Dezember, nach sechs Wochen bei den Crutzens, ist Ivona wieder nach Hause gefahren. Das war von vornherein so vereinbart, denn Terttu Crutzen möchte sich weiter allein um ihren Mann kümmern, solange es geht. Sie ist dankbar, dass alles so gut gelaufen ist. „Ich weiß jetzt: Wenn ich es nicht mehr allein schaffe, kann ich Hilfe bekommen“, sagt Terttu Crutzen. Und auch ihre Tochter ist mehr als zufrieden. „Ich wollte schon lange nach einem Pflegedienst suchen, der uns auch für eine längere Zeit unterstützen kann, wenn mal etwas sein sollte. Ich hatte mich nur bis zur Operation meiner Mutter nie wirklich darum gekümmert. Jetzt weiß ich, wo wir Hilfe bekommen können.

Die Pflegehelden würde ich ruhigen Gewissens wieder kontaktieren, auch für längere Zeit, wenn meine Eltern den Alltag allein nicht mehr schaffen sollten. Das wäre mir tausendmal lieber, als sie ins Alters- oder Pflegeheim umziehen sehen zu müssen.“

2019-01-10T15:05:13+00:00

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