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Pflege notwendig? Rat und Hilfe suchen und finden

Die Mutter kommt zuhause nicht mehr die Treppe hoch, der Vater hat Parkinson und die Tante eine beginnende Demenz. So oder anders beginnen Geschichten, die oftmals in eine Pflegesituation münden. Die Pflegenden sind sich indes in einem Punkt einig und sagen: “Am Ende der Pflege habe ich gewusst, was ich zu Beginn der Pflege dringend gebraucht hätte”. Wir haben die wichtigsten Informationsquellen für Sie zusammengefasst, damit Sie von Anbeginn umfassend informiert sind.

Das Wichtigste im Überblick

An wen Sie sich als Angehöriger einer pflegebedürftigen Person in welchen Situationen wenden können – hier sind die wichtigsten Informationen im Überblick:

  • Liegt Ihr Angehöriger im Krankenhaus, helfen Ihnen die Mitarbeiter des Sozialdienstes im Krankenhaus oder der Pflegeüberleitung, die Einstufung in einen Pflegegrad einzuleiten und die weitere Pflege zuhause zu organisieren.
  • Kommt ein Familienmitglied zuhause nicht mehr zurecht, können Sie sich an die für Ihren Angehörigen zuständige Pflegekasse oder an einen Pflegestützpunkt wenden.
  • Haben Sie rechtliche Fragen, sind beispielsweise Verbraucherzentralen, Sozialverbände oder die Unabhängige Patientenberatung mögliche Anlaufstellen.
  • Braucht Ihr Angehöriger finanzielle Unterstützung, zum Beispiel in Form von Sozialleistungen, erhalten Sie weitere Informationen beim zuständigen Sozialamt.

Hilfe im Krankenhaus

Oftmals erfahren Patienten erst während eines Krankenhausaufenthaltes, dass Sie in Zukunft auf fremde Hilfe angewiesen sein werden. Das ist zunächst ein persönliches Schockerlebnis. Doch die Krankenhäuser sind verpflichtet, sich um die Nachsorge des Patienten zu kümmern. Normalerweise ist der Sozialdienst im Krankenhaus dafür zuständig, die weitere Versorgung zu organisieren. Die Sozialpädagogen und Sozialarbeiter kümmern sich zum Beispiel um eine notwendige Anschlussbehandlung oder organisieren einen Platz in der Kurzzeitpflege, bis alle weiteren Pflegemaßnahmen geklärt sind. Das gilt für die Einstufung in einen Pflegegrad ebenso wie für die häusliche Pflege oder einen ambulanten Pflegedienst. Manchmal sind es Ärzte und Pfleger, die den Sozialdienst informieren. Sie können auch selbst den Sozialdienst beziehungsweise die Pflegeüberleitung kontaktieren.

Die Pflegeberatung der Pflegekassen

Es ist Aufgabe der Pflegekassen, Angehörige oder pflegebedürftige Menschen darin zu unterstützen, Anträge zu stellen, um Leistungen empfangen zu können. Sie sind außerdem verpflichtet, umfassend über Angebote zur Pflege und über die Pflegeversicherung zu informieren. Die Pflegekasse unterstützt Sie bei der Suche nach einem ambulanten Pflegedienst und beantwortet Ihre Fragen zu den Leistungen in der Pflegeversicherung. Sobald Sie einen Antrag auf Pflegeleistungen eingereicht haben, bietet Ihnen die Pflegekasse einen Termin für eine kostenlose Pflegeberatung an. Auf Wunsch erstellen die Pflegeberater auch einen individuellen Versorgungsplan und ermitteln den individuellen Pflegebedarf.

Anlaufstellen vor Ort

Anlaufstellen vor Ort sind die Pflegestützpunkte, die einen Überblick über die Pflege- und Unterstützungsangebote vor Ort haben. Hier erhalten Sie Antworten auf Ihre Fragen. Was müssen Sie bei der Beantragung von Hilfsmitteln beachten, welche Institutionen und Vereine unterstützen Sie bei der häuslichen Pflege, oder gibt es Pflegeheime, die auf die Pflege von Demenzkranken spezialisiert sind, sind einige beispielhafte Fragestellungen. Pflegestützpunkte beraten auch präventiv. So finden beispielsweise Vorträge über die richtige Ernährung, über die Vermeidung von Stürzen oder über barrierefreies Wohnen statt. Die Gestaltung der Pflegestützpunkte kann je nach Bundesland variieren. Wo sich der nächste Pflegestützpunkt befindet, erfahren Sie bei der Pflegekasse oder der Stadtverwaltung.

Sonstige Beratungsangebote

Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Beratungsangebote, die sich nicht nur mit der Pflege beschäftigen, sondern auch über den Umgang mit bestimmten Krankheiten und mit Behinderungen informieren. Mögliche Recherchequellen sind die Stadtverwaltung, das Telefonbuch oder das Internet. Regionale Angebote für Senioren finden Sie zum Beispiel bei den Seniorenberatungsstellen. Sozialverbände helfen bei Antragstellungen, während Sie Wohnberatungsstellen in Bezug auf den barrierefreien Umbau von Haus oder Wohnung beraten. Es gibt Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige, Alzheimer Gesellschaften, Hospiz- und Palliativdienste, Betreuungsstellen und Betreuungsvereine, das Pflegetelefon des Bundesfamilienministerium, Beratungen für behinderte Menschen und ihre Angehörigen, gerontopsychiatrische Beratungsstellen beziehungsweise den sozialpsychiatrischen Dienst bei psychischen Erkrankungen im Alter sowie Online-Beratungsangebote, um die wichtigsten Angebote zu nennen.

(Bildnachweis: © Picture-Factory, © Racle Fotodesign, Adobe Stock)

2019-01-03T14:09:14+00:00

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