Vorbereitung auf das Begutachtungsverfahren des MDK

Vorbereitung auf das Begutachtungsverfahren zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit

Nachdem der Antrag auf Pflegeleistungen gestellt wurde, prüft der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) die Pflegebedürftigkeit des Angehörigen. Dies erfolgt im Zuhause des Pflegebedürftigen. Der Hausbesuch wird vorher angekündigt. Der MDK möchte ein umfassendes Bild von der hilfsbedürftigen Person erhalten. Deshalb stellt der Gutachter bei seinem Hausbesuch viele Fragen. Erfahrungsgemäß ist es hilfreich, sich darauf vorzubereiten.

Checkliste – der Hausbesuch des MDK

Bei der Begutachtung gilt es, einige Punkte zu beachten. Diese Checkliste liefert einen Überblick, worauf es ankommt.

Anwesenheit einer Vertrauensperson

Die Begutachtung durch den MDK stellt in den meisten Fällen eine Stresssituation dar. Allein aus diesem Grund sollte der Angehörige den Termin nicht allein wahrnehmen.

Eine Vertrauensperson des Pflegebedürftigen kann wichtige Hinweise zum Grad seiner Selbstständigkeit geben. Dies wird vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen selbst empfohlen.

Fragen zu sechs Lebensbereichen

Der Gutachter bewertet, ob der Antragsteller bestimmte Tätigkeiten im Alltag allein erledigen kann oder auf Hilfe anderer angewiesen ist. Was bereitet dem Angehörigen im Alltag besondere Schwierigkeiten? Wobei ist Hilfe notwendig, was kann selbstständig ausgeführt werden? Hierbei stützt sich der MDK auf Fragen zu Tätigkeiten aus sechs verschiedenen Lebensbereichen, auch „Module“ genannt. Gehen Sie jedes einzelne Modul durch und geben Sie an, welche Beurteilung auf den Angehörigen zutrifft.

Pflegetagebuch führen

Arztbesuch, Körperhygiene, Haushaltsführung… – Über einen Zeitraum von zwei Wochen sollten täglich alle Tätigkeiten dokumentiert werden, bei denen der Angehörige auf andere angewiesen ist. Auch das hilft dem Gutachter, die Pflegebedürftigkeit richtig einzuschätzen.

Wichtige Unterlagen in Kopie

Stellen Sie dem MDK wichtige medizinische Dokumente als Kopie zur Verfügung. Beim Erstellen des Gutachtens kann der MDK darauf zurückgreifen.

Hilfreich sind Unterlagen wie beispielsweise:

  • Aktuelle Arztberichte
  • Medikamentenplan
  • Entlassungsberichte vom Krankenhaus oder einer Rehabilitationseinrichtung
  • Auflistung der genutzten Hilfsmittel, z.B. Rollator, Brille, Inkontinenzvorlagen
  • falls vorhanden: Schwerbehindertenausweis, Allergiepass, Diabetikerausweis
  • gegebenenfalls Vertrag mit Pflegedienst und Pflegedokumentation

Kleidung und Hilfsmittel im Alltag

Beim Hausbesuch will der Gutachter den Angehörigen in seiner alltäglichen Umgebung erleben. Daher sollte der Antragsteller normale Kleidung tragen und nicht etwa besonders herausgeputzt sein. Auch benötigte Hilfsmittel sollen an Ort und Stelle bleiben und nicht etwa weggeräumt werden.

Richtige Informationen

Nicht jeder Antragsteller kann offen über seine Beschwerden sprechen. Vor allem Erkrankungen wie Inkontinenz oder Demenz sind häufig tabu. Derartige Probleme sollten Angehörige daher im Pflegetagebuch aufführen oder den Gutachter in einem Vier-Augen-Gespräch darüber informieren.

Möglicherweise macht der Antragsteller auch falsche Angaben, die während des Gesprächs jedoch richtiggestellt werden sollten. Anderenfalls könnte der Gutachter einen verzerrten Eindruck gewinnen.

Bewegungsfähigkeit prüfen

Während des Gesprächs kann der MDK auch die Beweglichkeit des Antragstellers überprüfen. Eine typische Übung: Im Sitzen mit beiden Händen die Füße berühren. Dadurch kann der Gutachter zum Beispiel einschätzen, ob der Antragsteller Hilfe beim An- und Ausziehen des Unterkörpers benötigt. Einige MDK-Mitarbeiter prüfen auch ohne Vorankündigung. So bitten sie den Antragsteller beispielsweise um ein Glas Wasser.

Glaubwürdigkeit zählt

Fragen sollten korrekt beantwortet werden. Die Gutachter sind erfahren und merken, ob ein Antragsteller schauspielert oder ehrlich ist.

Keine Angst

Angst vor der Begutachtung muss niemand haben. Bei dem Hausbesuch erfüllt der MDK einen gesetzlichen Auftrag. Insofern geht es dem Gutachter ausschließlich darum, wie viel Hilfe der Angehörige benötigt.

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2019-01-03T13:04:48+00:00

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